Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
DBH-Materialien Nr.74

40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
DBH-Materialien Nr.75

Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

KFN/Uni Kassel: Studie zum Warnschussarrest – „Kurzer Schock ohne Wirkung“

Seit 2013 können Gerichte gegen jugendliche Straftäter einen Warnschussarrest verhängen. Nach den Ergebnissen der Studie, durchgeführt von der Uni Kassel und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) im Auftrag des Bundesjustizministeriums, führt ein Warnschussarrest nicht zu einem Abwenden von der Kriminalität.

Bericht zur Begleitforschung

Das Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS) war beauftragt im Rahmen einer Begleitforschung die 2015 entwickelten Maßnahmen zur De-Radikalisierung in Haft, den Stand der Umsetzung und ihre Wirkung darzustellen.

CEP: Aktualisierung von „Case Management System Maps“ (Übergangsmanagement)

Die Confederation of European Probation (CEP) hat Ende 2016 begonnen, die Visualisierungen (Übersichtsdarstellungen) über die verschiedenen Konzepte/Modelle des Case Managements der Bewährungshilfe in verschiedenen europäischen Mitgliedsstaaten auf ihrer Website zu überarbeiten. Erstellt und veröffentlicht wurden diese erstmals im Rahmen des europäischen Projektes DOMICE (Developing Offender Management in Corrections in Europe) zwischen 2011 und 2012.

Niedersächsisches Justizvollzugsgesetz (NJVollzG) wird erneuert

Am 21. Februars 2017 hat die Landesregierung in ihrer Sitzung einen Entwurf zur Änderung des am 1. Januars 2008 in Kraft getretenen Niedersächsischen Justizvollzugsgesetztes (NJVollzG) veröffentlicht. Ein besonderer Fokus liegt auf die Interessen und Bedürfnisse der Opfer von Straftaten.

Gefängnis – Ein Ort der Radikalisierung und Rekrutierung?

Werden Inhaftierte von den Ideologien überzeugter Islamisten radikalisiert? Werden diese für die Terrormiliz Islamischer Staat rekrutiert? Die Ergebnisse des ICSR-Berichts und der Studie des IRKS geben erste, wenn auch unterschiedliche Antworten darauf.

Europäischer Gerichtshofs für Menschenrechte: kein generelles Recht auf Internetzugang im Strafvollzug

Der Menschengerichtshof hat mit Urteilsverkündung am 17.01.2017 Litauen wegen der Weigerung der Gefängnisbehörde verurteilt, einem Häftling Internetzugang zu gewähren. Eine generelle Pflicht, Inhaftierten einen Zugang zum Internet zu gewähren, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Aktualisiert: Bestand der Gefangenen und Verwahrten in den deutschen Justizvollzugsanstalten am 31. August 2016

Die Statistik zeigt die Anzahl die Gefangenen und Verwahrten in Justizvollzugsanstalten in Deutschland nach Bundesländern. Am Stichtag (31. August 2016) befanden sich insgesamt 63.100 Gefangene und Verwahrte in Justizvollzugsanstalten, davon 47.256 in Einzelunterbringung und 15.844 in gemeinsamer Unterbringung.

Verbände und Gewerkschaften fordern die Einbeziehung von Strafgefangenen in die gesetzliche Rentenversicherung

In Deutschland befinden sich rund 64.000 Gefangene und Sicherungsverwahrte in Haft. Die meisten von ihnen arbeiten. Sie erwerben dafür aber keine Rentenansprüche. Bereits 1977 hatte ein Entwurf des Strafvollzugsgesetzes die Einbeziehung von Gefangenen in die gesetzliche Rentenversicherung vorgesehen.

Kongress der DGPPN: Die Mehrzahl der Sexualstraftäter ist nicht psychisch krank

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 (PKS; Bundesministerium des Innern, 2015) weist insgesamt 46.081 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aus, das sind 0,7% aller Straftaten. Auf dem Kongress der DGPPN, der am 25. November 2016 in Berlin stattfand, haben sich renommierte forensische Psychiater mit Tätertypologien von Sexualdelikten beschäftigt. Bei Sexualstraftätern handelt es sich um eine sehr heterogene Tätergruppe.

Urteil des EuGH: Zugang zu Substitutionsprogrammen für Menschen in Haft?

Nach dem Urteil des EuGH vom 01. September 2016 hat Deutschland aufgrund einer unterlassenen Methadonbehandlung eines Häftlings in einem bayerischen Gefängnis gegen die Menschenrechte verstoßen. Nach Beurteilung des Gerichts haben die Behörden den Gesundheitszustand des Inhaftierten nicht angemessen bewertet und keine geeignete Behandlung ausgewählt.

Veranstaltung am FÖPS Berlin: Was bringen Jugendhaftstrafen? Ergebnisse einer Evaluationsstudie

Der Vortrag stellt zum einen einschlägige Ergebnisse z. B. zu Rückfallquoten, Entwicklungen nach Inhaftierung, Rückfallursachen als auch Bewertungen von Behandlungsmaßnahmen dar. Zum anderen werden, ganz grundsätzlich, Folgen für evidenzbasierte Forschungen im Jugendstrafvollzug diskutiert.

Muslimische Seelsorge in Haftanstalten in NRW zum Schutz vor Radikalisierung?

Im Haushaltsjahr 2016 des Landes Nordrhein-Westfalen sind für den „Ausbau der religiösen Betreuung der muslimischen Gefangenen zusätzliche Haushaltsmittel“ eingestellt. Der türkische Religionsverband Ditib stellt seit September 2016 insgesamt 96 von 112 Imamen in den 30 der 36 Haftanstalten in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. In der Justizvollzugsanstalt Remscheid ist ein entsprechendes Projekt „Prävention von Radikalisierung in nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten“ etabliert worden.

Gefängnisarchitektur und Resozialisierung?

Die Wahrscheinlichkeit der Begehung einer erneuten Straftat lässt sich beispielsweise durch entsprechende Hilfsangebote und eine angemessene Betreuung der Straftäter und Straftäterinnen in der Haftanstalt reduzieren. Doch welche Wirkungen haben die Gestaltung und Einrichtung der Räumlichkeiten auf die Insassen und ihr Verhalten? Wirkt sich die Architektur von Gefängnisgebäuden auf Insassen in ähnlicher Weise aus, wie die Architektur von Schulen oder Wohnungen auf die Sozialisierung ihrer Schüler oder Bewohner?

Übergangsmanagement: Tertiäre Kriminalprävention mit Hilfe standardisierter psycho-sozialer Diagnostik und Interventionsplanung

Der Konzeptionsentwurf "Reso-Map" beschreibt die Entwicklung eines evidenzbasierten und standardisierten Instruments der psycho-sozialen Diagnostik für die Soziale Arbeit im Resozialisierungsprozess mit (ehemaligen) Strafgefangenen.

Reso-Map soll die Weiterentwicklung, Qualitätssteigerung und Etablierung des Übergangsmanagements im Haftentlassungszusammenhang fördern, auf validen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis entsprechender Fachbereiche aufbauen und sich an den Prinzipien der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit orientieren.

Europäische Studie über Möglichkeiten zur Haftvermeidung:

Mit der Studie "Reducing Prison Population", an der sich sieben europäische Länder beteiligt haben, wurden in den letzten drei Jahren die europäische Gefängnislandschaft untersucht und miteinander verglichen. Primäres Ziel der Studie war es (1) einen Überblick über die Möglichkeiten der Alternativen zur Haft zu erstellen und (2) Gute-Praxis-Beispiele zu identifizieren. Längerfristig soll durch die Anwendung von Alternativen zur Haft europaweit die Überbelegung im Strafvollzug reduziert werden.

Länderumfrage zum Übergangsmanagement liegt vor

Vom 1. Januar 2016 bis 30. Juni 2016 haben Bernd Maelicke und Christopher Wein eine Umfrage bei den Länder-Justizministerien zum Stand der Entwicklung des Übergangsmanagements in Deutschland durchgeführt. Eine erste Sammlung ist nun online verfügbar.

Besonderheiten schulischer Ausbildung im deutschen Strafvollzug, dargestellt am Beispiel der JVA Hamburg-Fuhlsbüttel

Die Masterarbeit von Nils Schack (Universität Koblenz Landu) liefert einen Ein- und Überblick in die Besonderheiten der schulischen Ausbildung innerhalb einer Justizvollzugsanstalt, hier am Beispiel der JVA Hamburg-Fuhlsbüttel. Die Ergebnisse der Arbeit beruhen auf Interviews mit Lehrkräften der JVA.

Tätigkeitsbericht 2015 des Justizvollzugsbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen verfügbar

Der Justizvollzugsbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen hat im Mai 2016 seinen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2015 im Landtag vorgestellt. Das rund 250 Seiten umfassende Werk befasst sich sowohl mit der Eingabenbearbeitung der Einrichtung in ihrer Ombudsfunktion als auch mit den dort bearbeiteten allgemeinen Vollzugsthemen, zu denen der Justizvollzugsbeauftragte die Landesregierung berät.

Mobilität und Übergangsmanagement (AG Moblität)

Mit dem Projekt soll im Jugendstrafvollzug zum einen die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht und damit die Unfallzahlen insbesondere junger Fahrer verringert und zum anderen die Rückfallrate von jugendlichen Strafgefangenen gesenkt werden.

Befragung der Angestellten im Schweizer Freiheitsentzug

Im Januar und Februar 2012 wurde in 89 Institutionen des Schweizer Freiheitsentzuges eine Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchgeführt. Mit der Befragung sollen in der Schweiz erstmals umfassende Informationen über die tägliche Arbeit der Mitarbeitenden im Freiheitsentzug erhoben werden.

Deutschlandradio Kultur: “Warum Häftlinge im Knast arbeiten“ (JVA Oldenburg)

Arbeit im Vollzug ist ein wesentlicher Bestandteil der Resozialisierung. In zwölf von 16 Bundesländern besteht für Strafgefangene nach dem jeweiligen Strafvollzugsgesetz eine Arbeitspflicht. Was ist die Besonderheit am Konzept der JVA Oldenburg? Welche Rolle spielt die Landeshaushaltsordnung und wie sieht es mit den Rentenbeiträgen aus? Diese und weitere Fragen werden im Beitrag des Deutschlandradios erörtert.

SWR2 Forum Hinter Gittern – Wie sinnvoll sind Gefängnisstrafen? (zum Nachhören)

Wie sinnvoll sind Gefängnisstrafen lautet das Thema der heutigen Sendung im SWR2 Forum um 17:05 Uhr. Es diskutieren Prof. Dr. Bernd Maelicke (Jurist und Strafrechtsexperte), Prof. Dr. Rüdiger Wulf (Referatsleiter im Justizministerium Baden-Württemberg) und Dr. Thomas Galli ( Kriminologe, Leiter der JVA Zeithain, Sachsen)

Europarat veröffentlicht Leitlinien zur Prävention von Radikalisierung in Gefängnissen

Der Europarat hat im März eine Reihe von Leitlinien veröffentlicht, die die 47 Mitgliedsstaaten bei der Prävention von Radikalisierung von Häftlingen und Personen, die eine Bewährungsstrafe verbüßen, sowie bei der Wiedereingliederung von Einzelpersonen, die bereits radikalisiert wurden, unterstützen sollen.

Internationale Vollzugsregeln zur Stärkung der Rechte der Gefangenen und Straffälligen – die Mandela- und Bangkok-Rules

Einheitliche Mindestgrundsätze für die Behandlung von Strafgefangenen (United Nations Standard Minimum Rules for the Treatment of Prisoners) wurden erstmals auf dem Kongress der Vereinten Nationen über Verbrechensverhütung und Behandlung Straffälliger (Commission on Crime Prevention and Criminal Justice) 1955 in Genf angenommen. Nach knapp 60 Jahren liegt eine vollständige Überarbeitung der Mindestgrundsätze vor, die sich in 122 Regeln differenzieren.

„Resozialisierung durch Digitalisierung“ – Pilotprojekt des Landes Berlin

Das Projekt „Resozialisierung durch Digitalisierung“ soll Inhaftierten kontrollierten Internet-Zugang ermöglichen. Der Vorschlag wurde vor knapp zwei Wochen zusammen mit dem „Gesetz zur Weiterentwicklung des Berliner Strafvollzugs“ im Rechtsausschuss des Landes Berlin besprochen. Gesetzesänderungen sind in §40 und §56 Abs. 4 vorgesehen, die sich mit der Telekommunikation und mit Rundfunk, Informations- und Unterhaltungselektronik befassen.

Zum Nachhören (DLF): Das Gefängnis als Altersheim

Am 12. Februar 2016 strahlte der Deutschlandfunk eine ca. 90-minütige Sendung mit dem Titel "Immer mehr ältere Häftlinge. Das Gefängnis als Altersheim" aus. Studiogäste waren Prof. Klaus Laubenthal (Vorstand des Instituts für Strafrecht und Kriminologie, Universität Würzburg, Richter am Oberlandesgericht Bamberg), Oliver Burlage (Leiter der Justizvollzugsanstalt Detmold) und ein Häftling aus dem offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne.

Klage gegen Vergütungssystem in Haft - Verfassungsbeschwerde nicht zugelassen

Das Bundesverfassungsgericht hat die Klage eines Strafgefangenen in Rheinland-Pfalz gegen das Vergütungssystem nicht angenommen - aus formalen Gründen. Die Richter kritisierten aber das Urteil der Vorinstanz und gaben dem Gesetzgeber ein paar Hinweise.

Rente für Gefangene - nicht auf der Justizministerkonferenz behandelt

Das Komitee für Grundrechte und Demokratie beklagt, dass das Thema "Rente für Gefangene" nicht auf der Herbstkonferenz der Justizminister behandelt wurde. Auch auf Betreiben des Grundrechtekomitees und vieler anderer Straffälligenhilfsorganisationen - unterstützt auch vom DBH-Fachverband - hatten die Justizminister bei ihrer Frühjahrskonferenz den Strafvollzugsausschuss der Länder beauftragt, die näheren Modalitäten einer Einbeziehung der Gefangenen in die Rentenversicherung zu prüfen.

Horst Schüler-Springorum ist verstorben

Prof. Dr. Horst Schüler-Springorum ist am 05.09.2015 kurz vor seinem 87. Geburtstag in München verstorben. Er lehrte an den Universitäten Hamburg, Göttingen und zuletzt München, wo er den Lehrstuhl für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug an der Ludwig-Maximilian-Universität innehatte. In der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ) wirkte er zwischen 1962 und 1968 als Geschäftsführer, und dann bis 1986 als Vorsitzender. (Bilddarstellung aus der Süddeutschen Zeitung)

Ergebnisse des Forschungsprojekts zur Evaluierung des Hessischen Jugendstrafvollzugs - Entlassungsjahrgang 2009 und Inhaftierungsjahrgang April 2009 – Mai 2010

Die vorliegende Evaluation der Universitäten Tübingen und Marburg enthält einen qualitativ und einen quantitativ ausgerichteten Teil. Im qualitativen Teil wurde eine umfangreiche Befragung von inhaftierten jungen Männern aus dem Jugendvollzug am Anfang und am Ende der Haft vorgenommen. Dabei wurde untersucht, wie sich die Haft auf die Einstellungen und Persönlichkeit der Inhaftierten auswirkte, welche Wirkung die Maßnahmen, die während der Haft durchgeführt wurden, auf die Inhaftierten hatten, und welche Bedeutung die Einstellung der Probanden am Ende der Haft und die durchgeführten Maßnahmen für die Legalbewährung im ersten Jahr nach der Entlassung hatten. Im quantitativen Teil wurde anhand einer Aktenuntersuchung der Bundeszentralregisterauszüge und der VG-Formblätter der JVAen in Hessen die Rückfälligkeit in den ersten drei Jahren nach der Entlassung analysiert.

Verbesserung des Umgangs mit psychisch auffälligen Gefangenen - Expertenkommission

Nach den Vorfällen in verschiedenen Vollzugsanstalten in Baden-Württemberg - u.a. war ein Inhaftierter an Unterernährung verstorben - wurde von Justizminister Rainer Stickelberger eine Expertenkommission eingesetzt. Diese hat am 11. Mai 2015 ihren Zwischenbericht mit konkreten Empfehlungen zur Verbesserung der Betreuung und Versorgung von psychisch auffälligen Gefangenen der Öffentlichkeit vorgelegt. U.a. wird die personelle Aufstockung von medizinischem Personal, aber auch des allgemeinen Vollzugsdienstes gefordert.

Das Knast-Dilemma, Bernd Maelicke

In seinem Buch führt Bernd Maelicke aus, dass die Gefängnisse weiterhin die Schulen des Verbrechens seien - trotz aller Reformen. Maelicke positioniert sich seit Jahren entschieden als Gegner populärer Forderungen nach größerer Härte im Umgang mit Straftätern. Auf Basis langjähriger Erfahrungen, u.a. als Abteilungsleiter im Justizministerium in Kiel, und zahlreicher biografischer Fallbeispiele zeigt er das dramatische Missverständnis im deutschen Strafvollzug: das Gefängnis resozialisiert nicht, dagegen dominieren die subkulturellen Einflüsse.

Knast als Investition für Pensionsfonds

In Sachsen-Anhalt wird die Justizvollzugsanstalt Burg in Public-Privat-Partnership (PPP) betrieben. Die Betreiber "Projektgesellschaft Burg GmbH" - ein Konsortium um die Firmen Bilfinger Berger und Kötter - haben die Anstalt 2009 fertig gestellt. Das Land mietet diese zu festen Vertragskonditionen. Ursprünglich sollte dieses Verfahren um 12% günstiger sein, als wenn das Land selber Bauherr und Betreiber gewesen wäre. Diese Berechnung hat sich in den letzten Jahren nicht realisiert. Es sollen in den ersten drei Betriebsjahren schon 3,74 Millionen mehr gezahlt worden sein, als geplant war. Der Landesrechnungshof hat in seinem Bericht 2012 erhebliche finanzielle Mehrbelastungen festgestellt, die bei weiterem Anstieg am Ende 42,5 Millionen teurer wären als geplant. In einer Recherche hat die Zeitung "Die Welt" versucht zu ermitteln, wem die Rendite der Investoren von ca. 5% zu gute kommen. Dabei trafen sich die Journalisten u.a. mit Pensionären in Birmingham, die überrascht feststellten, dass sie "Miteigner" einer JVA in Deutschland seien. Sie haben während ihrer beruflichen Tätigkeit bei der British Telecom einen bestimmten Prozentsatz zur Altersvorsorge angelegt. Dieser Rentenfond legt das Geld breit gestreut an, u.a. auch in die Investmentfirma M&G Investments in London.

Vier Tage Ewigkeit - als Journalist in der JVA

Der Journalist Toni Schmitt (die tageszeitung) hat sich für vier Tage in der JVA Oldenburg einschließen lassen. Diese Aktion war zwar transparent gegenüber Mitarbeitenden und Inhaftierten, aber doch für seine Recherche interessant und ermöglichte ein Blick aus "betroffener" Sicht in den Strafvollzug. Die JVA Oldenburg gilt als "konsequent und liberal", so umschreibt es Anstaltsleiter Gerd Koop. Es bringe nichts, wenn wir Gefangene 23 Stunden am Tag wegsperren. "Wir fördern die Häftlinge, wir fordern aber auch viel - besonders mit Blick auf Selbstverantwortung", führt er weiter aus.

Film BEYOND PUNISHMENT

Der Kino-Dokumentarfilm "Beyond Punishment" wird am 22.01.2015 in Saarbrücken uraufgeführt. Der Kinostart ist später im Juni 2015. Inhaltlich geht es um "drei Männer, die getötet haben, und drei Familien, die jemanden verloren haben. In der üblichen Vorstellung von Schuld und Strafe ergibt das drei, die bestraft werden, und drei, die vergessen sollen. Unvorstellbar, dass sich beide Seiten annähern. 'Beyond Punishment' dokumentiert diesen mutigen und emotionalen Schritt".
Bild: © S.U.M.O. Filmproduktion "Beyond Punishment" (2014)

Strafvollzugsgesetz in Nordrhein-Westfalen verabschiedet

Das "Gesetz zur Regelung des Vollzuges der Freiheitsstrafe und zur Änderung des Jugendstrafvollzugsgesetzes in Nordrhein-Westfalen" wurde am 18.12.2014 in 3. Lesung mit den Stimmen der Fraktionen von SPD und GRÜNEN gegen die Stimmen der Fraktionen von CDU, FDP und PIRATEN verabschiedet.

Resozialisierung- Worauf es nach der Entlassung aus dem Gefängnis ankommt

Betreuungsangebote für ehemalige Häftlinge sind selten. Egal ob Behördengang, Wohnungs- oder Jobsuche: Viele fühlen sich allein gelassen, sind überfordert und werden deshalb wieder rückfällig. Experten fordern eine ganzheitliche Resozialisierung, die nicht am Gefängnistor endet.
Der "Deutschlandfunk" beschäftigt sich am 17.11.2014 mit Fragen der Resozialisierung und beschreibt einen Fall: Bernhard ist 66 Jahre alt. Von diesen 66 Jahren saß er mehr als die Hälfte im Gefängnis. Ein sogenannter Drehtürgefangener. Raus aus dem Gefängnis und gleich wieder rein.

878 Tage ohne Papa

Wenn ein Elternteil inhaftiert wird, hat das auch Auswirkungen auf die zurückbleibenden Kinder. Es wird geschätzt, dass 100.000 Kinder in Deutschland davon betroffen sind, dass Vater oder Mutter im Gefängnis einsitzen. In einer von der EU finanzierten Studie wurden rund 700 Kinder inhaftierter Eltern in Deutschland, Schweden, Rumänien und England befragt. Die Experten fanden heraus, dass die lange Trennung von einem Elternteil vielen Kindern langfristig schadet.

JVA Offenburg jetzt wieder staatlich

Die Justizvollzugsanstalt in Offenburg ist seit Juni 2014 wieder vollständig in staatlichen Händen. Das Vorhaben der Teilprivatisierung des Offenburger Gefängnisses wurde damit beendet. Die Anstalt wird nach dem Willen der grün-roten Landesregierung wieder vollständig staatlich betrieben. Rund ein Drittel der gut 100 Mitarbeiter/innen des privaten Sicherheitsdienstes Kötter wurden in den staatlichen Dienst übernommen.

JVA Offenburg ist wieder staatlich - Modellprojekt beendet

Die JVA Offenburg wird seit dem 01.06.14 nicht mehr teilprivatisiert betrieben, sondern fällt an den Staat zurück. Die schwarz-gelbe Landesregierung in Baden-Württemberg hatte 2005 dies als Modell für die Zukunft gesehen. Die neue GRÜNE/SPD-Landesregierung hat diesen Prozess 2011 rückgängig gemacht.

Strafvollzugsgesetz NRW - in der Anhörung im Landtag

Die NRW-Landesregierung hat dem Landtag einen Gesetzentwurf für den Strafvollzug in Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Als oberstes Ziel gibt sie dabei an, Gefangene für die Zeit nach dem Gefängnis zu einem Leben ohne Straftaten zu befähigen. Dies sei der beste Opferschutz, betonten die regierungstragenden Fraktionen von SPD und GRÜNE bei der ersten Lesung im Plenum. Die Oppositionen hingegen regt Verbesserungsvorschläge an. Seit der Föderalismusreform im Jahr 2006 haben die Länder die Möglichkeit den Strafvollzug eigenständig regeln. Das Land NRW ist eines der letzten Länder das ein Strafvollzugsgesetz umsetzt.

Deutscher Präventionstag: Workshop Übergangsmanagement

Auf dem 19. Deutschen Präventionstag (DPT) wurde vom DBH-Fachverband organisiert der Workshop "Übergangsmanagement zwischen Strafvollzug und Nachbetreuung" angeboten. Er fand am 12.05.2014 in der Stadthalle Karlsruhe statt.
Die folgenden Themenschwerpunkten wurden dabei behandelt:
- Übergangsmanagement im Strafvollzug: Anwendungsfelder – Schwerpunkte
- Problemfelder bei der Kooperation der beteiligten Dienste,
- Wer ist dran? Welche Kooperationen sind für ein gelingendes Übergangsmanagement notwendig?
- Gelingendes Übergangsmanagement im Netzwerk
- Entlassungsmanagement.

Strafvollzug - Zu Verbrechern gemacht

In deutschen Gefängnissen sitzen zu viele, die da gar nicht hingehören – in einem Gespräch mit dem Strafrechtsexperten Bernd Maelicke interviewen ihn ZEIT-Journalisten für das Zeitmagazin Nr.11 vom 06.03.2014.
Bernd Maelicke war 15 Jahre Leiter der Strafvollzugsabteilung im Schleswig-Holsteinischem Justizministerium. Er berichtet in diesem Interview über seine Erlebnisse, Einstellungen und beruflichen und persönlichen Erfahrungen.

Das Familienhaus Engelsborg - Verantwortung für die Kinder Inhaftierter

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe hat gemeinsam mit dem Verein Chance e.V. Münster und dem Paritätischen Landesverband NRW eine deutsche Ausgabe des zuerst in Dänemark erschienenen Buches veröffentlicht. Die Herausgeber erhoffen sich, dass damit auch in Deutschland der Blick für einen familiensensiblen Strafvollzug geweitet wird. Das Familienhaus zeigt beispielhaft wie den betroffenen Kindern und Eltern sehr wirksam geholfen werden kann und trotzdem Verbrechen angemessen geahndet werden können.

Schulungen zur Alphabetisierung durch das Projekt RAUS

Sensibilisierende Schulungen zur Alphabetisierung werden vor Ort (auf Anfrage) für Fachkräfte aus den Bereichen Strafvollzug, Straffälligenhilfe, Übergangsmanagement, Wirtschaft, Lehrkräfte, Ausbilder, Justizbeamte, Ehrenamtliche etc. angeboten. Das Projekt RAUS führt kostenlose Infoveranstaltungen und Schulungen für Multiplikatoren durch.
Diese sind mit folgender Zielsetzung verbunden: In der Veranstaltung erfahren die Teilnehmenden, wie Sie Betroffene erkennen und fördern können und welche Unterstützungsangebote existieren.

Justizminister Schöneburg (Brandenburg) tritt zurück

Der Brandenburgische Justizminister Volker Schöneburg ist am 14.12.13 zurückgetreten. Ihm wurde Amtsmissbrauch vorgeworfen.
Der Justizminister hat die von der Gefängnisleitung geplante Verlegung eines verurteilten Sexualstraftäters aus der JVA Brandenburg/Havel in die JVA Cottbus kurzfristig verhindert. Das ist im Kompetenzbereich eines Minister, wurde von ihm aber erstmals umgesetzt. Die Entscheidung traf er gegen das Votum der zuständigen Fachabteilung im Justizministerium. Foto: © MdJ Presse

Startpunkt erhält Präventionspreis

Am 06. November 2013 wurde das Team Startpunkt mit dem zweiten Preis des diesjährigen Präventionspreises der Landeskommission Berlin gegen Gewalt im Berliner Rathaus geehrt!
Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt hat in diesem Jahr zum 14. Mal den Berliner Präventionspreis ausgelobt. Mit der Verleihung dieses Preises will das zentrale Präventionsgremium des Landes Berlin besondere Leistungen im Bereich der Gewalt- und Kriminalitätsprävention würdigen und unterstützen.

The Woolf Within - Film über Täter-Opfer-Ausgleich im Gefängnis

"The Woolf Within"- ist ein Kurz-Film über einen Täter-Opfer-Ausgleich, der in einem britischen Gefängnis stattfindet. Die Begegnung des Täters und des Opfers verändert deren Leben entscheidend.
Peter Woolf ist ein massiver Wiederholungs-Täter. Nach eigenen Angaben hat er mindestens 20.000 Verbrechen verübt. 2002 bricht er in ein Haus ein, kämpft mit dem Opfer - dem Hausbesitzer - und landet danach wieder im Gefängnis. Doch diesmal ist es anders als sonst nach seinen Straftaten: der Täter kommt mit seinem Opfer, Will Riley, zu einem Täter-Opfer Ausgleich im Gefängnis in London zusammen.

Wallensteins Tod vom Gefängnistheater aufBruch

„Wallensteins Tod“ ist die Fortsetzung der mit „Wallensteins Lager“ in der JVA Tegel vom Gefängnistheater aufBruch begonnenen Doppeltheaterproduktion „Wallenstein“ von Friedrich Schiller. Die Inszenierung führte das Publikum in die Räumlichkeiten des früheren Casinos des Flughafengebäudes Tempelhof. Es spielte ein gemischtes Ensemble aus Ex-Inhaftierten und Freigängern Berliner Vollzugsanstalten sowie Schauspielern und Berliner Bürgern.
Foto: aufBruch/Go2Know

Entscheidung des Bundesgerichtshof: Schadensersatz wegen nachträglich verlängerter Sicherungsverwahrung

Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe hat am 19.09.2013 auf der Grundlage der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass das Land Baden-Württemberg vier Straftätern Schadensersatz wegen nachträglich verlängerter Sicherungsverwahrung zahlen muss. Die Entschädigungen belaufen sich auf 49.000 € und 73.000 €. Weitere Entschädigungen von Betroffenen werden nun auch in anderen Bundesländern eingeklagt werden können. (Foto-Quelle: Bundesgerichtshof)

Die Nationale Stelle zur Verhütung von Folter

Als neue Mitglieder der nationalen Stelle wurden Dr. Helmut Roos - ehemals Hessisches Ministerium der Justiz, Abteilungsleiter Strafvollzug - und Michael Thewalt - bis 2011 Leiter der JVA Köln - berufen.
Die nationele Stelle zur Verhütung von Folter ist eine unabhängige Einrichtung zur Prävention von Folter und Misshandlung in Deutschland. Die Nationale Stelle vereint unter ihrem Dach die Bundesstelle zur Verhütung von Folter und die Länderkommission zur Verhütung von Folter. Ihre Einrichtung beruht auf dem Zusatzprotokoll zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe.

LOTSE – Info 74 online erschienen

Der aktuell ausnahmsweise nur online erschienene LOTSE-Info 74 für ehrenamtlich Engagierte in der Straffälligenhilfe befasst sich in seinem Schwerpunktthema mit der längst überfälligen gesetzlichen Regelung des Jugendarrestes in Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus wird über die Entwicklung der Inhaftiertenzahlen in NRW berichtet, die weiter rückläufig sind. Weitere Themen sind: Psychiatriediskussion, Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetz, Haftentschädigung bei Wiederaufnahmeverfahren und Bericht eines ehrenamtlichen Betreuers.

Sicherungsverwahrung – neue gesetzliche Regelung in Kraft - Baufortschritt der Bundesländer

Die Bundesländer haben die Anforderungen zur Neuregelung der Sicherungsverwahrung nach eigenen Angaben umgesetzt. In einigen Ländern sind Übergangslösungen geschaffen worden, da die Umbauarbeiten nicht so schnell erfolgen konnten.
Die Regelungen zur Sicherungsverwahrung mussten neu geschaffen werden, dazu bestand eine Frist bis zum 31.05.2013.
Im Folgenden werden die Neu- und Umbauten der Bundesländer aufgeführt.

Kritische Schwachstelle in Industrieanlagen und auch in einer JVA

Hunderte Industrieanlagen in Deutschland sind unzureichend vor Hackerangriffen geschützt. Die Internetsicherheitsexperten von Heise-Security entdeckten unter anderem Fernwärmekraftwerke, bedeutende Rechenzentren, eine Justizvollzugsanstalt und ein Stadion, deren Industriesteuerungen sorglos mit dem Internet verbunden waren. Bei der JVA soll es sich um die Justizvollzugsanstalt in Gießen (Hessen) handeln. Die Spezialisten hätten sich durch eine einfache Sicherheitslücke als Techniker anmelden und die Kontrolle übernehmen können.

Neonazis in Gefängnissen

Von Inhaftierten in hessischen Gefängnissen soll es Versuche gegeben haben, bundesweit ein rechtsextremes Netzwerk zwischen Gefangenen aufzubauen. Die Neonazis sollen auch versucht haben, Kontakt zum Umfeld des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) aufzunehmen. Im hessischen Landtag fand am 25.04.13 eine Anhörung statt.

Fußwaschung bei Inhaftierten durch Papst Franziskus

Die Botschaft, wie Papst Franziskus vor jugendlichen Gefängnisinsassen kniete und jedem einzelnen die Füße wusch, abtrocknete und küsste, mag bisher die stärkste seiner bisherigen Amtszeit sein: seine Hinwendung zu den „Ausgestoßenen“ der Gesellschaft.
Es ist das erste Mal, dass eine wichtige päpstliche Liturgie an einem so profanen Ort wie einem Gefängnis stattfindet. Die Zeremonie fand im Jugendgefängnis "Casal del Marmo" in Rom statt.

Von der Kopflosigkeit im Umgang mit verurteilten Straftätern - Bestrafen und heucheln

Thomas Galli schreibt in der Tageszeitung "taz" über Strafverschärfungen, horrende Kosten für Therapien, die Ausdruck eines täterzentrierten Denkens sind. An die Opfer wird wenig gedacht. Er ist von Beruf Kriminologe und Psychologe und arbeitet als Abteilungsleiter in der JVA Straubing. In einem weiteren Artikel "Von der Kopflosigkeit im Umgang mit verurteilten Straftätern" nimmt er kritisch Stellung zu den neuen gesetzlichen Regelungen der Sicherungsverwahrung.

Leben nach dem Knast

Klaus Witt war schon als Kind kriminell. 30 Jahre hat er im Gefängnis gesessen. In der Freiheit muss er damit zurechtkommen, dass er allein ist. Er wurde 2012 aus der Sicherungsverwahrung entlassen und beschreibt in einem Interview der Tageszeitung (taz) seine Lebenssituation, seine Einstellung und mangelnden Perspektiven.

40 Jahre Theater hinter Gittern

Seit 40 Jahren bietet das Projekt „Theater hinter Gittern“ den Inhaftierten der hessischen Justizvollzugsanstalten Kulturveranstaltungen verschiedenster Art an. So werden Theaterstücke, Musikdarbietungen, Lesungen und Kleinkunst aufgeführt - 52 im vergangenen Jahr. In den vergangenen 40 Jahren fanden 460 Veranstaltungen statt. Der Verein zur Förderung der Bewährungshilfe in Hessen organisiert diese Auftritte von Künstlern, die dafür keine Gage erhalten. Ziel ist es, den Inhaftierten eine Abwechslung vom Leben in der Anstalt zu bieten und sie mit Themen der allgemeinen Lebensverhältnissen anzuregen.

Köln: Theater zur Sicherungsverwahrung

Die Praxis des Maßregelvollzugs und der Sicherungsverwahrung unterzieht das "Freie Werkstatt Theater" in Köln einer kritischen Kontrolle. Spannend und informativ werden die Zuschauer durch verschiedene Stationen geführt.

Viktimisierungserfahrungen im Justizvollzug - KFN-Untersuchung

Laut einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen (KFN), die am 16.08.12 veröffentlicht wurde, gaben mehr als ein Viertel aller befragten Männer und Frauen an, in den vier Wochen vor der Befragung Opfer von Übergriffen geworden zu sein.
"Es geht von der psychischen Gewalt, Mobbing, bis hin zur Vergewaltigung und Fast-totgeschlagen-werden", sagt der Leiter des Institutes und Mitautor der Studie, Christian Pfeiffer. "Sehr oft geht es unter den Häftlingen schlicht darum, die eigene angeschlagene Identität zu stabilisieren, indem man sich zum King aufschwingt und andere unterdrückt." Besonders schlimm sei die Situation unter Jugendlichen: Hier habe fast die Hälfte von Gewalterfahrungen berichtet.

Kooperationsvereinbarung zum Übergangsmanagement für Strafgefangene und Haftentlassene in Nordrhein-Westfalen

Bundesweite Studien zeigen, dass knapp die Hälfte der erwachsenen Haftentlassenen binnen drei Jahren nach der Haft wieder straffällig werden. Jeder Vierte wird erneut inhaftiert. Besonders auffällig ist, dass in den ersten 6 Monaten nach Verbüßung einer Freiheits- oder Jugendstrafe besonders hohe Rückfallrisiken bestehen. Da bei dieser wichtigen Präventionsaufgabe die berufliche Wiedereingliederung eine zentrale Rolle spielt, haben das Justizministerium und die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.

"Das Schlimmste am Gefängnis ist die Entlassung!"

Justizministerium NRW und Bundesagentur für Arbeit vereinbarten eine verbindliche Kooperation bei der beruflichen Wiedereingliederung von Gefangenen und Haftentlassenen. Der zunehmende Fachkräftebedarf der Wirtschaft, rückt auch Haftentlassene stärker in das Blickfeld des Arbeitsmarktes und erhöht die Chancen zur Wiedereingliederung.

Bericht des Justizvollzugsbeauftragten des Landes NRW 2011

Der Justizvollzugsbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Michael Walter, hat den Tätigkeitsbericht 2011 vorgelegt. Dabei wird u.a. über Erfahrungen mit dem Täter-Opfer-Ausgleich im deutschen und belgischen Strafvollzug berichtet, die in einem Workshop vorgetragen wurden.

Aus dem Knast ins Entlassungsloch

Von einem "Wettbewerb der Schäbigkeit" ist bisweilen die Rede, wenn es um den deutschen Strafvollzug geht. Das mag übertrieben sein, doch von einheitlichen Qualitätsstandards ist die Bundesrepublik weit entfernt. Insbesondere die Resozialisierung krankt - weil sie sich auf die Zeit im Knast konzentriert anstatt auf die Freiheit danach. Prof. Dr. Bernd Maelicke hat in einem Aufsatz in der Süddeutschen Zeitung gravierende Veränderungen gefordert.

Kain und Abel - Aufführung des Gefängnistheaters Aufbruch

Das Gefangenenensemble von aufBruch in Berlin widmet sich im Sommer 2012 auf dem Freistundenhof der JVA Tegel einem Fall aus dem Alten Testament: dem Brudermord von Kain an Abel. Aufführungen sind im Juni und Juli. Theaterkarten können bei der Volksbühne Berlin bestellt werden.
(Foto: Thomas Aurin, Gefängnistheater Aufbruch)

Documenta 13 in Kassel - Knast-Hotel

Anlässlich der Kunstausstellung "Documenta 13" in Kassel wurde das ehemalige Gefängnis "Elwe" in ein Hotel umgebaut. In den Mauern des um 1875 erbauten, ehemaligen Untersuchungsgefängnisses wurden 100 Zellen als Hotelzimmer und die Innenhöfe zu Restaurants umgewandelt.

Nicht die Kinder strafen! Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe fordert einen familiensensiblen Strafvollzug

Kinder inhaftierter Eltern werden hart bestraft, wenn sie keine Möglichkeit erhalten, den Kontakt zum inhaftierten Elternteil angemessen aufrecht zu erhalten. Der Strafvollzug in Deutschland aber ist alles andere als familien- oder kinderfreundlich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe (BAG-S) fordert deswegen einen familiensensiblen Strafvollzug in einer Stellungnahme.

Atmen - Film von Karl Markovics

Der Film handelt von dem neunzehnjährigen Roman Kogler, der kurz vor seiner möglichen vorzeitigen Haftentlassung aus der Jugendstrafanstalt (in Österreich) steht. Doch der Jugendliche hat schlechte Karten. Er ist verschlossen, einzelgängerisch, ohne familiären Anschluss und erscheint für eine Resozialisierung unfähig. Ausgerechnet der Freigängerjob bei einem Bestattungsunternehmen führt Roman über den Umweg Tod zurück ins Leben.
Foto: © epo-Film / Petro Domenigg/FILMSTILLS.AT

Integrationsvereinbarung für Strafgefangene in Hessen unterschrieben

Die hessischen Minister Jörg-Uwe Hahn (Justiz) und Stefan Grüttner (Soziales) haben eine Integrationsvereinbarung für Strafgefangene unterschrieben. Sie formulieren darin die gemeinsame Aufgabe: "Strafentlassene brauchen Arbeit - Wer seine Strafe verbüßt hat, muss eine neue Chance haben". Die Vereinbarung wurde außerdem unterschrieben von der Regionaldirektion der Bundesanstalt für Arbeit, dem Hessischen Städtetag, dem Hessischen Landkreistag, dem Landeswohlfahrtsverband und dem Landeszusammenschluss für Straffälligenhilfe.

Zehn Bundesländer legen einen Entwurf für ein Landesstrafvollzugsgesetz vor

In Zusammenarbeit der Bundesländern haben Berlin, Bremen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen nach 1 ½-jährigen Beratungen den Musterentwurf für ein einheitliches Strafvollzugsgesetz vorgelegt.
Der Entwurf unter Federführung von Berlin und Thüringen ist die Basis für die weitere Gesetzgebungsarbeit in den beteiligten Ländern. Der gemeinsame Entwurf soll nun zeitnah in die jeweilige Landesgesetzgebung übernommen werden. Durch die Föderalismusreform war die Gesetzgebungskompetenz für den Strafvollzug vom Bund auf die Länder übergegangen.
Die Länder haben in weiterer Zusammenarbeit geplant alle Strafvollzugsgesetze (Jugend, U-Haft und Erwachsene) zu einem einzigen Justizvollzugsgesetzbuch des jeweiligen Landes zusammenzuführen. Dort soll auch eine Regelung des Datenschutzes für den gesamten Justizvollzug, die Sozialen Dienste und die Führungsaufsichtsstellen der Justiz erfolgen.

DBH unterstützt Menschenrechtsorganisationen bei der Forderung nach Rente für Gefangene

Der DBH-Fachverband hat die Petition des Grundrechtekomitees für die Einbeziehung der Gefangenen in die Rentenversicherung unterschrieben. Die Unterschriftenliste wurde nunmehr dem Petitionsausschuss des Bundestages übergeben: "1.598 Unterschriften an Petitionsausschuss überreicht. Menschenrechts- und kritische Strafvollzugsorganisationen haben am 20.07.2011 in Berlin 1.598 Unterschriften an den Petitionsausschuss des Bundestages übergeben."

Justizminister Rainer Stickelberger zur Privatisierung (Baden-Württemberg)

Der neue Justizminister des Landes, Rainer Stickelberger (60), hat sich in einem Interview mit den Folgen der Privatisierung im Bereich der Justizvollzugsanstalten und der Bewährungshilfe befasst. Die (Teil-)Privatisierung der JVA Offenburg soll zurückgenommen werden. Zur Bewährungshilfe führt er aus, dass diese in der alten Form nicht funktioniert hat. "Da gab es zu wenig Struktur, zu wenig Führung. Wir könnten also überhaupt nicht zur alten Form zurückkehren, wenn der zeitlich befristete Vertrag mit der Firma Neustart ausläuft." Es soll nun das Modell "ergebnisoffen" geprüft werden.

Jugendgerichtshilfebarometer

Das Deutsche Jugendinstitut hat die Untersuchung "Das Jugendgerichtshilfebarometer - Empirische Befunde zur Jugendhilfe im Strafverfahren in Deutschland" veröffentlicht. In der Frage 16 wird die nicht sehr zufriedenstellende Kooperation mit den Haftanstalten festgestellt. Dies wird von den Autoren durch die "möglicherweise häufig sehr große räumliche Distanz zum Jugendstrafvollzug" erklärt. Dies erschwere "nicht nur Kontakte zum inhaftierten jungen Menschen, sondern auch eine Beteiligung an der Vollzugsplanung und dem Implementieren eines Übergangsmanagements."

Gewalt und Suizid im Jugendstrafvollzug – Forschungsprojekt

Das Forschungsprojekt „Gewalt und Suizid im Jugendstrafvollzug – Phänomen, Ursachen, Prävention“ des Instituts für Kriminologie der Universität zu Köln befasst sich mit dem Entstehungsprozess von Gewalt und Suizid im Jugendstrafvollzug. In einer prospektiven Längsschnittstudie werden Jugendliche und junge Erwachsene in Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen und Thüringen anhand eines Fragebogens zu vier Messzeitpunkten befragt, um den Anpassungsprozess an die Strafanstalt zu untersuchen. Die Kontrollgruppe soll aus Probanden der Bewährungshilfe gebildet werden.

Prof. Dr. Michael Walter zum Justizvollzugsbeauftragten des Landes NRW berufen

Das Justizministerium in Nordrhein-Westfalen hat Professor Dr. Michael Walter als "Justizvollzugsbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen" berufen. Professor Dr. Walter wird ab dem 01.01.2011 das Justizministerium in grundsätzlichen Angelegenheiten des Justizvollzugs als unabhängiger Berater unterstützen.

Wegsperren für immer? - Sicherungsverwahrung in der JVA Tegel

Ein Reporter von RBB verbrachte eine Woche unter Sicherungsverwahrten. Der Filmbericht wurde am 07.11.10 erstmals im Ersten ausgestrahlt. Der Film kann jetzt über die Mediathek nachträglich angesehen werden. In der JVA Tegel sind 38 Sicherungsverwahrte untergebracht.
Wie sieht der Alltag in der Sicherungsverwahrung aus? Warum verstößt diese Unterbringung nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegen Menschenrechte? Befragt und begleitet werden Justizvollzugsbeamte, Therapeuten und vor allem Sicherungsverwahrte, die offen vor der Kamera über ihre Straftaten und ihre Situation reden.

Fußfessel für entlassene Straftäter in Baden-Württemberg

Bei 75 Inhaftierten in Baden-Württemberg, wird die elektronische Fußfessel erprobt. Zum 01. Oktober 2010 soll diese im regionalen Umfeld bestimmter Justizvollzugsanstalten angewendet werden. Es soll sich ausschließlich um Geldstrafenschuldner handeln, die dadurch eine verkürzte Haftzeit erhalten. Das Modellprojekt ist auf ein Jahr begrenzt. Die technische Ausstattung erfolgt durch die Fa. Total Walther, die mit der Fa. Elmotech aus Israel zusammenarbeitet. Die psychosoziale Betreuung übernimmt Neustart, die für die Durchführung eine eigene Gesellschaft gründen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch das Max-Planck-Institut in Freiburg.

DBH-Projekt: Übergangsmanagement für junge Menschen vom Jugendstrafvollzug in ein eigenständiges Leben - Problemfelder und beispielhafte Ansätze

Am 01.10.2009 startete in Trägerschaft des DBH-Fachverbands ein Projekt zum Übergangsmanagement vom Jugendstrafvollzug in den Arbeitsmarkt und in ein eigenständiges Leben. Im Mittelpunkt des dreijährigen, von der Aktion Mensch und der Robert Bosch Stiftung geförderten, Vorhabens stehen der Know-how-Transfer beispielhafter Ansätze durch ihre Präsentation in einer Praxisdatenbank und einen gezielten Fachaustausch in Workshops und auf Fachtagungen. Außerdem sollen Problemfelder des Übergangsmanagements für jugendliche Haftentlassene im gesamten Bundesgebiet benannt werden.

Strafvollzug - "Aus Politik und Zeitgeschichte"

Die Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" - Beilage der Zeitung "Das Parlament" - widmet sich in der Ausgabe Nr. 7/2010 vom 15.02.10 dem Thema Strafvollzug.
Es schreiben darin:
- Vom Sinn des Strafens - Essay (Winfried Hassemer)
- Strafvollzug in Deutschland - rechtstatsächliche Befunde (Frieder Dünkel)
- Strafvollzug oder Haftvermeidung - was rechnet sich? (Horst Entorf)
- Jugendstrafvollzug (Philipp Walkenhorst)
- Psychiatrische Maßregelbehandlung (Georg Stolpmann)
- Gefangenensubkulturen (Klaus Laubenthal)
- Minoritäten im Strafvollzug (Joachim Walter)

Russland will den Strafvollzug grundlegend reformieren

Russland will seinen Strafvollzug von Grund auf erneuern und damit Haftbedingungen abschaffen, wie sie seit den stalinistischen Zeiten herrschen. Das teilte der russische Justizminister in Moskau mit. Der derzeitige Strafvollzug, "der noch auf Stalins Konzentrationslager zurückgeht", solle durch ein milderes System abgelöst werden. Der russischer Staatspräsident bestärkte die angekündigte Reform des Strafvollzugssystems.

Roman Polanski: mit elektronischer Fußfessel in die Freiheit

Der Starregisseur Roman Polanski wurde unter Auflagen aus der Auslieferungshaft in der Schweiz entlassen. Neben der Zahlung einer Kaution in Höhe von drei Millionen Euro verpflichtet er sich die elektronische Fußfessel zu tragen. Er hat sich in seinem Schweizer Ferienhaus aufzuhalten.

Podknast - Botschaften aus dem Gefängnis

Auf der Internetseite "Podknast.de" werden Videosequenzen, die über den Gefängnisalltag berichten, dargestellt. Sie ist ein Justiz-Online-Projekt des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen. Es soll die Inhaftierten dazu anregen sich über das eigene Verhalten auseinander zu setzen und gefährdete Jugendliche aufzuklären. Deshalb gehören zur Zielgruppe auch Bewährungshelfer, Lehrer, Mitarbeiter aus Jugendhilfe und Drogenberatung.

Knast sind immer die anderen - Kunstausstellung der NGBK in Berlin

„Knast" – das sind in der öffentlichen Rezeption vornehmlich "die anderen": ein Phänomen, eine Wirklichkeit, die einen nicht zu betreffen scheint. Die Ausstellung versucht die künstlerische Annäherung an dieses zunehmend ins Abseits gedrängte System, das kontinuierlicher, aber wenig hinterfragter Teil gesellschaftlichen Funktionierens ist.

Erneute Folterübergriffe in einer Jugendstrafanstalt - diesmal in Sachsen

Das Justizministeriumin Sachsen hat einen Bericht der Zeitschrift "Focus" bestätigt, nach dem in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen bei Leipzig schon vor etwa einem Jahr ein damals 18 Jahre alter Inhaftierter von zwei Mitgefangenen gefoltert und fast getötet worden sein soll. Gegen die beiden mutmaßlichen Täter ist wegen versuchten Mordes Anklage erhoben worden.

Elektronische Fußfessel in Baden-Württemberg zur Haftvermeidung

Der Ministerrat in Baden-Württemberg hat nach Abschluss des Anhörungsverfahrens am 23. Juni 2009 einen Gesetzentwurf des Justizministeriums über die elektronische Aufsicht im Vollzug der Freiheitsstrafe und dessen Einbringung in den Landtag beschlossen. Mit der ersten Lesung im Landtag ist noch vor der Sommerpause zu rechnen.

Vorbereitung auf ein Leben ohne Straftaten

Im Rahmen eines Modellprojektes sind in den Vollzugsanstalten in Niedersachsen vier Handlungsfelder erarbeitet worden, mit denen die für die Entlassung relevanten Daten abgefragt und überprüft werden sollen. Dabei gehe es darum, ob Personalpapiere vorhanden sind, welche Kontakte der Inhaftierte privat, zur Arbeitsverwaltung oder zur Bewährungshilfe hat und ob gegebenenfalls Suchtprobleme bestehen. In individuell festzulegenden Einzel- oder Gruppenmaßnahmen würden dann die erkannten Problemfelder aufgearbeitet.

Tour de France der Resozialisierung

Etwa 200 Inhaftierte werden im Juni 2009 auf Räder steigen und eine eigene Tour de France bestreiten. Begleitet werden sie auf den 2.300 Kilometern von 124 Aufsehern und Sport-Anleitern, die ebenfalls Rad fahren. "Dieses Projekt soll den Männern dabei helfen, sich mit Werten wie Fleiß, Teamwork und Selbstwertgefühl wieder in die Gesellschaft zu integrieren", sagt die Gefängnisdirektorin.

JVA Offenburg ist fertig gestellt

In Baden-Württemberg wird die JVA Offenburg mit 500 Haftplätzen ab Juni belegt. Davon sollen 60 Plätze für die Sozialtherapie reserviert werden. Die JVA wird teilprivatisiert betrieben.

JVA Burg wird eröffnet

Die ersten Häftlinge werden in die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Burg-Madel untergebracht. Das neue Gefängnis in Sachsen-Anhalt liegt an der Autobahn 2 nach Berlin. Bis Oktober sollen alle 650 Haftplätze belegt sein. Der Neubau wurde von privaten Investoren geplant und komplett mit 100 Millionen Euro finanziert. Das private Konsortium betreibt das Gefängnis im Rahmen eines PPP-Modells (Private Public Partnership) mit.

Fußfessel statt Knast

Im SWR wurde über den geplanten Modellversuch in Baden-Württemberg zur Elektronischen Fußfessel diskutiert. Es waren daran beteiligt:
Dr. Rita Haverkamp, Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht Freiburg; Dr. Susanne Müller, Richterin am Landgericht Offenburg und Mitglied der Neuen Richtervereinigung und Prof. Dr. Rüdiger Wulf, Ministerialrat, Justizministerium Baden-Württemberg.

Studie zu Langstrafenvollzug und Menschenrechte

Erste Ergebnisse einer international vergleichenden Studie zu den Lebens- und Haftbedingungen von Gefangenen mit langen Freiheitsstrafen von Prof. Dr. Frieder Dünkel, Universität Greifswald, Lehrstuhl für Kriminologie und weiteren Mitarbeiterinnen der Hochschule. Selbstmordversuche, Drogenkonsum und Vergewaltigungen sind irritierend häufig. Im europaweiten Vergleich schneiden deutsche Gefängnisse schlecht ab.

88 Prozent der Inhaftierten leiden an psychischen Erkrankungen

Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine Untersuchung in der JVA Bielefeld - Brackwede I. Die Daten wurden durch ein Forscherteam des Aachener Uniklinikums und des Bielefelder Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin gesammelt.

Vollzug im Wandel:

Vor 40 Jahren wurde das neue Gefängis in Köln eröffnet und hat damit die bisherige Anstalt ersetzt, die in der Innenstadt lag. Den Namen Klingelpütz hat sie aber mitgenommen. In einem Interview beschrieben 2 Langzeitinhaftierte ihre früheren und heutigen Erfahrungen.

Misshandlungen in JVA Gelsenkirchen vertuscht?

Ein Inhaftierter der JVA Gelsenkirchen wurde von seinen Mithäftlingen im März 2008 gequält, missbraucht und zum Selbstmord aufgefordert. Der SPD-Landtagsabgeordnete Frank Sichau wirft dem Justizministerium vor, den Fall vertuschen zu wollen. Nach den Vorfällen in Siegburg habe dieser Vorfall "nicht in die Landschaft gepasst", führt er aus. Was im Frühjahr 2008 in der JVA Gelsenkirchen passierte, erinnert an den bundesweit Aufsehen erregenden Fall in der JVA Siegburg vom November 2006: Damals hatten drei junge Männer einen Mithäftling tagelang gequält und ihn dann zum Selbstmord gezwungen.

Lebenslangen Freiheitsstrafe - Untersuchung der KrimZ

Die jährliche Studie der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden (KrimZ) ermittelt die Dauer der Inhaftierung und die Gründe der Entlassung bei lebenslanger Freiheitsstrafe, Sicherungsverwahrung und Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
Die aktuelle Untersuchung enthält Zahlen aus dem Jahr 2006. Am 31. Mai 2006 waren 1.919 "Lebenslängliche" inhaftiert, davon wurden 40 entlassen - überwiegend Männer, wegen Mord verurteilt und fast ausschließlich Deutsche. Die Durchschnittsdauer ihrer Haftzeit betrug knapp 18 Jahre.

Die Feile im Christstollen? Persönliche Pakete verboten

Tausende Inhaftierte müssen auf Pakete zu Weihnachten verzichten. Die Strafvollzugsgesetze untersagen in Niedersachsen und Hamburg den Empfang von Päckchen mit Nahrungs- und Genussmitteln, in Bayern sogar alle persönlichen Pakete.

Rückkehr zur Resozialisierungs-Idee

Der Hamburger Strafvollzug soll der Resozialisierung von Gefangenen und ihrer Wiedereingliederung in die Gesellschaft mehr Gewicht einräumen als bisher. Das gibt das neue Hamburger Strafvollzugsgesetz vor, das zurzeit noch behördenintern abgestimmt wird. Hamburg hatte erst vor einem Jahr ein aufsehenerregendes Strafvollzugsgesetz geschaffen, dass besonders strikt ist.

Bayerns Gefängnisse sind chronisch überfüllt - die Gewalt nimmt zu.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft vier Männern vor, sie hätten im März 2006 in der Justizvollzugsanstalt Kaisheim mit 15 bis 20 Mann einen Mitgefangenen im Keller der Haftanstalt in einen Hinterhalt gelockt, um dann mit Händen und Füßen auf ihn einzuschlagen. Dem Opfer ist laut Staatsanwalt niemand zu Hilfe gekommen.

Gleichbehandlung männlicher und weiblicher Gefangener bei Telefongesprächen und beim Einkauf

Die Verfassungsbeschwerde eines Strafgefangenen, der sich gegen die Ungleichbehandlung männlicher und weiblicher Gefangener in Bezug auf Telefonate und Einkaufsmöglichkeiten wandte, war erfolgreich.

Neue Berliner Haftanstalt unter Beteiligung von privaten Unternehmen

Die neue Berliner Haftanstalt im brandenburgischen Großbeeren - am Stadtrand von Berlin - soll unter Beteiligung von privaten Unternehmen betrieben werden. Dies soll jetzt in einer Konzeptentwicklung beschrieben werden.

Erklärung des DBH-Präsidiums zum Übergangsmanagement

Das DBH-Präsidiums hat in seiner Sitzung im Juni 08 eine Erklärung zum Übergangsmanagement verabschiedet: Der DBH-Fachverband tritt für eine integrierte Arbeit zur Resozialisierung von Straffälligen ein.

Zurück in die Freiheit

Unter diesem Titel beschreibt der Kölner Stadtanzeiger die Vorbereitungen und die Entlassung eines Jugendlichen aus dem Jugendstrafvollzug in Siegburg. In der Artikelserie werden die Entlassungsvorbereitung, die Entlassung, die ersten Erfahrungen in Freiheit und die weitere Entwicklung beschrieben. Der Jugendliche wurde über einen Zeitraum von drei Monaten von einer Journatistin begleitet.

Wettbewerb der Knastmaler

Der Wettbewerb der "Knastmaler" feiert Jubiläum. Zum 10.Mal werden die besten Arbeiten von Malern im Gefängnis ausgezeichnet. 415 Häftlinge haben seit 1998 mit 873 Bildern teilgenommen. In diesem Jahr gewann das Gemälde "Der Narr" aus der Sozialtherapeutischen Anstalt Halle.

Junge Straftäter sprechen über den Alltag im Jugendarrest

Jugendliche erzählen über ihre Erfahrungen im Jugendarrest in der Arrestanstalt Düsseldorf. Die Aufnahmen können angehört und zum Beispiel für Präventionsmassnahmen eingesetzt werden.

Seelsorge - Themenschwerpunkt in der Zeitschrift Bewährungshilfe

Die Zeitschrift eröffnet einen Blick auf die Sicht evangelischer, katholischer und islamischer Seelsorge.

Evaluation des Justizvollzugs - Untersuchung von Prof. Entorf

Zwei Jahre lang hat der Frankfurter Professor Horst Entorf 1800 Häftlinge befragt. In einer Langzeitstudie hat der Ökonom Daten über die Lage in Deutschlands Gefängnissen gesammelt. Die Ergebnisse des Projekts hat Horst Entorf jetzt zusammen mit Susanne Meyer und Jochen Möbert in dem Buch „Evaluation des Justizvollzugs“ dargestellt.

JVA Hünfeld teurer als vergleichbares staatliches Gefängnis

Im Jahr 2007 kostete ein Haftplatz in der teilprivatisierten JVA Hünfeld mehr als in der vergleichbaren staatlichen Einrichtung in Darmstadt.

Weitere teilprivatisierierte Strafvollzugsanstalten in Deutschland

Neben der JVA Hünfeld, die zu Beginn des Jahres 2006 eröffnet wurde, werden in Offenburg (Baden-Württemberg) und Burg (Sachsen-Anhalt) weitere Anstalten neu gebaut, die nach einem teilprivatisiertem Modell betrieben werden sollen.

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