Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
DBH-Materialien Nr.74

40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
DBH-Materialien Nr.75

Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Von der Heroinabhängigkeit zum Alkoholproblem: Langzeituntersuchung der Psychiatrischen Universitätsklinik und der Universität Zürich

Nach den Ergebnissen der Studie sind Methadonprogramme und Langzeittherapien mit anderen Opioiden erfolgreich. Heroinabhängige konsumieren nachweislich weniger Heroin oder Kokain und zu Therapiebeginn auch weniger Alkohol. Dennoch konnten die Autoren einen deutlichen Anstieg des Alkoholkonsums seit den 1990er Jahren bei den Probanden feststellen.

Cannabis als Medizin: Bundesrat stimmt Änderung des Betäubungsmittelgesetzes zu

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Cannabisarzneimittel als Therapiealternative im Einzelfall eingesetzt werden können. Patienten könnten künftig getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte in kontrollierter Qualität auf ärztliche Verschreibung hin in Apotheken erhalten.

Zeitschrift BEWÄHRUNGSHILFE 04/16: Drogen und Straffälligenhilfe

Der Schwerpunkt der Ausgabe Heft 4/2016 beschäftigt sich mit dem Thema "Drogen und Straffälligenhilfe". Dort finden Sie u.a. Beiträge zur schweizerischen Drogenpolitik der letzten Jahre, zu sozialrechtlichen Problemen suchtkranker Straffälliger und zu den Erfordernissen der Behandlung von Drogenabhängigen im Justizvollzug und im Anschluss an eine Entlassung.

DBH-Bericht über den CEP-Kongress „Alternatives to Detention“

Vom 05. bis 07. Oktober 2016 fand in Bukarest unter Beteiligung des Justizministeriums Rumäniens und der Nationalen Direktion Bewährungshilfe der CEP-Kongress „Alternatives to Detention“ statt. Neben Plenarvorträgen bestand die Möglichkeit an mehreren Workshops zu Themen wie Haftalternativen, Radikalisierung, Drogenbehandlung, Profession Bewährungshilfe sowie Gesundheit teilzunehmen.

Buchempfehlung: Therapie mit Pädophilen? Pädophile beurteilen ihre Therapie (Michael Stiels-Glenn)

Sind pädophile Straftäter erfolgreich therapierbar? Wie bewerten sie selbst ihre psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung im Maßregelvollzug? Erstmals hat Dr. Michael Stiels-Glenn diese Fragen in einer qualitativen Studie wissenschaftlich untersucht und kommt nach vertraulichen Interviews mit 30 Patienten zu differenzierten Befunden.

Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung in Kraft getreten

Das Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung ist am 10. November 2016 in Kraft getreten. Strafbar machen sich zukünftig Personen, die sexuelle Handlungen gegen den erkennbaren Willen vornehmen oder vornehmen lassen. Nach § 177 Abs. 2 StGB werden Tathandlungen unter Strafe gestellt, bei denen das Opfer keinen entgegenstehenden Willen bilden oder äußern kann.

Ankündigung: BAG-S Bundestagung 21.-22. März 2017 in Bonn

Unter dem Motto "Resozialisierungsanspruch und Wiedereingliederungspraxis – Was hat die Föderalismusreform straffällig gewordenen Menschen gebracht?" findet die Bundestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe e. V. statt.

Zeitschrift BEWÄHRUNGSHILFE 3/16: Reclassering Nederland

Die Ausgaben Nr. 3/2016 beschäftigt sich im Schwerpunkt mit der Bewährungshilfe in den Niederlanden. Dort finden Sie u.a. folgende Beiträge:
- Die Bewährungshilfe in den Niederlanden: Eine Bestandsaufnahme
- Die Entwicklung der ambulanten Strafen in den Niederlanden unter besonderer Brücksichtigung der Arbeitsstrafe: Krisen der Bewährungshilfe
- Risikobewertung in der niederländischen Bewährungshilfe: Strukturiertes Arbeiten unterstützt professionelles Handeln
- Der Einsatz des elektronischen Monitorings in den Niederlanden
- Sexualstraftäter in der Gemeinschaft: Rückfallprävention mit COSA
- Die Auslandsabteilung der niederländischen Bewährungshilfe

DBH-Materialien Nr. 74: Dokumentation der 22. DBH-Bundestagung 2015 in Damp / Schleswig-Holstein

Die DBH-Materialien Nr.74 sind erschienen:
Der vorliegende Band dokumentiert die 22. Bundestagung des DBH-Fachverbandes zum Thema „Im Norden zu neuen Horizonten – Kriminalpolitik gestalten, Inhaftierungen vermeiden, Straffälligenhilfe ausbauen“, die im September 2015 in Damp / Schleswig-Holstein stattfand. Der vorliegende Band spiegelt aktuelle Themen der Zeit und den Stand fachpolitischer Diskussionen zu zeitlich überdauernden Fragen des (Selbst)Verständnisses der Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen und ihrer normativen, wissenschaftlichen und berufsfachlichen Grundlagen.

Zeitschrift BEWÄHRUNGSHILFE: Psychisch Auffällige

Die Ausgaben Nr. 2/2016 beschäftigt sich im Schwerpunkt mit psychisch Auffälligen. Dort finden Sie u.a. folgende Beiträge:
- Gesprächsführung und Beziehungsgestaltung mit Menschen mit
Persönlichkeitsstörungen und besonderen Persönlichkeitsstilen
- Umgang mit psychisch auffälligen Gefangenen
- Persönlichkeitsgestörte Verurteilte in England–Freiheitsstrafe oder Psychotherapie in einer Klinik
- Zur psychischen Gesundheit von männlichen Jugendlichen
und Heranwachsenden im Jugendstrafvollzug und Jugendarrest
in Deutschland
- Die Reform des Maßregelrechts nach § 63 StGB

Nachruf Leo Larisch

Von 1954 bis 1991 war Leo Larisch Bewährungshelfer in Düsseldorf. Er war einer der Pioniere beim Aufbau der Bewährungshilfe und er war der erste Bewährungshelfer in Düsseldorf...

Aktualisiert: Kriminalität und Kriminalitätskontrolle in Deutschland von Wolfgang Heinz

Mit "Kriminalität und Kriminalitätskontrolle" (KIK) wird eine Lücke im "Konstanzer Inventar" (KIS) geschlossen. In KIK stehen Auswertungen zur Struktur und Entwicklung der registrierten Kriminalität, insbesondere der Jugendkriminalität, im Mittelpunkt.

Kabinett beschließt Elektronische Akte im Strafprozess

Der von der Bundesregierung am 04. Mai 2016 vorgelegte Gesetzesentwurf sieht die Einführung der elektronischen Akte in Strafsachen ab 01. Januar 2018 mit einer Übergangszeit bis 01.Januar 2026 vor. Mit der Strafprozessordnung will die Bundesregierung nun die letzte Verfahrensordnung anpassen.

Konstruktion der Kriminalitätswirklichkeit - Prof. Nissen über Instrumentalisierung von Statistiken

Über Kriminalität in den Medien zu berichten birgt of Fallstricke und Tücken. Besonders in der Berichterstattung über die "Flüchtlingskrise" werde die Instrumentalisierung der Statistiken nach Prof. Nissen besonders deutlich.

Abschlusskonferenz und Pressemitteilung des Netzwerkes COST Action Offender Supervision in Europe

In den vergangenen vier Jahren hat sich das Netzwerk COST Action IS1106 Offender Supervision in Europe (www.offendersupervision.eu), bestehend aus über 60 führenden WissenschaftlerInnen aus 23 Staaten, mit dem "Massenphänomen" der ambulanten Strafsanktionen (Bewährungsaufsicht) auseinandergesetzt. Neben einer Bestandsaufnahme der bisherigen Forschung wurden in sechs Pilotstudien innovative Ansätze untersucht.

Baden-Württemberg: Kabinett beschließt Neuorganisation der Bewährungs- und Gerichtshilfe / Gesetzesentwurf liegt vor

Zum Jahreswechsel 2016/2017 soll eine Anstalt des öffentlichen Rechts die Aufgaben der Bewährungs- und Gerichtshilfe in Baden-Württemberg übernehmen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Kabinett am Dienstag (23. Februar 2016) zur Anhörung freigegeben. Im Juli des vergangenen Jahres hatte das Kabinett bereits entschieden, dass die Bewährungs- und Gerichtshilfe zum Ende des Jahres 2016 in staatliche Trägerschaft zurückgeführt wird. Zu diesem Zeitpunkt endet der Vertrag mit dem freien Träger.

Neuer Armutsbericht 2016 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes

Der Paritätische Gesamtverband hat kürzlich seinen neuen Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland vorgestellt und veröffentlicht (Datengrundlage Mikrozensus 2014). Nach dem aktuellen Bericht des Paritätischen hat sich die Armut in Deutschland kaum verändert. 2014 seien insgesamt 15,4 Prozent bzw. 12,5 Millionen Menschen in Deutschland arm gewesen. Große Unterschiede lassen sich zwischen den einzelnen Bundesländern feststellen.

Fachtagung: Gemeinsam in die Zukunft - Neue Strukturen für die Bewährungshilfe in Baden-Württemberg am 14.04.2016

Am 14. April 2016 richtet der Fachverband Bewährungshilfe Baden-Württemberg die Tagung "Gemeinsam in die Zukunft - Neue Strukturen für die Bewährungshilfe in Baden-Württemberg" in Mannheim aus. Die Aufgaben der Bewährungs- und Gerichtshilfe, sowie die des Täter-Opfer-Ausgleichs werden ab 2017 wieder in staatliche Strukturen zurückgeführt. Auf der Fachtagung soll mit Referenten aus der Justizverwaltung, der Organisationsberatung und der Praxis über die Voraussetzungen von erfolgreichen Reformen in unserem Arbeitsfeld nachgedacht und diskutiert werden.

Protokoll der Anhörung zur „Zukunft der Bewährungshilfe“ in Hessen ist zugänglich

Das ausführliche Protokoll der Anhörung zur „Zukunft der Bewährungshilfe“ im Rechtspolitischen Ausschuss und dem Unterausschuss Justizvollzug vom 02.12.15 liegt öffentlich vor. In der mehr als zweistündigen mündlichen Anhörung wurden die geladenen Sachverständigen gebeten ein kurzes Statement abzugeben und dann die Fragen der Abgeordneten zu beantworten.

Anhörung im Hessischen Landtag zur „Zukunft der Bewährungshilfe“

Der Rechtspolitische Ausschuss und der Unterausschuss Justizvollzug führten am 02.12.15 eine Anhörung zur „Zukunft der Bewährungshilfe“ durch. Anlass ist ein Antrag der SPD, in dem die Frage aufgeworfen wird, „inwieweit dem Ziel der Resozialisierung durch Risikoorientierung in der Bewährungshilfe Rechnung getragen werden kann“. Verschiedene Fachpersonen und Vertreter von Verbänden, Gewerkschaften etc. haben dazu auch schriftlich Stellung genommen – auch der DBH-Fachverband.

Rückfallpräventive Sozialarbeit – Kontroverse in der Bewährungshilfe

Seit mehreren Jahren gibt es eine Kontroverse zur rückfallpräventiven Sozialarbeit – auch Risikoorientierung – in der Bewährungshilfe. Die Frankfurter Rundschau berichtet "Hessen will die Bewährungshilfe neu ausrichten: Sicherheitskriterien sollen künftig die Intensität der Betreuung bestimmen."

Krimis von Peter Märkert: Bewährungshelfer in Bochum

Aus seinen Büchern sprechen die Erfahrungen eines Bewährungshelfers, der zeigt, wie vielschichtig die Schuldumstände von Straftätern sein können. Es sind Ergebnisse genauer, sensibler Beobachtungen, nicht herzuleiten aus den Inhalten psychologischer Lehrwerke. Peter Märkert hat dank seiner tiefen Einblicke ins Straftätermilieu und ins Justizwesen kenntnisreiche und spannende Romane geschrieben, bei denen oft die eigentlichen Straftaten zugunsten der menschlichen Schicksale, sowohl die der Täter, als auch die der Verdächtigen und Opfer in den Hintergrund zu treten scheinen.

Evaluation der fachlichen Qualität der Bewährungs- und Gerichtshilfe sowie des Täter-Opfer-Ausgleichs in Baden-Württemberg

Das Buch enthält die Befunde einer im Auftrag des Justizministeriums Baden-Württemberg durchgeführten Evaluation des gegenwärtigen Standes der Bewährungs- und Gerichtshilfe sowie des Täter-Opfer-Ausgleichs im Erwachsenenstrafrecht in Baden-Württemberg. Diese Aufgaben wurden im Jahr 2007 in Baden-Württemberg auf einen privaten Träger, die Neustart gGmbH, übertragen. In dem Buch werden Qualitätsstandards für die Bewährungshilfe, die Gerichtshilfe und den Täter-Opfer-Ausgleich entwickelt und es wird geprüft, inwieweit diese Qualitätsstandards in Baden-Württemberg umgesetzt sind.

Gedenken an den verstorbenen Wolfgang Stein

Dr. Wolfgang Stein ist vielen in der deutschen Strafrechtspflege als starker Verfechter des Resozialisierungsgedankens bekannt: er war Mitinitiator des Bundesresozialisierungsgesetzes. Dies wurde nicht Realität, obwohl vieles dafür sprach. Auch heute noch ist dieser Gedanke - nunmehr nach der Föderalismusreform - in Form von Landesresozialisierungsgesetzen lebendig.
Wolfgang Stein ist im Oktober 2015 verstorben.

Europameisterschaft der Bewährungshelfer

Die 35. Fußball-Europameisterschaft der Bewährungshilfe findet vom 31.03. bis zum 01.04.2016 in Köln statt. Die Veranstalter freuen sich auf eine „super jeile Zick“! Die Welcome-Party startet im Gloria-Theater in der Apostelnstraße. Das Turnier wird am 01.04.2016 in der Sporthalle der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Köln ausgetragen.

Neues Präsidium gewählt - 22. DBH-Bundestagung erfolgreich durchgeführt

Am 25. September 2015 wurde auf der DBH-Bundesversammlung in Damp / Schleswig-Holstein das neue Präsidium gewählt. Nach langjähriger Verantwortungsübernahme hat Prof. Dr. Heinz Cornel nicht wieder für das Amt des Präsidenten kandidiert. Als sein Nachfolger wurde einstimmig Prof. Dr. Marc Coester von der Versammlung gewählt. Die Bundesversammlung fand im Anschluss an die 22. DBH-Bundestagung statt, auf der sich 150 Teilnehmende aus Praxis und Wissenschaft in Vorträgen und 13 Workshops über 3 Tage mit den Themen „Kriminalpolitik gestalten, Inhaftierungen vermeiden, Straffälligenhilfe ausbauen“ beschäftigten.

DIE KLEINEN UND DIE BÖSEN

Der Kinofilm wird sei Anfang September 2015 gezeigt:
Der Bewährungshelfer Benno (Schauspieler: Christoph Maria Herbst) findet in Hotte (Peter Kurth) seine echte Herausforderung. Der Film sei eine schwarzhumorige Abrechnung mit der Arbeit von Bewährungshelfern und gleichzeitig eine Liebeserklärung an Kleinkriminelle mit Herz, führen die Macher aus. Ein Filmkritiker schreibt dagegen, dass der "fahrig-überdrehte Film ... sein Personal komplett empathielos in einem dreist folklorisierten Milieu herumrumpeln lässt, auf das er schadenfroh herabschauen kann ...'Die Kleinen und die Bösen' aber verniedlicht und verharmlost die Misere, was den Regisseur allerdings nicht daran hindert, seine Figuren in gewalttätig-blutige Szenen zu schicken."

Baden-Württemberg beschließt Rückführung der Bewährungs- und Gerichtshilfe in staatliche Trägerschaft

Die Landesregierung in Stuttgart hat am 21. Juli 2015 beschlossen, dass die Bewährungs- und Gerichtshilfe in Baden-Württemberg in staatliche Trägerschaft zurückgeführt wird. Justizminister Rainer Stickelberger hat dazu ausgeführt, dass bewährte zentrale Strukturen mit hoher fachlicher Qualität beibehalten werden sollen und alle jetzigen Mitarbeiter gebraucht werden. Damit ist aber eine konkrete Aussage, wie die Bewährungs- und Gerichtshilfe zukünftig organisiert werden soll, nicht erfolgt. Die Zeit für den Aufbau einer handlungsfähigen (staatlichen) Struktur wird immer knapper.

DBH-Bundestagung: Im Norden zu neuen Horizonten

Die alle drei Jahre stattfindende Bundestagung findet vom 23.-26.09.15 in dem Ostsee Resort Damp statt. Im thematischen Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung stehen Fragen zu folgenden Inhalten: Evaluation der Bewährungshilfe, Kriminalpräventive Ansätze und Resozialisierungsbeitrag der freien Straffälligenhilfe. Am zweiten Tag werden 13 Workshops zu aktuellen Themen der Straffälligenarbeit angeboten. Jede/r Teilnehmende kann an zwei unterschiedlichen Themen mitdiskutieren. Am dritten Tag führen wir Thementische durch, bei denen die Teilnehmenden dreimal jeweils 30 Minuten über ein ausgewähltes Thema diskutieren können. Mit einem abschließenden Vortrag zum Umgang mit Islamisten in der Straffälligenhilfe wird der dritte Tagungstag beendet.
Foto: Henrik Matzen

Kommentare zur Rückführung der Bewährungshilfe in staatliche Trägerschaft

Unter der Überschrift "Wieder scheint das verstaubte Alte zu gewinnen" hat Peter Asprion, Bewährungshelfer in Freiburg, einen Kommentar in der Badischen Zeitung veröffentlicht. Darin nimmt er Stellung zu der aktuellen Entwicklung in Baden-Württemberg bezüglich der scheinbar unvermeintlichen Rückführung der Bewährungshilfe in staatliche Trägerschaft.
In anderen Kommentaren (Mannheimer Morgen) schreibt u.a. Bernd Arzbächer: „Die meisten Mitarbeiter würden lieber beim Land arbeiten, die Mitarbeiterzufriedenheit ist schlecht und hat sogar abgenommen. Selbst Mitarbeiter, die Leitungsverantwortung tragen, beklagen die strenge Hierarchie bei der österreichischen Firma. … Es gibt also eine Menge Gründe, die Bewährungshilfe wieder – wie überall in Deutschland – zurück in die Regie von Land und Justiz zu holen.“

Doch Beteiligung des freien Trägers an der zukünftigen Struktur der Bewährungshilfe in Baden-Württemberg?

Nach der abrupten Entscheidung, die weitere Übertragung der Bewährungs- und Gerichtshilfe nicht mehr (ab 2017) auszuschreiben, werden neue Modelle einer landeseigenen Gesellschaft geprüft. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, kommt dabei auch eine Beteiligung der Neustart gGmbH in Frage. Schließlich wird allseits betont, dass die bestehende Struktur und Leistung der vergangenen Jahre erhalten werden soll. Dann ist es nur verständlich, dass man dies auch nur mit dem bewährten (Leitungs-)Personal umsetzen kann.

Bewährungshilfe in Baden-Württemberg wird wieder staatlich!

Die Entscheidung der Landesregierung in Stuttgart, die Bewährungs- und Gerichtshilfe Baden-Württembergs wieder staatlich zu organisieren, ist am 06. März 2015 bekannt geworden. Sobald eine öffentliche Erklärung und Begründung vorliegen wird, werden wir diese an dieser Stelle veröffentlichen. Neustart selber hat in einer Presseerklärung die Entscheidung am selben Tag als "weder nachvollziehbar noch sinnvoll" bezeichnet. Als Hintergrund ist das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig anzusehen, das die Weisungsbefugnis von Neustart gegenüber den verbeamteten Bewährungshelfern nicht zuließ.

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seiner Entscheidung vom 27.11.2014 unter dem Aktenzeichen BVerwG 2 C 24.13 für Recht erkannt, „dass die Beigeladene (Neustart gGmbH, d.Red.) gegenüber dem Kläger (der klagende beamtete Bewährungshelfer, d.Red.) keine Weisungs- und Aufsichtsrechte sowie sonstige Dienstherrnbefugnisse hat.“

SPD Baden-Württemberg: Bewährungshilfe soll wieder in staatliche Verantwortung

In der Pressemeldung der SPD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg vom 10.03.2015 wird ausgeführt: "Die Bewährungshilfe soll nach dem Willen der SPD-Landtagsfraktion wieder in staatliche Verantwortung zurückkehren. Das im Jahre 2007 von der Vorgängerregierung gestartete Experiment mit einer privaten Trägerschaft müsse beendet werden. Dies beschlossen die Abgeordneten auf ihrer turnusmäßigen Sitzung am Dienstagnachmittag (10.03.2015) auf Vorschlag ihres Rechtsexperten Sascha Binder.

Europäische Standards zur Betreuung und Kontrolle von gefährlichen Tätern liegen vor

Der Europa-Rat hat gemeinsame Standards – Recommendation CM/Rec(2014)3 – zum Umgang mit gefährlichen Tätern erlassen. Im Europa-Rat sind alle europäischen Staaten vertreten, also über die Staatengemeinschaft der Europäischen Union hinaus. Diese Richtlinie soll von allen europäischen Staaten eingehalten werden, auch wenn sie nicht verbindlich ist. Sie reiht sich ein in eine Ansammlung von Standards des Europa-Rates zu kriminalpolitischen Themen.
Für die jeweiligen Täter soll u.a. eine Risiko-Einschätzung vorgenommen werden, die eine langfristige Eingliederung in die Gesellschaft anstrebt. Dies setzt einen individuellen Betreuungsplan voraus. Risikobedürfnisse sollen erkannt und eine Risikoeinschätzung hat zu erfolgen, die auf empirischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Verhungert im Gefängnis - Justizminister fordert eine neue Aufsichtskultur

Im vergangenen Jahr starb ein Inhaftierter in der JVA Bruchsal an Unterernährung. Er befand sich in Einzelhaft, isoliert von den anderen Inhaftierten. Nach vorliegenden Informationen hatte das auch seine Gründe, denn er war mehrfach aggressiv gegen Beamte vorgegangen. In der Einzelhaft hat er die Nahrungsaufnahme verweigert, schließlich verstarb er im August 2014 an Unter- und Mangelernährung. Der Tod des Gefangenen hatte auch politische Folgen: die Opposition im Baden-Württembergischen Landtag forderte den Rücktritt des Justizministers (SPD).

Bewährungshilfe in Baden-Württemberg zurück zum Staat?

Die Bewährungshilfe in Baden-Württemberg ist seit 2007 an den freien Träger "Neustart" übertragen. 2017 läuft der Vertrag aus. Es ist scheinbar nicht klar wie es weitergehen soll - so urteilt die Südwest-Presse. Neigt die SPD-Fraktion dazu, das Modell der Privatisierung zu beenden? Dem steht die gute Leistungsbilanz des Evaluationberichts gegenüber. Für den Grünen-Justizexperten (Koalitionspartner) hat sich das Modell bewährt. Der Paritätischen Wohlfahrtsverbands Baden-Württemberg begrüßt das Modell der freien Trägerschaft. Es ergeben sich damit Mitgestaltungsmöglichkeiten auf Landes- und Landkreisebene, die für den Aufgabenbereich der Gerichts- und Bewährungshilfe für unerlässlich gehalten werden.

Albert Bickel verstorben

Im Alter von 86 Jahren ist Anfang Dezember Albert Bickel verstorben. Albert Bickel war seit 1956 Bewährungshelfer in Bayern, später Therapeut in der Sozialtherapeutischen Anstalt in Erlangen und bis zur Pensionierung im Jahr 1989 in der Justizvollzugsschule Straubing zuständig für die Fort- und Weiterbildung.

Keine Weisungsbefugnisse des privaten Trägers gegenüber beamteten Bewährungs- und Gerichtshelfern in Baden-Württemberg

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am 27.11.2014 entschieden, dass beamtete Bewährungs- und Gerichtshelfer in Baden-Württemberg nicht den Weisungen des privaten Trägers (Neustart gGmbH), dem derzeit vom Land die Aufgabe der Bewährungs- und Gerichtshilfe übertragen ist, unterliegen. Bis längstens Ende 2016 ist allerdings die bisherige Praxis im Wesentlichen von Bestand. Ende 2016 endet auch der Vertrag zwischen Neustart und dem Land. Bis dahin soll eine wirksame Erfüllung der Aufgaben sichergestellt werden.
Justizminister Rainer Stickelberger (Baden-Württemberg) erklärte dazu: "Wir beraten derzeit über die künftige Ausgestaltung der Bewährungs- und Gerichtshilfe. Bei unserer Entscheidung werden wir das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts selbstverständlich berücksichtigen und umsetzen.“ Man werde rechtzeitig eine rechtmäßige Lösung vorlegen.

Keine Zusammenlegung der Gerichts- und Bewährungshilfe zu einem Dienst in Rheinland-Pfalz

Der Justizminister des Landes Rheinland-Pfalz, Gerhard Robbers, hat mitgeteilt, dass es keine Zusammenlegung der Gerichts- und Bewährungshilfe zu einem gemeinsamen Dienst geben werde. Damit ist das umstrittene Vorhaben beendet, das in der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und Grünen noch vereinbart war. Man wolle sich mehr auf Qualitätsverbesserungen innerhalb der Dienste konzentrieren, wie gezielte Fortbildungen, Supervision und ein neues EDV-System. Eine wichtige Umstrukturierung betreffe die Führungsaufsicht. Die Führungsaufsichtsstellen sollen von acht kleinen Stellen auf drei größere Stellen bei den Landgerichten Mainz, Frankenthal und Koblenz konzentriert und mit einer verbesserten personellen Ausstattung versehen werden. So soll jede Führungsaufsichtsstelle künftig durch eine Sozialarbeiterstelle unterstützt werden.

Änderung der gesetzliche Datenschutzregelung für Bewährungshelfer vorgesehen

Bewährungshelfer/innen sollen zukünftig Daten an die Polizei und den Justizvollzug weitergeben können. Dazu ist eine Änderungen der Strafprozessordnung (StPO) notwendig, die jetzt vom Bundesrat als Gesetzesvorlage in den Bundestag eingebracht wurde. Zukünftig sollen Bewährungshelfer/innen Daten an die Polizei weitergeben können, wenn "dies zur Abwehr einer Gefahr für Leib, Leben, die persönliche Freiheit, die sexuelle Selbstbestimmung Dritter oder zur Sicherung der Zwecke der Bewährungshilfe erforderlich ist". Bezüglich des Strafvollzuges soll die Datenweitergabe der "Förderung der Vollzugs- und Behandlungsplanung oder der Entlassungsvorbereitung" dienen.

Peter Währ ist verstorben

Im Juli 2014 ist Peter Währ in den Alpen verunglückt. Er war Bewährungshelfer in Köln und vielen bekannt durch seine internationalen Aktivitäten beim Aufbau von Bewährungshilfe-Organisationen in Osteuropa und durch seine aktive Mitwirkung bei den europäischen Fußball-Turnieren der Bewährungshilfe. Die Berchtesgardener Bergwacht berichtete: „Bergsteiger 50 Meter tief abgestürzt - tot!"

Evaluation der Bewährungs- und Gerichtshilfe sowie des Täter-Opfer-Ausgleichs in Baden-Württemberg - Zusammenfassung der Stellungnahmen

Zur Übertragung der Bewährungs- und Gerichtshilfe in Baden-Württemberg auf den freien Träger - Neustart gGmbH - wurde die Tätigkeit von Wissenschaftlern der Universität Heidelberg und Frankfurt/M. untersucht. Nach der Veröffentlichung der Evaluation bestand die Möglichkeit für Einzelpersonen, Beschäftigte, Vertreter der Justiz und Verbänden sich zu den Ergebnissen zu äußern. Die vorgebrachten Stellungnahmen wurden vom Justizministerium ausgewertet und in einer Zusammenfassung dargestellt. Auszüge der Zusammenfassung geben wir wieder.

Erklärung von Kriminalwissenschaftlern: Keine weiteren Verschärfungen im Sexualstrafrecht

In einer gemeinsamen Erklärung von Fachleuten aus Kriminalwissenschaften und weiteren Disziplinen wird auf die sogenannte Edathy-Affäre und ihre Folgen hingewiesen. Dabei soll die Politik und die Fachöffentlichkeit auf die zunehmende Hysterie des Diskurses um Kinderpornographie, die mit unterschiedlichsten anderen Themen vermischt wird hingewiesen werden. Es wird dabei auch kritisch das öffentliche Schweigen von Fachleuten angesprochen. Der DBH-Fachverband hat diese Erklärung nicht unterzeichnet, sieht es aber als seine fachpolitische Aufgabe an, darüber zu informieren.

Evaluation der Bewährungs- und Gerichtshilfe sowie des Täter-Opfer-Ausgleichs in Baden-Württemberg - Bericht liegt vor

Das Justizministerium in Baden-Württemberg hat die Evaluation der Bewährungshilfe in Auftrag gegeben. Für die fachlich geprägte Untersuchung der Qualität der Sozialarbeit und der Organisation wurden die folgenden Wissenschaftler beauftragt: Professor Dr. Dieter Dölling und Professor Dr. Dieter Hermann vom Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg sowie Professor Dr. Horst Entorf vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Frankfurt am Main. Der Bericht liegt nun auf 238 Seiten vor. In der 11-seitigen Zusammenfassung wurden die Ergebnisse zusammengefasst, die hier in Kurzform wieder gegeben werden.

Balanceakt zwischen Hilfe und Kontrolle

Der TAGESSPIEGEL (Berlin) berichtet: "Wer Soziale Arbeit studiert hat, kann in vielen Bereichen tätig sein – auch als Bewährungshelfer. Wer vorher schon als Sozialarbeiter Erfahrung gesammelt hat, hat besonders gute Chancen. Weiterbildungen sollen sie häufig ganz explizit in diesen schwierigen Situationen unterstützen. Sind Sozialarbeiter als Bewährungshelfer tätig, sind diese Fragen aber besonders wichtig. Denn sie arbeiten mit doppeltem Mandat: als ausgebildete Sozialarbeiter unterstützen sie einerseits ihre „Probanden“ – wie Menschen auf Bewährung genannt werden; als Angestellte der Justiz kontrollieren sie sie gleichzeitig aber auch. Darauf muss man vorbereitet sein und kontinuierlich dazu lernen."

Positionspapier zu den Fallkonferenzen in der Jugendstrafrechtspflege

Der Vorstand der Deutschen Vereinigung für Jugenderichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ) hat im Januar 2014 ein Positionspapier zu den sogenannten Fallkonferenzen beschlossen.
Zulässigkeit und Sinnhaftigkeit von einzelfallbezogenen Konferenzen - deren Ausgestaltung sich in der Praxis durchaus heterogen darstellt - werden seit einiger Zeit kontrovers diskutiert, auch mit Blick auf Fragen nach der Notwendigkeit einer ausdrücklichen gesetzlichen Regelung. Sowohl Jugend- und Familienministerkonferenz als auch Justizministerkonferenz fordern von den jeweiligen Ministerien Vorschläge zu klarstellenden gesetzlichen Regelungen.

Sucht und Straffälligkeit

04.11.2014 in Kassel
Die Zahl der Suchtgefährdeten in der Bewährungs- und Straffälligenhilfe ist sehr hoch. Diese Problematik bestimmt ganz wesentlich den Arbeitsalltag der Fachkräfte. Dieses Seminar soll Mut machen zum Hinsehen und Handeln im Umgang mit süchtigen Probanden. Suchtspezifisches Handeln findet in einem Abwägungsprozess statt: Was kann von dem betroffenen Menschen verlangt werden, welche Auflagen soll er erfüllen und wozu ist er fähig? Wie viel schützende Unterstützung ist notwendig und wo sind die Grenzen der Selbstverantwortung?

Neuer Bundesvorsitzender bei der Deutschen Justizgewerkschaft: Bewährungshelfer Emanuel Schmidt

Emanuel Schmidt ist der neue Bundesvorsitzende der Deutschen Justiz-Gewerkschaft DJG Bund. Der 40 jährige Bewährungshelfer aus Siegen ist zum Vorsitzenden der Fachgewerkschaft des öffentlichen Dienstes gewählt worden. "Mir ist klar, welche Herausforderungen das Amt mit sich bringt, doch ich freue mich darauf, meinen Teil zum Erhalt einer funktionierenden Justiz beitragen zu dürfen", erklärte Schmidt kurz nach seiner Wahl.(Foto DJG)

The road from crime - Der Weg aus Straftaten (Film)

Der Film "The road from crime" wurde als Teil eines Projekts produziert, das sich zum Ziel setzt, Wissen zu vermitteln, warum es Menschen gelingt, den Ausstieg aus der Kriminalität zu schaffen.
In dem beeindruckenden Dokumentarfilm stellt Allan Weaver, ein schottischer Ex-Straffälliger und heutiger Bewährungshelfer (Autor des Buchs "So You Think You Know Me?") eine simple Frage: Was kann man von den ehemaligen Straffälligen lernen, die sich erfolgreich von ihrer kriminellen Vergangenheit distanziert haben und sogenannte "anständige Bürger" wurden?
Der Film beginnt dort, wo es auch für Allan Weaver begann: auf den Straßen seiner Heimatstadt und im Gefängnis in Glasgow. Von dort ausgehend versucht er zu verstehen, wie Menschen wie er selbst in den Teufelskreis von Straftat und Bestrafung geraten können und wie sie aus diesen Mustern ausbrechen und zu einem neuen Leben gelangen. Seine Recherche führt ihn quer durch Großbritannien, wo er eine Reihe von Ex-Häftlingen und Aktivistengruppen, Bewährungshelfer sowie kriminologischen Experten von London bis Washington, D.C., trifft. "Er erfährt, dass vieles von dem, was das Strafrechtssystem unternimmt, tatsächlich durch die Stigmatisierung der Ex-Häftlinge zu hohen Rückfallquoten führt. So geben nur wenige Ex-Häftlinge an, sie seien durch das Strafrechtssystem „rehabilitiert” worden. Stattdessen machen viele ihre Erfahrungen mit dem Strafrechtssystem dafür verantwortlich, dass sie im Teufelskreis von Straftat und Bestrafung gefangen blieben."

Zahlen zur Anwendung des Warnschussarrests

Seit März 2013 ist im Jugendstrafrecht der sogenannte Warnschussarrest möglich. Außerhalb Bayerns wird dieses neue Sanktionsmittel kaum genutzt.
Der mit großen Erwartungen eingeführte Warnschussarrest wird außerhalb von Bayern kaum verhängt. In NRW wird das neue Sanktionsinstrument wenig genutzt. Das ergab eine Umfrage der Rheinischen Post unter den Landesjustizministerien. Danach wurden in den ersten Monaten (März - Juli) insgesamt bundesweit knapp 70 Verurteilungen gemeldet - davon 28 Fälle in Bayern. Viele Bundesländer verzeichneten nur einzelne oder gar keine Arreste.

Evaluation der Bewährungshilfe, der Gerichtshilfe und des Täter-Opfer-Ausgleichs in Baden Württemberg

Die Universitäten Heidelberg und Frankfurt/M. sind vom Justizministerium Baden-Württemberg beauftragt worden, die Privatisierung der Bewährungshilfe zu evaluieren. Auf der Internetseite des Kriminologischen Instituts der Universität Heidelberg sind Dokumente zur Evaluation veröffentlicht. Dort wird zum Ziel der Evaluation ausgeführt: "In Baden‐Württemberg werden die gesetzlichen Aufgaben der Bewährungs‐ und Gerichtshilfe sowie des Täter‐Opfer‐Ausgleichs seit 1. Januar 2007 landesweit von einem freien Träger, der Neustart gGmbH, wahrgenommen. Grundlage dieser Aufgabenüberführung ist § 7 des Landesgesetzes über die Bewährungs‐ und Gerichtshilfe sowie die Sozialarbeit im Justizvollzug. Die Evaluation umfasst die fachliche Qualität der Aufgabenerledigung. Es wird überprüft, ob die der gesetzlichen und vertraglichen Anforderungen erfüllt werden. Die Evaluation soll eine Grundlage
für anstehende Entscheidungen bilden (Neuausschreibung oder Rückführung in staatliche Trägerschaft)."

Erhöhung der Bewährungshilfestellen in Bayern

Vor 60 Jahren wurden die ersten Bewährungshelfer in Bayern tätig. "Am Anfang waren es nur zwei Bewährungshelfer, heute sind es 305 Stellen für Bewährungshelfer. Und wir werden die Stellen für die Bewährungshilfe bis 2014 um insgesamt 38 weiter erhöhen!" führt die Justizministerin Beate Merk aus. In Bayern wurden 20.208 Personen der Bewährungshilfe 2011 unterstellt und zusätzlich 7.362 Führungsaufsichten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es auch doppelte Unterstellungen (Bewährungshilfe und Führungsaufsicht) geben kann. Deshalb kann man nur ungefähr von einer Gesamtzahl von 27.000 Personen ausgehen, die von den zurzeit tätigen 305 Bewährungshelfer/innen betreut werden.

Telefonieren in der JVA - Geschäft mit Knackis

Telio ist der Marktführer für Telefonanlagen im Straf- und Maßregelvollzug in Deutschland. Das Unternehmen bietet speziell für Gefängnisse auch Störsender von Handys und TV-Apparate mit Internetzugang an. Die Geräte mit der entsprechenden Software sind auf die Sicherheitsanforderungen der JVAs abgestimmt. Seit 1999 installiert die Firma Telio in Justizvollzugsanstalten diese Anlagen. Die erste Anlage wurde in Hamburg eingerichtet. Die Gebühren sind entsprechend hoch.

Früherer Bewährungshelfer in Lörrach Kurt Eickmeier verstorben

Der frühere Bewährungshelfer Kurt Eickmeier ist vor einigen Tagen kurz vor Vollendung seines 92. Lebensjahres verstorben. Mit den Angehörigen und Freunden trauern wir um den ehemaligen Kollegen.
Kurt Eickmeier war von 1955 bis 1985 Bewährungshelfer in Lörrach (Baden-Württemberg). Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Deutschen Bewährungshilfe wurden Interviews mit Bewährungshelfern der ersten Stunden aufgenommen. Für dieses Interview stellte sich Eickmeier vor zwei Jahren zur Verfügung und berichtete ausgiebig über die Anfänge der Bewährungshelfer-Arbeit im Süden Baden-Württembergs.

Opferbezogene Vollzugsgestaltung - neue Ausgabe der BEWÄHRUNGSHILFE

Die neue Ausgabe der Zeitschrift BEWÄHRUNGSHILFE widmet sich dem Thema: Opferbezogene Strafvollzugsgestaltung. Es schreiben im einleitenden Artikel Michael Walter und Claudia Gelber über einen zukunfsorientierten Opferschutz. Es genüge nicht, allein auf die Folgen der Täterbehandlung für das Opfer zu verweisen. Die Vollzugsgestaltung habe auch Sorge zu tragen dafür, dass Opferbelange bei der Arbeit mit den Gefangenen wahrgenommen und berücksichtigt werden.

Der englische National Offender Management Service und die deutsche Bewährungshilfe, Carmen Mutz

Carmen Mutz hat als Doktorarbeit sich mit "Der englische National Offender Management Service und die deutsche Bewährungshilfe - Ein struktureller und analytischer Vergleich" beschäftigt. Sie stellt fest, dass es zwischen beiden Systemen faktische Ähnlichkeiten gibt, auch wenn in England / Wales es weitergehende Lösungsansätze zur Weiterentwicklung des Probation Service gibt. Dort wurde das National Offender Management System (NOMS) entwickelt, das den Strafvollzug und die ambulante Betreuung von Straffälligen zusammenfasst, einheitliche Diagnose-Systeme hat und sich sehr stark auf die Risikoorientierung richtet. Die Arbeit wurde veröffentlicht in den "Tübinger Schriften und Materialien zur Kriminologie, Nr.24".

Privatisierung der Bewährungshilfe in Baden-Württemberg verletzt keine Rechte der beamteten Bewährungshelfer

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) des Landes Baden-Württemberg hat seine Entscheidung zur Privatisierung der Bewährungshilfe veröffentlicht: "Die gesetzliche Übertragung von Weisungs- und Aufsichtsrechten sowie sonstigen Dienstherrenbefugnissen auf einen freien Träger im Rahmen der Privatisierung der Bewährungs- und Gerichtshilfe in Baden-Württemberg verletzt keine Rechte der beamteten Bewährungshelfer." Dies hat der 4. Senat des VGH aufgrund mündlicher Verhandlung vom 22.01.2013 entschieden. Gegen das Urteil ist die Revision zugelassen.

In Bremervörde wurde die vierte teilprivatisierte Justizvollzugsanstalt in Deutschland eröffnet

Niedersachsen hat seit Januar 2013 - kurz vor der Landtagswahl - ein neues Gefängnis eingeweiht, welches von privaten Investoren gebaut wurde. In Bremervörde entstand auf dem Gelände der ehemaligen Börde-Kaserne ein hochmoderner Bau mit Platz für 300 verurteilte Straffällige. Das Land Niedersachsen mietet das Gefängnis für 25 Jahre und hofft so, günstiger zu wirtschaften.

Gemeinsame Überwachungsstelle der Länder - 2012 wurden 37 Fußfesselträger überwacht

Seit einem Jahr werden von Bad Vilbel aus - in der Nähe von Frankfurt am Main - bundesweit gefährliche Ex-Straftäter mit elektronischer Fußfessel überwacht. Bislang wurden 37 Männer beaufsichtigt, wie das hessische Justizministerium berichtete. Die meisten der Überwachten lebten 2012 in Bayern (14), nur einer kam aus Hessen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt die Arbeit mit Straffälligen

In einem Schreiben vom Dezember diesen Jahres hat die Bundeskanzlerin für die wichtige Arbeit im Bereich der Bewährungs- und Straffälligenhilfe in den vergangenen Monaten gedankt und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin viel Kraft bei Ihrem Engagement gewünscht. Die Arbeit des DBH-Fachverbandes hat sie mit einer Spende unterstützt.

50 Jahre Institut für Kriminologie an der Universität Tübingen

Am 26.10.2012 feierte das Institut für Kriminologie (IfK) in Tübingen "50 Jahre Institut für Kriminologie, Außensicht - Innensicht - Aussicht" vor 130 geladenen Gästen sein Jubiläum. 1962 wurde das Institut als erstes in Deutschland gegründet. Es wurde zuerst von Professor Hans Göppinger (1962 - 1986) geleitet, dessen zentraler Forschungsschwerpunkt die interdisziplinäre Untersuchung von Tätern war. Die "Tübinger-Jungtäter-Vergleichsuntersuchung" (TJVU) schaffte mit Einzelfalluntersuchungen sowie statistischen Erhebungen Grundlagenwissen. Professor Hans-Jürgen Kerner (1986 - 2011) setzte die TJVU mit Folgeuntersuchungen fort und weitete den Forschungsbereich aus, unter anderem auf Bereiche der Mehrfachtäteruntersuchung, Delinquenzabbruch und Rückfalluntersuchung. Ein weitere Schwerpunkt war auch der Täter-Opfer-Ausgleich. All diese Forschungen waren verbunden mit einer engen Verbindung zur strafrechtlichen Praxis. Seit 2011 leitet Professor Jörg Kinzig das IfK.

Entwurf 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung

Der Entwurf des 4.Armuts- und Reichtumsberichtes der Bundesregierung liegt vor. Darin wird auch in einem Kapitel auf "Straffällige und ihre Teilhabechancen" eingegangen.
In dem Entwurf vom 17.09.2012 wird zu dieser Frage u.a. ausgeführt:
"Über die Lebenslagen der Strafgefangenen vor dem Haftvollzug gibt die Strafvollzugstatistik wenig Auskunft. Lediglich der Familienstand wird ausgewiesen, der als Indikator für die Einbindung in soziale Netzwerke herangezogen werden kann." Differenzierte Daten über die Lebenslagen von Straffälligen insgesamt liegen nur im Rahmen von gesonderten Untersuchungen vor, die allerdings nicht mehr aktuell sind; die Zahlen stammen aus den Jahren 1999 und 2003.

Dokumentation der DBH-Bundestagung: Krise der sozialen Gerechtigkeit

Der DBH-Fachverband führte zum 21. Mal seine Bundestagung durch. Im thematischen Mittelpunkt der Tagung standen die Fragen der sozialen Gerechtigkeit und die Herausforderung für Kriminalpolitik und Soziale Arbeit mit Straffälligen. Weitere Themen der Praxis der Sozialen Arbeit mit Straffälligen und der Kriminalpolitik wurden in 16 Workshops und drei Großgruppen behandelt. Insgesamt nahmen 180 Fachleute an der Tagung teil. Abschließend fanden Gremiensitzungen statt, wie die DBH-Bundesversammlung, in der das Präsidium neu gewählt und Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner zum Ehrenpräsidenten ernannt wurden.

DBH-Materialien Nr. 68: Übergangsmanagement für junge Menschen zwischen Strafvollzug und Nachbetreuung - Handbuch für die Praxis

Mit den DBH-Materialien Nr.68 liegt eine Sammlung von Beiträgen zum Übergangsmanagement von hervorragenden Fachleuten vor, die sowohl die wissenschaftliche als auch die praktische Seite abdecken. Die Autoren sind Heinz Cornel, Eduard Matt, Gabriele Grote-Kux, Bernd-Rüdeger Sonnen, Wolfgang Wirth und viele andere.
Mit diesem Fachbuch wird das dreijährige Projekt zum Übergangsmanagement abgeschlossen. Das Buch umfasst 288 Seiten, ist vom DBH-Fachverband herausgegeben und kann in der Geschäftsstelle für 18 Euro bezogen werden. ISBN 978-3-924570-29-3

Fußfessel statt Knast - Echte Alternative zum Strafvollzug?

Der SWR 2 hat eine Sendung (18.07.12) zur bundesweiten Einführung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung ausgestrahlt und dabei viele Fachleute und auch Betroffene zu Wort kommen lassen.

Leitlinien für den Strafvollzug in NRW

Die Landesregierung hat Leitlinien für den Strafvollzug verabschiedet, um die Resozialisierung inhaftierter Straftäter durch einen wirksamen Behandlungsvollzug zu verbessern. Unter dem Leitsatz "Behandlung stärken - Resozialisierung sichern: Aktivierender Strafvollzug in Nordrhein-Westfalen" werden insgesamt 13 Leitlinien für die Behandlung der Gefangenen im Strafvollzug in NRW aufgeführt.

Hans Gerz verstorben

Wir trauern mit den Angehörigen um den verstorbenen Bewährungshelfer Hans Gerz. Hans Gerz war Jahre lang der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Bewährungshelfer/innen (ADB). Er war als Bewährungshelfer in Aurich (Niedersachsen) tätig und dort seit einigen Jahren stellvertretender Bezirksleiter.

Soziale Dienste der Justiz - Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis

Die Sozialen Dienste der Justiz (Bewährungshilfe und Gerichtshilfe) stehen vor komplexen Herausforderungen: Sie sollen einen signifikanten Beitrag zur Verhinderung von Straftaten leisten – und das bei Fallzahlen, die in den meisten Bundesländern stetig steigen oder auf konstant hohem Niveau bleiben.
In der DBH-Schriftenreihe ist das Fachbuch von Wolfgang Klug und Heidi Schaitl erschienen. Es kann direkt beim DBH-Fachverband bestellt werden.

Bewährungshilfe im Umbruch - Tagungsbericht aus Mannheim

Der neu gegründete Fachverband Bewährungshilfe Baden-Württemberg veranstaltete am 19.01.2012 in Mannheim seine erste Fachtagung. Unter der Überschrift „Bewährungshilfe im Umbruch“ ging es den Veranstaltern darum, Entwicklungen, Trends und Perspektiven in Deutschland aufzuzeigen. Die Veranstaltung fand große Resonanz und war sogar von überregionalem Interesse seitens der Praktiker aus der Bewährungs- und Gerichtshilfe. Der Verlauf der Veranstaltung hat gezeigt, dass diese Fachtagung vom Fachverband für Bewährungshilfe eine wichtige Tagung zum richtigen Zeitpunkt war, denn gerade in Baden-Württemberg hat das konfliktbeladene Thema aktuellen Bezug.

Neues von der CEP (newsletter)

Der DBH-Fachverband ist aktives Mitglied in der Ständigen Europäischen Konferenz für Straffälligen- und Bewährungshilfe (CEP). Seit der Gründung der CEP sind DBH-Vertreter auch in verschiedenen Verantwortungspositionen tätig. Die CEP veranstaltet Konferenzen zu diversen Fachthemen und verbreitet interessante Informationen über die Straffälligen- und Bewährungshilfe in Europa. Der CEP-newsletter gibt Kurzinformationen in englischer Sprache. Sie finden hier den Zugang zum aktuellen CEP-newletter und zum Archiv.

Podknast - Filmberichte aus dem Jugendstrafvollzug

Podknast ist eine Website, auf der von jugendlichen Straffälligen, die zu Jugendarrest oder einer Jugendstrafe verurteilt wurden, produzierte Videoclips (Podcasts) veröffentlicht werden. In den seit 2008 erscheinenden Podcasts berichten Jugendliche von ihren Erfahrungen in der Jugendarrestanstalt in Düsseldorf sowie in den Justizvollzugsanstalten Siegburg, Iserlohn und Herford. Die Produktion erfolgt in Kooperation mit der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und unter redaktioneller Verantwortung der beteiligten Justizvollzugsanstalten.

DBH-Bundestagung 2012

Der DBH-Fachverband führt zum 21. Mal seine Bundestagung durch. Im thematischen Mittelpunkt der Tagung stehen die Fragen der sozialen Gerechtigkeit und die Herausforderung für Kriminalpolitik und Soziale Arbeit mit Straffälligen. Weitere Themen der Praxis der Sozialen Arbeit mit Straffälligen und der Kriminalpolitik werden in Workshops behandelt. Am Freitag führen wir Großgruppen durch, die sich mit den drei Themenschwerpunkten befassen.
In der Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch, dem 19.09. werden Fachvorträge von Christoph Butterwegge, Jürgen Borchert, Michael Hartmann und Heinz Cornel im Kongress-Zentrum „Darmstadtium“ gehalten.
Am Donnerstag, dem 20.09. und Freitag, den 21.09. werden Arbeitsgruppen in der Evangelischen Hochschule (EH) zu aktuellen Themenbereichen angeboten.
Aktualisierungen des Programms können unter www.dbh-online.de/buta abgerufen werden. Auf dieser Seite werden auch Hinweise auf Übernachtungskontingente, Beschreibungen der Arbeitsgruppen, Ergänzungen, Änderungen und viele weitere Informationen dokumentiert sein.
Foto: Ansicht Darmstadtium, Erich-Ollenhauer-Passage (darmstadtium/juergenmai.com)

60 Jahre DBH - Deutsche Bewährungshilfe

Vor 60 Jahren wurde der DBH-Fachverband gegründet. Der Vor­gän­gerverein „Bewährungshilfe e.V.“ wurde in Bonn von enga­gier­ten Fachleuten ins Leben gerufen. Jahrzehnte hatte die DBH seine Ge­schäftsstelle mit Tagungshaus in Bonn – Bad Godes­berg im „Clo­stermann-Haus“. In direkter Nachbarschaft fand am 23.09.2011 die Fest­ver­an­staltung stattfinden. Darin wurde der Gründungsimpulse, der hi­­sto­rischen Entwicklung und der neuen Aufgaben gedacht. Es wurden einige Dokumentarfilme vorgeführt

Bundesverfassungsgericht erklärt die Anfechtung der Privatisierung der Bewährungshilfe in Baden-Württemberg für unzulässig

Das Bundesverfassungsgericht hat die Vorlage des Verwaltungsgerichts Sigmaringen am 21.06.2011 für unzulässig erklärt. Die Entscheidung fiel einstimmig und ist unanfechtbar.

Gesetzesinitiative: Datenübermittlung von Bewährungshelfern an den Strafvollzug, Polizei und andere Institutionen

Im Bundesrat hat das Land Mecklenburg-Vorpommern den "Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Bewährungshilfe und der Straffälligenarbeit" eingebracht. Inhaltlich geht es um die Fragen der Datenübermittlung durch die Bewährungshilfe an den Strafvollzug, Polizei und andere Institutionen.
U.a. werden "die Bewährungshelfer unter bestimmten Voraussetzungen ermächtigt, Erkenntnisse über Probanden unmittelbar an die Staatsanwaltschaften bzw. die Jugendgerichte als Vollstreckungsbehörden und/oder an die Polizei mitzuteilen" und "personenbezogene Daten von Verurteilten unter bestimmten Voraussetzungen unmittelbar den Einrichtungen des Justiz- und Maßregelvollzuges zuzuleiten."

Koalitionsvereinbarung Rheinland-Pfalz: Zusammenlegung der Sozialen Dienste der Justiz

In dem Koalitionsvertrag der SPD und der GRÜNEN in Rheinland-Pfalz wird eine neue Struktur der Sozialen Dienste der Justiz angekündigt:
"Wir werden die sozialen Dienste der Justiz in einer neuen Struktur organisatorisch und konzeptionell zusammenführen und sie einer einheitlichen Dienst- und Fachaufsicht unterstellen, um die Effizienz des Übergangsmanagements durch ein eng verzahntes Hilfs- und Überwachungssystem deutlich zu verbessern."

3. Bewährungshelfer-Tag: gemeinsame Abschlusserklärung

Vom 12.-13.05.2011 fand der 3. Bewährungshelfer-Tag in Berlin mit über 100 Teilnehmenden statt. Mit dem thematischen Schwerpunkt "Von der Bewährungshilfe zum ambulanten Sozialen Dienst der Justiz" wurde insbesondere die Situation in Nordrhein-Westfalen in Vorträgen und Arbeitsgruppen reflektiert. Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Justizministeriums und der Landesarbeitsgemeinschaft in der Landesvertretung NRW durchgeführt. Die Veranstalter, der DBH-Fachverband und die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Bewährungshelfer/innen (ADB), gaben zum Abschluss eine gemeinsame Erklärung heraus.

Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg: "Die Übertragung der Aufgaben der Gerichts- und Bewährungshilfe auf einen freien Träger werden evaluiert"

Der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg zwischen den GRÜNEN und der SPD sieht zum Strafvollzug und zur Bewährungshilfe vor, dass die Teilprivatisierung der Justizvollzugsanstalt Offenburg rückgängig gemacht und die Übertragung der Gerichts- und Bewährungshilfe auf die Neustart gGmbH umfassend und kritisch evaluiert wird. Die noch ausstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Dienstausübung bei Beamten bei einem beliehenen Träger soll dabei berücksichtigt werden.

30. Europäisches Fußballturnier der Bewährungshilfe

Vom 28.-29.04.2011 fand das 30. Europäische Fußballturnier der Bewährungshilfe in Rostock statt. Es spielten 24 Männer- und 7 Frauenmannschaften um den Turniersieg. Schirmherrin des Turniers waren die Justizministerin Uta-Maria Kuder (Mecklenburg-Vorpommern) und der Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock. Sieger in diesem Jahr waren erneut die Frauen aus Brandenburg und die Berliner Bengels in einer gelungenen Revanche gegen die GSK Zürich (Vorjahressieger). Das nächste Turnier wird 2012 in Münster stattfinden.

Bewährungshilfe-Statistik 2007

Bewährungshilfe-Statistik zum Ergebnis des Jahres 2007 liegt vom Statistischen Bundesamt jetzt vor. In der Fachserie 10 Reihe 5 zur „Rechtspflege“ werden die aktuellsten Daten zusammengestellt: 177.353 Unterstellungen unter die Bewährungshilfe in Deutschland wurden gezählt. Die Gesamtzahl ist höher, denn in der Statistik sind die Länder Hamburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen nicht erfasst.

Ehrenamtliche Mitarbeit in der Bewährungshilfe

"Überall arbeiten Migranten mit. In Schulen, Kindergärten, Altenheimen, Krankenhäusern. Warum nicht auch in der Bewährungshilfe?", fragt Atila Karabörklü, der an einem Projekt zur Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Bewährungshilfe mitwirkt. Unter den Probanden der Bewährungshelfer sind viele mit ausländischen Herkunft. In der Region Offenbach ist es etwa die Hälfte allein der jugendlichen Klientel. Unterstützung von Landsleuten sei wichtig, weil "sie von ihrer Biografie her bestimmte Probleme hinter sich haben, Vorbild sind und vielleicht eher akzeptiert werden".

Bewährungshilfe-Statistik

Die bundesweiten Zahlen der Bewährungshilfe-Statistik 2007 hat das Statistische Bundesamt veröffentlicht. Im ehem. Bundesgebiet (Westdeutschland einschl. berlin) gab es 2007 Unterstellungen unter die Bewährungshilfe insgesamt 177.353, davon 142.032 nach StGB (Erwachsene) und 35.321 nach JGG (Jugendliche + Heranwachsende). Insgesamt verliefen 71% der Unterstellungen positiv.
Vom Stastischen Bundesamt wird als Zweck der Statistik angegeben: "Mit den Ergebnissen der Bewährungshilfestatistik sollen die Strukturen der Entscheidungspraxis der Strafgerichte in Bezug auf die Bewährungsunterstellung sowie der Erfolg von Bewährungsunterstellungen als präventive Maßnahme abgebildet und entsprechende Veränderungen aufgezeigt werden. Damit liefert die Statistik Informationen einerseits für die Justizverwaltungen zur Planung des Personaleinsatzes für die Bewährungshilfe sowie für die Kriminal- und Strafrechtspolitik in Bund und Ländern zur Erfolgskontrolle und zur Weiterentwicklung der entsprechenden Gesetzgebung."

Marianne Obstfeld ist verstorben

Am 17.12.10 ist Frau Marianne Obstfeld verstorben. Wir trauern um die ehemalige Mitarbeiterin der Deutschen Bewährungshilfe. Sie hatte lange zusammen mit Ihrem Ehemann, Günter Obstfeld, in der DBH-Geschäftsstelle in Bad Godesberg (Clostermann-Haus) gearbeitet.

Amt für ambulante Straffälligenarbeit

Mecklenburg-Vorpommern plant als erstes Bundesland ein Landesamt für ambulante Straffälligenarbeit (LaStar). Die Landesregierung billigte einen entsprechenden Gesetzentwurf des Justizministeriums. Es sollen in dieser Behörde die Bewährungshilfe, die Führungsaufsicht und eine forensische Ambulanz zur psychologischen Arbeit mit Haftentlassenen zusammengefasst werden.

Deutsche Einheit - Bewährung im Kollektiv

In der DDR gab es keine Sozialarbeiter und auch keine Bewährungshelfer. Einerseits sollte die 'Kraft des Kollektivs' die sozialen Probleme des Einzelnen lösen. Andererseits gab es Beschäftigte, die bei Problemen mit sozialpädagogischem Geschick nachhalfen. Sie bekamen beispielsweise vom Rat des Stadtbezirks Männer zugewiesen, die gerade eine Freiheitsstrafe abgesessen hatten. Wegen asozialen Verhaltens konnte man ins Gefängnis kommen. Asoziales Verhalten bedeutete, dass jemand nicht arbeitete, keine Miete zahlte, sich also außerhalb der sozialistischen Norm bewegte.

DBH-Materialien Nr.65: Vernetzung statt Versäulung - Abschlussbericht der Fachkommission in Hamburg

Der Abschlussbericht der Fachkommission „Optimierung der ambulanten und stationären Resozialisierung in Hamburg“ ist eine bisher einzigartige Zusammenstellung der Problemfelder in einer Region. Der DBH-Fachverband hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Verbesserung der Übergänge insbesondere zwischen Strafvollzug und ambulanter Straffälligenhilfe zu leisten und Möglichkeiten der fruchtbaren Kooperation mit anderen sozialen Diensten und Institutionen der sozialen Wiedereingliederung aufzuzeigen.

Resozialisierungsgesetz im Land Brandenburg?

Die Regierungskoalition von SPD und Linke im Land Brandenburg haben die Prüfung eines Resozialisierungsgesetzes vereinbart. Mittlerweile hat die vom Justizminister berufene Kommission ihre Arbeit aufgenommen. Als Vorsitzender wurde Prof. Dr. Heinz Cornel (Berlin) ernannt.

Privatisierung der Bewährungshilfe - massive Kritik vom Landesrechnungshof

Der Landesrechnungshof in Baden-Württemberg hat gegen das Vorgehen des Justizministeriums bei der Übertragung der Aufgaben der Bewährungs- und Gerichtshilfe auf den gemeinnützigen Träger "Neustart" massive Kritik geäußert. Das ganze Verfahren wurde als ineffizient bezeichnet. Dagegen beschreibt das Justizministerium die Maßnahme als "Erfolgsmodell". Neustart betont, dass alle Mittel zur Erfüllung der übertragenden Aufgaben verwendet werden.
(Bild: Max Muding, Präsident des Landesrechnungshofes, in Bild.de)

Justizminister Bamberger ausgezeichnet

Justizminister Dr. Heinz-Georg Bamberger ist für seine Verdienste um den Täter-Opfer-Ausgleich ausgezeichnet worden. Im Rahmen des 13. Forums für Täter-Opfer-Ausgleich (TOA), das vom TOA-Servicebüro vom 09. bis 11. Juni in Potsdam veranstaltet wurde, wurde der rheinland-pfälzische Justizminister Dr. Heinz Georg Bamberger mit dem "Theo A. Preis" geehrt.

Bewähren sich Bewährungsstrafen? eine empirische Untersuchung der Praxis

Unter dem Titel "Bewähren sich Bewährungsstrafen?" hat Enrico Weigelt eine empirische Untersuchung der Praxis und des Erfolgs der Strafaussetzung von Freiheits- und Jugendstrafen veröffentlicht. Diese ist in den Göttinger Studien zu den Kriminalwissenschaften 2009 erschienen. Der Autor ist auch bekannt für seine Rückfallstudien anhand der Auswertung von Zahlen aus dem Bundeszentralregister (BZR) (Universität Göttingen, Prof. Jörg-Martin Jehle).

Einweihung neuer Räumlichkeiten der Bewährungshilfe bei dem Landgericht Gießen

Unter dem Begriff `Büro-Sharing` wird in der Bewährungshilfe Gießen ein neues Bürokonzept umgesetzt. Mit der Zusammenlegung der bisherigen zwei Standorte in Friedberg und Gießen nutzen 21 Mitarbeiter/innen nun einen neuen modernster EDV-Technik ausgestatteten Arbeitsplatz. Jeder Bewährungshelfer erhält ein Notebook und die Möglichkeit, über eine gesicherte Datenverbindung (VPN-Zugang) auf die Fachdaten unter SoPart zuzugreifen.

Fußballeuropameisterschaft der Bewährungshelfer/innen

Sieger der 29. Fußballeuropameisterschaft der Bewährungshelfer/innen 2010 in Berlin wurde die Damenmannschaft von Brandenburg und die Herrenmannschaft GZK Zürich. An dem Turnier vom 09.-10.04.10 nahmen laut Veranstalter 38 Teams aus verschiedenen europäischen Ländern teil.

Sexualstraftäter in Hessen

Hessische Bewährungshelfer betreuen Sexualstraftäter intensiv. Sie besuchen sie wöchentlich und befragen sie u.a. zu ihren Fantasien. So versuchen sie, Rückfälle zu verhindern.
Das hessische Konzept sieht seit 2008 vor: Es wurden spezielle Bewährungshelfer für die Betreuung und Kontrolle der Sexualstraftäter eingestellt. Im Projekt "Sicherheitsmanagement" sind 23 zusätzliche Stellen geschaffen worden. In dem Zeitungsbericht der Frankurter Rundschau wird über die Tätigekeit eines Bewährungshelfers in Darmstadt berichtet.

Der Paritätische hält Hartz IV nach fünf Jahren für gescheitert

Der Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) hält die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe für gescheitert. Fünf Jahre nach der Arbeitsmarktreform Hartz IV sei es nicht gelungen, die Zahl der Betroffenen merklich abzubauen.

NRW: Sexualstraftäter-Datei geplant

Die CDU plant nach dem Vorbild anderer Bundesländer auch in NRW eine „Sexualstraftäter-Datei” einzurichten. Diese soll mit denen anderen Länder vernetzt werden. Besonders gefährliche Täter sollen künftig, sofern eine nachträgliche Sicherungsverwahrung nicht in Betracht kommt, nach der Haftentlassung gezielt von der Polizei beobachtet werden.

Herbstkonferenz der Justizminister: Datenübermittlung zwischen Bewährungshilfe und Justizvollzug klarer regeln

Am 05.11.09 tagten in Berlin die Justizminister der Bundesländer. Neben der Überarbeitung der Sicherungsverwahrung bei Gewalt- und Sexualstraftätern, soll die Datenübermittlung der Bewährungshilfe an den Justizvollzug gesetzlich neu geregelt werden.

Neues DBH-Präsidium gewählt

Am 25. September 2009 wurde auf der DBH-Bundesversammlung in Berlin – dem Mitgliedergremium des DBH-Fachverbandes – das neue Präsidium gewählt. Nach 27-jähriger Verantwortungsübernahme hat Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner nicht mehr für das Amt des Präsidenten kandidiert. Als sein Nachfolger wurde einstimmig Prof. Dr. Heinz Cornel (Bild) von der Versammlung gewählt.

607 000 Gefangene in der EU - Kriminalitätsstatistik 2005-07

Zwischen 2005 und 2007 waren in der Europäische Union im Durchschnitt 607 000 Personen im Gefängnis, dies entspricht 123 Gefangenen je 100 000 Einwohner. In Deutschland beträgt die Rate 93 Gefangene. Die Rate in den USA lag im selben Zeitraum bei 758 Gefangenen je 100 000 Einwohner.

Winds of Change - Neue Entwicklung der Kriminalpolitik in den USA

Die neue Entwicklung der amerikanischen Kriminalpolitik setzt da an, mehr in Problembezirke, in denen die Straffälligen wohnen, zu investieren, um effektiv die Kriminalitätsraten zu reduzieren. Immer stärker setzt sich die Auffassung durch, dass restriktive Maßnahmen die Gefängnisse zwar füllen, wenig bewirken und zusätzlich hohe Kosten verursachen. Dann sei es schon angebrachter das Geld in präventive Maßnahmen zu geben.

Veränderte Struktur für die Sozialen Dienste der Justiz in Thüringen

Die Struktur der Sozialen Dienste der Justiz soll ab 01.09.09 in Thüringen verändert werden. Bisher waren unterschiedliche Abteilungen innerhalb des Justizministeriums für die verschiedenen Bereiche zuständig. Zukünftig soll es für die sozialen Dienste der Justiz - Bewährungshilfe, Führungsaufsicht oder Sozialarbeit im Justizvollzug - einen konkreten Ansprechpartner im Ministerium geben. Angesiedelt wird das neu konzipierte Aufgabengebiet in der Abteilung Strafvollzug.
Eine Arbeitsgruppe hatte die Struktur der Sozialen Dienste der Justiz untersucht und eine entsprechende Empfehlung erarbeitet.

Ehrenamtliche Bewährungshilfe: Die Zeit danach

Über das Engagement des ehrenamtlichen Bewährungshelfers in Regensburg, Herrn Grosser, berichtet das Bayerische Fernsehen in einem Kurzbericht. Über das Engagement des ehrenamtlichen Bewährungshelfers in Regensburg, Herrn Grosser, berichtet das Bayrische Fernsehen in einem Kurzbericht.
Der Verein "Förderung der Bewährungshilfe in Hessen" (FBH) engagiert sich seit Jahren für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Bewährungshilfe - nicht als Ersatz für die hauptamtliche Begleitung, sondern ergänzend. In regelmäßigen Treffen mit den Probanden wird gemeinsam Alltägliches erledigt oder - über einen längeren Zeitraum hinweg - auf ein festgelegtes Ziel hingearbeitet. Das können notwendige Behördengänge sein, die Suche nach einem Arbeitsplatz, gemeinsame Freizeitaktivitäten oder regelmäßige Gespräche.

Beschlussvorschlag zur Übermittlung von Daten der Bewährungshilfe an den Strafvollzug

Im Rahmen der organisierten Zusammenarbeit von Strafvollzug und Bewährungshilfe - für ein effektives Übergangsmanagement - kommt dem Informations- und Datenaustausch zwischen den verschiedenen staatlichen Diensten eine erhebliche Bedeutung zu. Im Falle eines Bewährungswiderrufs sind die im Rahmen der Bewährungshilfe gewonnenen Daten in der Aufnahmephase für die Arbeit des Justizvollzugs von großer Bedeutung. Die Erfahrungen mit dem Verurteilten in Freiheit und der bis zur Inhaftierung erreichte Sachstand können erheblichen Einfluss auf die Vollzugsplanung haben.
Die Justizminister der Länder haben auf der Justizministerkonferenz in Dresden am 25.06.09 Fragen bei der Übermittlung personenbezogener Daten der Bewährungshelfer an die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft diskutiert. Sie haben eine Arbeitsgruppe unter Federführung von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mit der Prüfung beauftragt, ob und gegebenenfalls wo es einer gesetzgeberischen Klarstellung der Zulässigkeit einer Datenübermittlung zwischen den beteiligten Institutionen (Gerichte, Staatsanwaltschaften, Führungsaufsichtsstellen, Soziale Dienste, Justizvollzugsanstalten, Polizei und Jugendhilfe) durch spezifische Regelungen bedarf.

Bewährt sich die Privatisierung der Bewährungshilfe?

12.05.09 in Frankfurt
Die Fachtagung beschäftigte sich mit den Fragen:
- wie hat sich Neustart als Organisation in BaWü bewährt,
- welche Kriterien zur Bewertung der verschiedenen Modelle aus sozialpädagogischer Sicht gibt es,
- sind grundlegende Veränderungsprozesse ohne Privatisierung möglich,
- welche Sicht auf die Privatisierung haben die Gewerkschaften, die Fach- und Berufsverbände.

Kriminalpolitische Herausforderungen - Bewährungs-und Straffälligenhilfe auf neuen Wegen / DBH-Materialien Nr.62

In den DBH-Materialien Nr.62 sind die Beiträge der gemeinsamen Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung, des Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern, der Universität Greifswald und dem DBH-Fachverband im April 2008 in Zinnowitz dokumentiert. Es handelt sich um Beiträge von Justizministerin Kuder, Prof. Frieder Dünkel, Jörg Jesse, Rudolf Grosser, Klaus Meyer, Georg Zwinger u.a.
Das Buch umfasst 196 Seiten und kann direkt beim DBH-Fachverband bestellt werden.

Probation Officer Perspectives on Probation Work

Wissenschaftliche englischsprachige Veröffentlichungen sind über "SAGE Journals" kurzfristig kostenfrei zugänglich. Zum kostenfreien Bezug kann man sich bis zum 30.04.09 anmelden Free Access "SAGE Journals"

Privatisierung der Bewährungshilfe vor dem Bundesverfassungsgericht

Der zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts berät über den Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Verwaltungsgerichts Sigmaringen zur Frage der Rechtmäßigkeit der baden-württembergischen Landesgesetze zur Übertragung der Aufgaben der Bewährungs- und Gerichtshilfe an einen freien Träger. Eine Entscheidung soll im Jahr 2009 gefasst werden.

Der Bewährungshelfertag 2009: Straffällige Jugendliche brauchen Bewährungshilfe

Im Fokus des 2.Bewährungshelfertages vom 08.-09.03.09 in Berlin stand der verantwortungsvolle Umgang der Institution Bewährungshilfe mit jugendlichen Straffälligen. Der Bewährungshelfertag wird vom DBH-Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Bewährungshelfer/innen (ADB) veranstaltet. Sie findet jeweils zu einem Schwerpunktthema und in Kooperation mit einem Bundesland statt. 2009 war das Thema "Straffällige Jugendliche brauchen Bewährungshilfe" und das Kooperationsland Niedersachsen.

Niedersachsen: Zentrale Leitung des Ambulanten Justizsozialdienstes beim OLG Oldenburg

Zum 01.01.09 wurden die elf Bewährungshilfestellen der Landgerichte und die Gerichtshilfestellen bei den Staatsanwaltschaften mit insgesamt rund 400 Mitarbeitern zum Ambulanten Justizsozialdienst zusammengefasst. Die Leitung des Dienstes ist beim OLG Oldenburg angesiedelt. Leiter ist Dr. Stefan von der Beck (Vorsitzender Richter am OLG).

"Ich hab’ zugeschlagen, wenn mich einer schräg angeguckt hat"

Verurteilte Jugendliche reden vor Schülern über ihre Straftaten – Projekt der Jugendbewährungshilfe Salzgitter.

Schweiz: Neuer Wind in der Bewährungshilfe

Das Infobulletin 02/2008 des Bundesamtes für Justiz, Fachbereich Straf- und Massnahmenvollzug, widmet sich schwergewichtig der Bewährungshilfe und ihren Schnittstellen im Strafvollzug. In der Einleitung heißt es: "In der Schweiz werden bedeutungsvolle Schritte zur Entwicklung des Strafvollzugs verwirklicht, etwa die umfassende Ausrichtung auf das Risiko, standardisierte Täter-Programme und regelmässige Überprüfungen. Gerade bei der Bewährungshilfe, die wir in unserer Ausgabe fokussieren, verdichten sich diese Entwicklungen in einem auffälligen Masse."

Milgram “lite”: Menschen weiter zur Folter bereit

US-Psychologen haben das berühmt-berüchtigte Milgram-Experiment wiederholt. Ihre Publikation im American Psychologist (Online) zeigt, dass Menschen heute, wie vor 45 Jahren, den Gehorsam über ihr Gewissen stellen. Milgram wollte Anfang der 60er-Jahre damit ergründen, warum so viele Menschen während der NS-Zeit bereit waren, sich aktiv am Genozid an Juden und anderen Bevölkerungsgruppen zu beteiligen. Jetzt wurde der Versuch in abgeschwächter Form wiederholt, mit ähnlich erschreckendem Ergebnis.

Baden-Württemberg: Es bedarf geschulter Sozialarbeiter

Einige Richter in Baden-Württemberg kritisieren, dass die Aufgaben der Bewährungshilfe an den freien Träger Neustart vergeben worden ist. Wolfgang Vögele, Vorsitzender Richter und ehemaliger Referent für Bewährungshilfe am Landgericht Stuttgart, ist mit den herrschenden Zuständen ebenfalls unzufrieden. In einem Interview mit der Fellbacher Zeitung präzisiert er seine kritische Sichtweise.

Sachsen-Anhalt: Betreuung von Straftätern soll verbessert werden

In Sachsen-Anhalt werden neue, in einem mehrjährigen Prozess durch Führungskräfte und Mitarbeiter der Sozialen Dienste der Justiz entwickelte Qualitätsstandards eingeführt. Sie sollen helfen, Risiko und Motivation jedes einzelnen Klienten besser einschätzen zu können. Für jeden Einzelfall soll auf der Grundlage von Kriterienlisten eine Risikoeinschätzung vorgenommen werden, mit denen Hilfeangebote und Kontrollmaßnahmen für den jeweiligen Probanden ermittelt werden.

Broschüre "Justiz auf einen Blick"

Die Broschüre „Justiz auf einen Blick“ präsentiert die jeweils aktuellen Ergebnisse der Statistiken und veranschaulicht Entwicklungen im Zeitverlauf in kompakter Form.
Die Broschüre richtet sich vor allem an die interessierte Öffentlichkeit, an Studierende sowie Experten und Expertinnen aus Politik und Wissenschaft, die sich einen schnellen Überblick über Strukturen und aktuelle Entwicklungen in der deutschen Rechtspflege verschaffen wollen. Sie soll dazu beitragen, die Diskussion über die innere Sicherheit und die Justiz zu versachlichen und auf eine solide Datengrundlage zu stellen.

Das Leben ist ein Langstreckenlauf

Bei Olympia wird geschwommen, gelaufen, gesprungen. Mit welcher sportlichen Disziplin ist die Bewährungshilfe zu vergleichen?
Langstreckenlauf – vor allem für die jugendlichen Straftäter. Nur starten sie ein Kilometer hinter der Startlinie.

Justus: Reform der Sozialen Dienste der Justiz in Niedersachsen

Das Land Niedersachsen wird zum 01.01.09 einen Ambulanten Justizsozialdienst einrichten. Zur fachlichen Steuerung und Dienstaufsicht soll eine Abteilung beim Oberlandesgericht in Oldenburg eingerichtet werden.

Ehrenamtliche Straffälligen- und Bewährungshilfe

Die Fachtagung zur Ehrenamtlichen Straffälligen- und Bewährungshilfe fand vom 21.-22. Mai 2008 in Berlin - Schwanenwerder statt.
In der DBH-Fachtagung wurde ein Überblick über die verschiedenen Ansätze in der ehrenamtlichen Bewährungs- und Straffälligenhilfe vermitteln werden. Dabei wurden Modelle aus der Bewährungshilfe (Baden-Württemberg / Schleswig-Holstein / Hessen), dem Strafvollzug (Berlin / Hessen) und dem Täter-Opfer-Ausgleich (Bremen) vorgestellt.

Ambulanter Sozialer Dienst der Justiz in NRW

In Nordrhein-Westfalen wird durch eine Ausführungsvorschrift ab dem 01.06.08 der Ambulante Soziale Dienst der Justiz gebildet. Dabei sind folgende Veränderungen vorgesehen: Zusammenlegung der Fachbereiche von Bewährungs-, Gerichtshilfe und Führungsaufsicht.

Sicherheitsmanager in der hessischen Bewährungshilfe: 23 neue Stellen

Für den Haushalt 2008 hat das Justizministerium die Schaffung von sogenannten „Sicherheitsmanagern“ im Rahmen der Führungsaufsicht vorgesehen, die Sexualstraftäter kontinuierlich überwachen sollen.

Standards der Bayrischen Bewährungshilfe verbindlich fetgelegt

Standards der Bayrischen Bewährungshilfe liegen vor.
Das Ergebnis des Projektes "Qualitätsstandards in der Bewährungshilfe in Bayern" liegt öffentlich vor. Diese sind ab 01.01.2008 verbindlich für alle bayrischen Bewährungshelfer/innen eingeführt worden.

Konzept der Integralen Straffälligenarbeit der Justiz

Mecklenburg-Vorpommern will durch ein verbindliches gegenseitiges Informationssystem und ein standardisiertes Verfahren die Verzahnung von Vollzugseinrichtungen und Bewährungshilfe optimieren.

Sexualstraftäterdateien - Zusammenarbeit von Bewährungshilfe und Polizei

Bayern hat die Datei HEADS (Haft-Entlassenen-Auskunfts-Datei-Sexualstraftäter) eingerichtet, durch die Sexualstraftäter enger kontrolliert und die Rückfallgefahr bei entlassenen Sexualverbrechern reduziert werden soll. Bei anstehender Haftentlassung von besonders rückfallgefährdeter Sexualtäter übermittelt die Justiz alle notwendigen Daten an die Polizei.

Lernprogramme in der Bewährungshilfe

Ermutigende Ergebnisse stellt die Bewährungshilfe Zürich (Schweiz) mit der Durchführung von Lernprogrammen fest.

Bewährungs- und Gerichtshilfe in Baden-Württemberg wird von Neustart ausgeführt - Generalvertrag ist unterzeichnet

Am 14.03. fand im "dradio" (Deutschlandfunk) die Sendung „Staatlicher Rückzug - Baden-Württemberg setzt als erstes Bundesland auf private Bewährungshilfe“ statt. Es diskutierten Jörg Müller vom Justizministerium, Georg Zwinger von Neustart, Peter Reckling vom DBH-Fachverband und mehrere Anrufer. Die Sendung kann nachträglich angehört werden

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