Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
DBH-Materialien Nr.74

40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
DBH-Materialien Nr.75

Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

NRW: Drei-Säulen-Konzept zur Prävention von religiös und politisch-motivierter Kriminalität

In Essen errichtet die Justiz in NRW ein Kompetenzzentrum aus Juristen, Islamwissenschaftlern, Soziologen und Religionswissenschaftlern, um die Ursachen religiös und politisch motivierter Kriminalität zu erforschen und aus den gewonnen Erkenntnissen präventive Handlungskonzepte für die Justizpraxis zu entwickeln.

Rechtsextremismus und islamistischer Extremismus im Jugendalter: Schlussfolgerung für die pädagogische Arbeit (bpb)

Michaela Glaser thematisiert in ihrem Artikel den Einfluss sozialpädagogischer Arbeit bei der Entgegenwirkung von „islamistisch-extremistischen Strömungen in Deutschland.“

Armutsbericht 2017: Anstieg der Armut in Deutschland auf neuen Höchststand

Die Armut in Deutschland ist auf einen neuen Höchststand von 15,7 Prozent angestiegen, so der Befund des aktuellen Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der dieses Jahr wieder unter Mitwirkung weiterer Verbände und Fachorganisationen erscheint. Nach Aussagen des Verbandes markiert dieser Höchstwert einen mehrjährigen Trend wachsender Armut.

Zeitschrift BEWÄHRUNGSHILFE 01/17: Drogen und Straffälligenhilfe – empirische Befunde

Heft 01/17 der Bewährungshilfe enthält wie das letzte Heft überwiegend Beiträge über das Thema „Drogen und Straffälligenhilfe“. Es bringt den zweiten Teil der Artikel, die mit einem Aufruf der Redaktion im vergangenen Jahr eingeworben wurden, und konzentriert sich nun auf empirische Befunde.

Stellenausschreibung: einen/e Mitarbeiter/in im Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung in Teilzeit (befristet)

Zur Unterstützung im DBH – Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik suchen wir zum 10.03.2017 (oder später) befristet als Elternzeitvertretung einen/e Mitarbeiter/in im Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung in Teilzeit (19,5 h/Woche). Die Stelle ist voraussichtlich bis zum 08.07.2017 befristet.

Neue Auswertung von Radikalisierungsverläufen durch deutsche Sicherheitsbehörden

Mit der im Dezember 2016 von deutschen Sicherheitsbehörden veröffentlichten Fortschreibung wurden insbesondere Faktoren von bekannten Fällen von „islamistisch motivierten“ Ausreisen aus Deutschland in Richtung Syrien und Irak untersucht, welche die Radikalisierung beeinflussten und schließlich zur Ausreise führten.

Ankündigung: 22. Deutscher Präventionstag in Hannover vom 19.-20. Juni 2017

Unter dem diesjährigen Schwerpunktthema „Prävention & Integration“ findet der 22. Deutsche Präventionstag im Hannover Congress Centrum (HCC) statt.

Bericht der Weltkommission für Drogenpolitik: Ein neues Verständnis von Entkriminalisierung

Die Weltkommission für Drogenpolitik (Global Commission on Drug Policy) fordert seit ihrer Gründung 2011 weltweit den Drogenbesitz für den Eigenbedarf und den Konsum illegaler Substanzen zu entkriminalisieren. Für die im Jahr 2019 vorgesehene neue Überprüfung des Aktionsplans „Gegen das Weltdrogenproblem“ sind im Jahresbericht 2016 verschiedene Forderungen zu lesen.

Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages: Strafrecht als „grundlegendes Mittel gegen Hass und seine Ursachen kaum geeignet“

Mit einer bundesweiten Razzia ging die Polizei im Juli 2016 erstmals gegen die Verbreitung von Hass und Hetze in Sozialen Medien vor. Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestag hat sich nun mit der Frage beschäftigt, inwieweit das Strafrecht geeignet sei, der Verbreitung von „Hatespeech“ entgegenzuwirken.

bpb: Infodienst Radikalisierungsprävention

Der Infodienst der Bundeszentrale für politische Bildung bietet praxisbezogene Hintergrundinformationen und Materialien zur Herausforderung durch salafistische Strömungen. Er richtet sich an alle Berufsgruppen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit mit dem Thema in Berührung kommen.

Netzwerke für Deradikalisierung und Prävention in Österreich

2015 hat die Stadt Wien das "Netzwerk für Deradikalisierung und Prävention" mit dem Ziel gegründet, Extremismus zu erkennen und zu verhindern. Eingesetzt wurde dazu ein Expertengremium, das nun 27 Empfehlungen erarbeitet hat, die sich in sieben Themenkreise gliedert.

Kooperation als Gesamtstrategie für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus in Bayern

Das Bayerische Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung strebt durch die Vernetzung von Akteuren vor Ort an, Anzeichen von Radikalisierung frühzeitig zu erkennen und durch Informationsarbeit flächendeckend für das Phänomen zu sensibilisieren.

Neues TOA-Magazin Nr. 3/2016: TOA-Forum 2016

Im Rahmen des diesmaligen Themenschwerpunkts des TOA-Magazins werden die wesentlichen Inhalte der Plenarvorträge und der Arbeitsgruppen des Forums dokumentiert. Weitere Einzelbeiträge liefern u.a. Einblicke ins südkoreanische Schlichtungssystem und in die Philosophie der Sympathie.

Alternative Sanktionen und der „Net-widening“-Effekt

Mit der teilweisen gesetzlichen Implementierung von Alternativen Sanktionsformen in einigen europäischen Mitgliedsstaaten wird vermehrt auf das Problem des "Net-widening"-Effekts hingewiesen. Marcelo Aebi von der Universität Lausanne (Schweiz) präsentierte die aktualisierten Ergebnisse der Studie "Have Community sanctions and measures widened the net of the European criminal justice systems?" auf der CEP-Konferenz "Alternatives to Detention" in Bukarest.

KrimLit – Die kriminologische Literaturdatenbank der KrimZ

In Kooperation mit der juris GmbH hat die KrimZ seit 1986 eine kriminologische Aufsatzdokumentation aus deutschsprachigen Fachzeitschriften aufgebaut, die nun frei zugänglich ist. Zusammen mit dem Bestand der KrimZ-Bibliothek bildet diese Fachdokumentation die kriminologische Literaturdatenbank KrimLit.

TOA-Magazin 2/2016: Das Für und Wider von Ehrenamt

Schwerpunktthema der neuen Ausgabe des TOA-Magazins 2/2016 lautet "Das Für und Wider von Ehrenamt". Die Autoren beschäftigen sich u.a. mit dem Begriff und der Geschichte des Ehrenamts, über Erfahrungen in anderen Handlungsfeldern und den unterschiedlichen Perspektiven auf ehrenamtliches Engagement.

Neue kriminalpolitische Onlinezeitschrift „KriPoZ“ online

Seit dem 1. Juli 2016 ist die kriminalpolitische Onlinezeitschrift KriPoZ im Internet verfügbar. Bei dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt handelt es sich um ein kriminalpolitisches Portal, das Gesetzentwürfe und Stellungnahmen bereitstellt.

DBH-Materialien Nr. 76: Das Projekt "Resozialisierung und Soziale Integration" (RESI) in Köln

Die DBH-Materialien Nr.76 sind erschienen:

In diesem Buch berichten die Autoren über das erfolgreiche RESI- Modellprojekt in Köln, wo in den Jahren 2009 bis 2012 in einem Trägerverbund durch eine individuelle Intensiv-Betreuung von 24 straffällig gewordenen Kölner Jugendlichen die Rückfallquoten nach Feststellungen der wissenschaftlichen Begleitung auf 13 % abgesenkt werden konnten. Etwa die Hälfte von ihnen hatte einen Migrationshintergrund. Die laufenden Projektkosten betrugen ein Fünftel
vergleichbarer Kosten des Strafvollzugs.

Dritter Bericht des International Drug Policy Consortium (IDPC) veröffentlicht

Das IDPC hat seinen dritten Bericht mit aktualisierten Angaben zur Forschungslage und zu Best-Practice-Beispielen veröffentlicht. Jedes Kapitel enthält spezifische Handlungsempfehlungen, um eine effektive, ausgewogene und humane Drogenpolitik zu fördern. Das dritte Kapitel enthält Empfehlungen für das Strafjustizsystem.

Kriminalität im Wandel – Neueste Erkenntnisse zu Kriminalität

Kriminalität ist das Thema der aktuellen Ausgabe des Informationsdienstes Soziale Indikatoren ISI 55. Er zeichnet die Entwicklung von Verbrechen und Strafe im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts bis heute nach und zeigt den Aufschwung von Internet-Kriminalität. Bei der Interpretation der Daten des Viktimisierungssurveys 2012 gerät außerdem die fehlende Übereinstimmung von der Angst vor Kriminalität und dem tatsächlichen Risiko, Opfer eines Verbrechens zu werden deutlich ins Blickfeld.

Begrüßung des neuen Geschäftsführers Daniel Wolter

Liebe Mitglieder,
liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich darf Sie an dieser Stelle in meiner Funktion als neuer Geschäftsführer des DBH e.V. - Fachverbandes für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik begrüßen. Peter Reckling wird zum 01. April des laufenden Jahres in den Ruhestand wechseln und mich bis dahin in der Übergangsphase begleiten.

Fachtagung: Einwanderungsland Deutschland - Migration, Strafjustiz und Soziale Arbeit

Die Fachtagung der Bewährungshilfe Stuttgart / PräventSozial findet am 09.03.2016 im Rathaus Stuttgart statt. Mit dieser Veranstaltung soll ein differenzierter fachlicher Blick auf Deutschland als Einwanderungsland geworfen und im Besonderen die sich daraus ergebenden Herausforderungen für Gesellschaft, Strafjustiz und Soziale Arbeit beleuchtet werden.

Erfolgreiche Durchführung der DBH-Bundestagung 2015: Im Norden zu neuen Horizonten – Kriminalpolitik gestalten, Inhaftierungen vermeiden, Straffälligenhilfe ausbauen

Der DBH-Fachverband hatte im September 2015 seine 22. Bundestagung ins Ostseebad Damp / Schleswig-Holstein durchgeführt. Insgesamt nahmen 150 Teilnehmende aus allen Bundesländern daran rege teil. Es wurden mehrere Vorträge im Plenum gehalten, 13 Workshops zu aktuellen Themen der Straffälligenhilfe und erstmals Thementische zu kontroversen Themen angeboten. Die Tagungsteilnehmenden kamen – wie auch bei den früheren Bundestagungen - aus Bewährungshilfe, freier Straffälligenhilfe, Strafvollzug, den Landesjustizministerien, der Wissenschaft u.a. Bereichen.

Bundestag verabschiedet 3. Opferrechtsreformgesetz

Einstimmig wurde im Deutschen Bundestag am 03.12.2015 das Gesetz zur Stärkung der Opferrechte im Strafverfahren (3. Opferrechtsreformgesetz) verabschiedet. Das Gesetz geht zurück auf einen Entwurf der Bundesregierung in Umsetzung der EU-Opferschutzrichtlinie über Mindeststandards für die Rechte, die Unterstützung und den Schutz von Opfern von Straftaten sowie zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses (2012/29/EU) vom 25.10.2012. Dem Gesetzentwurf liegt der Gedanke zugrunde, dass der Rechtsstaat nicht nur Schuld oder Unschuld von Angeklagten festzustellen hat, sondern sich auch schützend vor die Opfer von Straftaten zu stellen und deren Belange zu achten hat.

Abschlusskonferenz des Projekts "Offender Supervision in Europe" März 2016 in Brüssel

Die “COST Action Offender Supervision in Europe” ist ein EU-finanziertes Forschungsnetzwerk, das 23 europäische Staaten umfasst. In einer Fachkonferenz werden die Ergebnisse der Wissenschaftler am 11.-12.03.16 in Brüssel vorgestellt und diskutiert.

Konferenz zum Thema "Elektronischen Überwachung von Straffälligen in Europa"

Das Forschungsprojekt mit dem Namen „Creativity and Effectiveness in the use electronic monitoring (EM) as an alternative to imprisonment in EU member states“ untersucht die Elektronische Überwachung von Straffälligen im europäischen Vergleich. Die Ergebnisse werden auf regionalen und überregionalen Konferenzen vorgestellt: Berlin, Brüssel, Utrecht und London.

Keine ansteigende Kriminalität durch Flüchtlinge

Die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland steigt, doch Einfluss auf die Zahl der Straftaten hat das kaum. Das ist das Fazit des Bundeskriminalamtes. Stark angestiegen sind dagegen die Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte.
Das Bundeskriminalamt hat in einem ersten Lagebild die Auswirkungen der hohen Flüchtlingzahlen auf das Kriminalitätsaufkommen in Deutschland untersucht. Im Vergleich zur signifikant ansteigenden Zahl von Asylbewerbern haben Straftaten durch Zuwanderer kaum zugenommen, so das Fazit des BKA.

"Fit für den Rechtsstaat" - Programm der Justiz für Flüchtlinge

Flüchtlinge sollen mehr über das deutsche Recht erfahren. Dafür hat das Hessische Justizministerium das Programm "Fit für den Rechtsstaat - Fit für Hessen" gestartet. Auf freiwilliger Basis sollen Richter und Staatsanwälte Flüchtlingen auch im kommenden Jahr erklären, welche Rechte in unserem Rechtssystem gelten.
An einer ersten Veranstaltung des Programms nahmen Flüchtlinge aus Afghanistan, Eritrea, Somalia u.a. teil. Diese sogenannten Rechtsstaatsklassen werden extra an Gerichten angeboten, da bei diesen eine hohe Kompetenz herrscht.

Rahmenbedingungen des Täter-Opfer-Ausgleichs in Haft

Die DBH-Materialien Nr.72 sind erschienen: "Rechtliche und tatsächliche Rahmenbedingungen des Täter-Opfer-Ausgleichs in Haft - Ein Beitrag zur Umsetzung des Täter-Opfer-Ausgleichs im baden-württembergischen Strafvollzug, Autorin: Silvia Andris"
Dieses Buch kommt zur rechten Zeit: Durch die neue EU-Opferrechtsrichtlinie und die Erweiterung des Behandlungsangebots in den Justizvollzugsanstalten um opferbezogene Elemente hat der Täter-Opfer-Ausgleich wichtige neue Impulse erfahren.
Für alle an Restorative Justice Interessierten stellt dieses Werk eine wichtige Lektüre dar. Die Autorin leistet damit Pionierarbeit im Bereich des Täter-Opfer-Ausgleichs in Haft.

Resozialisierung neu denken

Am 06.10.2015 findet die Diskussionsveranstaltung „Resozialisierung neu denken“ in Hamburg statt. Es werden Justizsenator Dr. Till Steffen, Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (Erzbistum Hamburg), Dr. Andreas Tietze (MdL Schleswig-Holstein sowie Präses der evangelischen Nord-Synode), Sabine Rückert (Chefredaktion DIE ZEIT, Hamburg) und Jes Meyer-Lohkamp (Rechtsanwalt, Hamburger Fürsorgeverein von 1948) mit Prof. Dr. Bernd Maelicke - der auch aus seinem Buch "Das Knast-Dilemma. Wegsperren oder resozialisieren? Eine Streitschrift" vorlesen wird - diskutieren.

TOA-Magazin: "Schluss mit der Strafromantik"

Die neue Ausgabe des TOA-Magazins 2/2015 ist erschienen. Das Schwerpunktthema lautet: "Schluss mit der Strafromantik".
Experten aus den Disziplinen der Kriminologie, Psychologie, Theologie und der Rechtswissenschaften setzen sich kritisch mit der Frage nach der Notwendigkeit, dem (Miss-)Erfolg sowie (in-)adäquaten Formen von „Strafe“ auseinander und stellen Alternativen vor.

Diskussionsentwurf für ein Landesresozialisierungsgesetz

Mit dem Buch "Diskussionsentwurf für ein Landesresozialisierungsgesetz - Nichtfreiheitsentziehende Maßnahmen und Hilfeleistungen für Straffällige" knüpfen die Autoren Heinz Cornel, Frieder Dünkel, Ineke Pruin, Bernd-Rüdiger Sonnen und Jonas Weber an einer Initiative aus den 1980er Jahren an. Damals wurde ein Bundesresozialisierungsgesetz gefordert, das sich aber politisch nicht realisieren ließ. Es stieß auch auf einen starken Widerstand bei den Verbänden der ambulanten sozialen Dienste der Justiz. Der vorliegende Entwurf wurde in mehrjährigen Beratungen erstellt. Er unterbreitet konkrete inhaltliche und organisatorische Vorschläge für eine Weiterentwicklung nichtfreiheitsentziehender Maßnahmen und Hilfeleistungen für straffällig gewordene Menschen. Durch die Föderalismusreform sind nunmehr die Länder die Ansprechpartner für diese Initiative analog der Zuständigkeit für die Strafvollzugsgesetze. In dem Entwurf geht es nicht um strafrechtliche Rahmenbedingungen, sondern die organisatorische und inhaltliche Ausgestaltung von ambulanten Sanktionen und der Durchführung von Hilfemaßnahmen.

Beyond Punishment - Filmstart

Der Film Beyond Punishment hat seinen bundesweiten Filmstart. Er beschäftigt sich mit den Themen: Ist Entschädigung wichtiger als Strafe?, Vergebung und Wiedergutmachung auch bei Mord?, Wie weit reicht Schuld?, Wie weit geht Vergebung?, Wie weit reicht Strafe? und Was gibt es für Alternativen?

Nils Christie verstorben

Im Alter von 87 Jahre ist Nils Christie verstorben. Als er in den Morgenstunden in Oslo wie immer auf seinem Fahrrad unterwegs war, führte ein Unfall mit einer Straßenbahn zu so schweren Kopfverletzungen, dass er am 27.05.2015 diesen erlag.
„Mit ihm verliert die Kriminologie einen nicht nur wie viele andere eigenständig denkenden, sondern einen wie wenige andere ganz bewusst eigensinnig fach-öffentlich und bei Bedarf allgemein-öffentlich ganz pointiert Zustände wie Entwicklungen im Umgang von Staaten und Gesellschaften mit Straffälligen kritisierenden Wissenschaftler."

Prävention rechnet sich - zur Ökonomie der Kriminalprävention

Der 20. Deutsche Präventionstag findet am 8. und 9. Juni 2015 in Frankfurt am Main zum Schwerpunktthema "Prävention rechnet sich. Zur Ökonomie der Kriminalprävention" statt. Der Veranstaltungsort ist das Congress Center Messe Frankfurt, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main.
Der DBH-Fachverband führt die Themenbox „Alternative Sanktionen“ und einen Informationsstand durch.

dbh-newsletter - in neuem Layout

Der dbh-newsletter informiert Interessierte zu den Themenbereichen Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik über Fachthemen, Fachveranstaltungen und weitergehende Informationen. Der dbh-newsletter wird vom DBH-Fachverband herausgegeben und ist kostenfrei erhältlich. Sie erhalten hier weitere Informationen und können sich anmelden.

Noch nie war die Armut so hoch - Armutsbericht des Paritätischen

Die Armut in der Bundesrepublik Deutschland befindet sich auf einem historischen Höchststand, so der Befund des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in seinem aktuellen Armutsbericht. Der Verband fordert von der Bundesregierung entschlossene Maßnahmen zur Armutsbekämpfung, darunter eine deutliche Erhöhung der Regelsätze in Hartz IV sowie Reformen des Familienlastenausgleichs und der Altersgrundsicherung.
„Noch nie war die Armut in Deutschland so hoch und noch nie war die regionale Zerrissenheit so tief wie heute. Deutschland ist armutspolitisch eine tief zerklüftete Republik“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Die Armut in Deutschland sei innerhalb nur eines Jahres geradezu sprunghaft von 15,0 Prozent (2012) auf 15,5 Prozent (2013) gestiegen. Rein rechnerisch bedeutet dies einen Anstieg von 12,1 auf 12,5 Millionen Menschen. Am stärksten betroffen seien die Bundesländer Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Husamuddin Meyer - islamischer Gefängnis-Seelsorger in Hessen (Interview)

Der deutsche Konvertit Husmuddin Meyer ist seit sieben Jahren als Imam Ansprechpartner für inhaftierte Moslems in hessischen Justizvollzugsanstalten tätig. Seitdem bekannt ist, dass sich auch die Attentäter von Paris und Kopenhagen im Gefängnis radikalisiert haben, erfährt seine Arbeit großes mediales Interesse. Radikalisierung von Moslems ist in den Gefängnissen eine sehr reales Problem und es gibt dringenden Handlungsbedarf.

Salafistische Radikalisierung – und was man dagegen tun kann

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat eine Informationsseite eingerichtet, in der man sich über die Fragen:
Salafistische Radikalisierung – und was man dagegen tun kann;
Was glauben Salafisten? – Begriffsklärungen, theologische Positionen, einzelne Strömungen;
Salafismus als Herausforderung für Demokratie und politische Bildung;
Die Salafiyya-Bewegung in Deutschland und andere Fragen informieren kann.

Pädophilie - sexueller Missbrauch - Dunkelfeld Herausforderung für Gesellschaft, Justiz und Therapie

Der Umgang mit Menschen mit sexueller Präferenz zu Kindern. Ein Thema, das in den vergangenen Monaten verstärkt diskutiert wurde. Anstoß dazu gab das Ermittlungsverfahren, das Ende Januar 2014 gegen den Ex-Bundestagsabgeordneten Edathy wegen des Verdachtes des Besitzes von kinderpornografischem Bild- und Filmmaterial eingeleitet wurde.
Einen differenzierten fachlichen Blick auf diesen Personenkreis zu werfen, ist Anspruch der diesjährigen Tagung des Bewährungshilfevereins Stuttgart am 13.03.2015.

Radikalisierungsort Gefängnis

Die Attentäter vom 07.01.15 in Paris haben sich im Gefängnis radikalisiert. Auch in Deutschland sitzen radikale Islamisten als verurteilte Terroristen und auch Syrien-Rückkehrerim im Gefängnis. Zwei der Attentäter von Paris haben lange Zeiten ihrer islamistischen Radikalisierung im Gefängnis durchlaufen. Das gilt auch für den Attentäter im Frühjahr 2014 im jüdischen Museum in Brüssel, der vier Menschen erschossen hat.
Thomas Mücke vom "Violence Prevention Network" führt in einem Interview mit der "Deutschen Welle" aus, dass diese Leute ja gerade inhaftiert sind, weil ihre bisherigen Lebenswege gescheitert seien. Sie seien so anfällig für einfache Erklärungsansätze, weil sie sich in dieser Gesellschaft nicht akzeptiert und sich als Muslime auf der ganzen Welt verfolgt fühlen. Viele der radikalisierten Dschihadisten hatten in ihrem Lebenslauf mit einem kriminellen Milieu Kontakt.

DBH-Stellungnahme zum 3.Opferrechtsreformgesetz

Das Bundesjustizministerium hat einen Referentenentwurf für ein Gesetz zur weiteren Stärkung der Opferrechte im Strafverfahren (3.ORRG) vorgelegt. Damit sollen die „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 über die Mindeststandards für die Rechte, die Unterstützung und den Schutz von Opfern von Strafverfahren“ auf Bundesebene umsetzen werden. Der DBH-Fachverband begrüßt die im Referentenentwurf vorgesehenen Gesetzesänderungen zur Stärkung der Rechte der Verletzten im Strafverfahren.

Vorhersage von Kriminalität - „Precobs“: Softwaregestützte „Verbrechensvorhersage“ in Bayern

Dass die Polizei Informationstechniken zur Verbrechensanalyse nutzt, ist nicht neu. Bereits seit 1999 nutzt das Polizeipräsidium München das „Geografische Lage-, Analyse-, Darstellungs- und Informationssystem“ (Gladis). Die Software „Precobs“ (Pre Crime Observation System) geht jedoch noch einen Schritt weiter. Straftaten, die massenhaft verübt werden, wie Einbrüche, soll das System vorhersagen. Die Ergebnisse seien in den meisten Fällen zutreffend, weshalb das Interesse an diesem Programm europaweit zunimmt.

Mangelnde Integration und Straffälligkeit von Asylbewerbern führt ab sofort schneller zu Ausweisung, Abschiebung und Sicherungshaft – Beschluss des Bundeskabinetts

Asylbewerbern, die anerkennende Integrationsleistungen erbringen und schutzbedürftig sind, soll ein dauerhafter Aufenthalt in Deutschland erleichtert werden. Andererseits sieht das neue Gesetz auch viele Verschärfungen vor. Diejenigen, die sich nicht eingliedern, straffällig werden, sollen schneller aus Deutschland verwiesen werden. Dies gilt insbesondere für Asylbewerber, die zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe über zwei Jahre verurteilt wurden.

Studie zur Jugendstrafjustiz: Neuköllner Schnellurteile fallen erst nach zwei Monaten

Das Modell im Berliner Bezirk Neukölln sollte junge Straftäter schneller vor Gericht stellen. Das wurde auch in der aktuellen Berichterstattung im Rahmen der Ausstrahlung des Films "Das Ende der Geduld" thematisiert. Die Studie von Prof. Ohder zeigt nun: Die Verfahren laufen nicht so schnell wie erhofft. Die Wirkung des Modells bleibt deshalb umstritten.

Prof. Dr. Michael Walter verstorben

Am 07.03.2014 ist Prof. Michael Walter verstorben. Er war ein beständiger und aufrichtiger Mahner für die Reform des Strafvollzuges. Bis zu seiner Emeritierung war er Direktor des Instituts für Kriminologie an der Universität zu Köln und zuletzt (bis 2013) Justizvollzugsbeauftragter des Landes Nordrhein-Westfalen.

Neue bundesweite Rückfalluntersuchung liegt vor

Zur Vorlage der aktuellen Untersuchung "Legalbewährung nach strafrechtlichen Sanktionen – eine bundesweite Rückfalluntersuchung 2007 bis 2010 und 2004 bis 2010" erklärt Bundesjustiz- und verbraucherschutzminister Heiko Maas: "Der Frage, ob Strafen einen Täter davon abhalten, erneut Straftaten zu begehen, geht die aktuell vorliegende Rückfalluntersuchung aus dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz für den Zeitraum 2007 bis 2010 nach.
Die gute Nachricht ist: Eine strafrechtliche Ahndung bleibt für die meisten der im Jahr 2007 sanktionierten oder aus der Haft entlassenen Personen ein einmaliges Ereignis. Dennoch wird etwa jeder Dritte im Beobachtungszeitraum von drei Jahren erneut straffällig. Die Studie gibt einen interessanten Überblick, innerhalb welchen Zeitraums ein solcher Rückfall am wahrscheinlichsten ist und welche Deliktsgruppen am häufigsten betroffen sind."

Restorative Justice – Der Versuch, das Unübersetzbare in Worte zu fassen

In den DBH-Materialien ist der Band "Restorative Justice" als Nr. 71 erschienen. Der im internationalen Kontext inzwischen übliche Begriff ist nur schwer ins Deutsche zu übersetzen. Allein die Tatsache, dass die Übersetzung des englischen Begriffs „Justice“ im Deutschen entweder „Justiz“, aber auch „Gerechtigkeit“ als korrekte Übersetzung zulässt, mahnt zu differenzierter Betrachtung. Der vorliegende Band versucht eine Annäherung. In dem Materialienband sind folgende Aufsätze zu finden:
- Restorative Justice - Vom marginalen Verfahrensmodell zum integralen Lebensentwurf (Dr. Claudio Domenig),
- Restorative Circles - Ein Ansatz aus Brasilien, der Raum für den gemeinschaftlichen Umgang mit schmerzhaften Konflikten schafft (Dominic Barter im Gespräch mit Sissi Mazzetti),
- Restorative Justice – (m)ein Weg - Von der Konfliktregelung in Jugendstrafsachen zum RJ-Verfahren bei Gewaltstraftaten in Paarbeziehungen und zur RJ in interkulturellen Konflikten (Dr. Christa Pelikan),
- Gerechtigkeit (wieder)herstellen - Wenn Theorie, Gesetz und Praxis sich treffen (Dr. Martin Wright),
- Neue Impulse durch Gefühle (Sonia Sousa Pereira),
- Zwischen Zynismus und Nostalgie - Die Umsetzung von Restorative Justice und Mediation in Strafsachen in Belgien (Leo van Garsse),
- Restorative Justice in der Praxis - Täter-Opfer-Ausgleich und Mediation in Deutschland (Prof. Dr. Thomas Trenczek).

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt auch 2013 die Arbeit mit Straffälligen

In einem Schreiben an den DBH-Fachverband vom November 2013 zollt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel großen "Respekt vor dem unermüdlichen Einsatz", den die "Mitarbeiter in den vergangenen Monaten wieder geleistet haben. Dafür möchte die Bundekanzlerin Ihnen und Ihren Helfern herzlich danken und Sie zugleich ermuntern, Ihre wichtige Arbeit fortzusetzen."

Haasenburg-Heime werden wegen Misshandlungsvorwürfen geschlossen

Brandenburgs Jugendministerin Martina Münch teilte mit, dass die Kinder- und Jugendheime der Haasenburg GmbH geschlossen werden. Eine Untersuchungskommission ist zu erschreckenden Ergebnissen bezüglich der Misshandlungsvorwürfe gekommen.
In den Haasenburg-Heimen - drei Heime in Brandenburg - wurden von den Jugendämtern Minderjährige unter anderem aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen untergebracht. Bereits seit Monaten gibt es schwerwiegende Misshandlungsvorwürfe gegenüber von Kindern und Jugendlichen in den Heimen. Mehrere Jugendliche, die aus den Heimen entflohen sind, berichteten von Demütigungen und körperlicher Gewalt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in mehreren Fällen.
Prof. Werner Thole, Universität Kassel, äußert in einem Interview, dass er von den Misshandlungsberichten überrascht war und sich zurückerinnert fühlt an die 1950er, 1960er und 1970er Jahre der Heinerziehung.

UNO kritisiert deutsche Menschenrechtslage - Regierung verspricht Besserung

Deutschland hat nach Ansicht der Vereinten Nationen Defizite beim Schutz der Menschenrechte. Der UN-Menschenrechtsrat kritisiert insbesondere die Diskriminierung von Migranten. Erwartungsgemäß gab es erhebliche Kritik an den fehlerhaften Ermittlungen deutscher Sicherheitsbehörden zur Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU). Der UN-Botschafter der Türkei erklärte, drei Millionen in Deutschland lebende Türken seien angesichts "zunehmender Ausländerfeindlichkeit" sowie der NSU-Morde "in wachsendem Maße verunsichert".

Krise der sozialen Gerechtigkeit - DBH-Materialien Nr.70

Resozialisierung ist ein Gebot der Menschenwürde und des Sozialstaats. Unter diesem Leitgedanken stand die vom 19. - 22. September 2012 in Darmstadt durchgeführte 21. Bundestagung des DBH-Fachverbandes. In den DBH-Materialien Nr.70 werden die in der Eröffnungsveranstaltung vorgetragenen Grundsatzreden von Heinz Cornel, Christoph Butterwegge, Michael Hartmann und Jürgen Borchert wiedergegeben. Das Buch umfasst 97 Seiten und kann für 10 Euro beim DBH-Fachverband bestellt werden.

Leitfaden ALG II / Sozialhilfe von A-Z (neu)

Der grundlegend überarbeitete Leitfaden ALG II / Sozialhilfe ist aktuell (Juli 2013) erschienen. Der neue Leitfaden wird von den Autoren Frank Jäger und Harald Thomé vom Erwerbslosen- und Sozialhilfeverein Tacheles e.V. in Wuppertal herausgegeben. In 90 Stichworten werden alle Leistungen ausführlich in übersichtlicher Form erläutert. Im zweiten Teil wird in 33 Stichworten ausgiebig behandelt, wie man sich erfolgreich gegen Behörde-Entscheidungen wehren kann.

Keine Entwarnung bei Suchterkrankungen - Suchtmittel-Report 2013

Einen detaillierten Einblick in den Umfang von Süchten in der Arbeitswelt ermöglicht eine aktuelle Studie des Wissenschatlichen Instituts der AOK (WIdO) für den Fehlzeiten-Report 2013. Über 2.000 Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren wurden dafür nach ihren Belastungen am Arbeitsplatz sowie den Umgang mit ihrer Gesundheit befragt. Es zeigte sich, dass 8,9 Prozent der befragten Männer täglich Alkohol konsumieren; der Anteil der Frauen liegt bei zwei Prozent. Unabhängig vom Geschlecht steigt die Wahrscheinlichkeit eines regelmäßigen Alkoholkonsums mit dem Bildungsstand. Beim Tabakkonsum ist es anders herum. Je höher der Bildungsstand ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit zu rauchen. Etwa ein Drittel aller Beschäftigten raucht gelegentlich oder regelmäßig. Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es nicht, dafür einen starken Altersbezug: mit steigendem Lebensalter nimmt der Anteil der Raucher ab.

Nothilfe für Hochwasseropfer nach dem SGB II / SGB III / SGB XII

Die Flut im Südosten und Norden Deutschlands hat Schäden in mehrfacher Milliardenhöhe verursacht bzw. richtet diese noch weiter an. Ganze Städte und Landkreise sind unbewohnbar, viele Menschen stehen vor dem Nichts, Kleingewerbetreibende vor den Trümmern ihrer Existenz. Private Spenden werden bei Weitem nicht ausreichen, um die Schäden zu beheben und den Opfern eine Lebensgrundlage zu beschaffen. Der Tacheles e.V. hat zum Themenkomplex "Hochwasserhilfe und Sozialleistungen" einige Erläuterungen und Anregungen zusammengestellt, um sozialhilferechtliche Unterstützung einzufordern.
Foto: Rudolpho Duba pixelio

Ausstellung über Verstrickung der Justiz in NS-System - Ausstellung in Marburg

Im Foyer der Universitätsbibliothek ist seit 18.04.2013 die Ausstellung "Verstrickung der Justiz in das NS-System 1933 - 1945 – Forschungsergebnisse für Hessen" zu sehen. Die Ausstellung zeigt Verfolgungsstrukturen am regionalen Beispiel. Sie stellt Verfolgtengruppen in oft erschütternden Einzelschicksalen vor und thematisiert den Umgang der Justiz mit ihrer Vergangenheit nach 1945. Die Ausstellung wendet sich in allgemein verständlicher Form an alle historisch und politisch interessierte Bürger, die sich über einen unrühmlichen Teil der hessischen Justizgeschichte informieren möchten. Die Ausstellung ist in Marburg noch bis zum 15.07.2013 zu sehen.

Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2012

Mehr als jeder Sechste in Deutschland gilt als armutsgefährdet. Der neue Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes 2012 zeigt auch, dass Armut regional unterschiedlich verteilt ist. In Baden-Württemberg und Bayern leben laut der neusten bundesweiten Erhebung nur wenig arme Menschen. Dagegen gelten Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen-Anhalt als Problemregionen mit den meisten Armen in Deutschland. Demnach ist seit 2006 die Armutsgefährdungsquote in Deutschland weiter angestiegen und hat 2011 mit 15,1 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Das sind 12,4 Millionen Menschen – rund eine halbe Million Personen mehr als noch 2010.
Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens für seine Lebensführung zur Verfügung hat. Bei einem Ein-Personen-Haushalt sind dies weniger als 848 Euro, bei einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren weniger als 1781 Euro.

Podcasts zum Thema Internetkriminalität (Kurzfilme)

Der Landespräventionsrat des Landes Nordrhein-Westfalen hat zum Thema Internet-Kriminalität einige informative Kurzfilme erstellen lassen und veröffentlicht. Diese können am Computer angesehen und auch in der Öffentlichkeit eingesetzt werden.

Das Beccaria-Qualifizierungsprogramm Kriminalprävention 2013

Bereits zum 6. Mal bietet der Landespräventionsrat Niedersachsen das Beccaria-Qualifizierungsprogramm an. Anlass für die Konzipierung und Implementierung des Qualifizierungsprogramms war die steigende Nachfrage nach einer interdisziplinären ganzheitlichen Präventionsausbildung.

Vorlesungsreihe Kriminalprävention

In einer Vorlesungsreihe an der Eberhard Karls Universität Tübingen wurden zu verschiedenen Aspekten der Kriminalprävention von renommierten Wissenschaftlern und Praktikern Vorträge gehalten, die nachträglich als Video angeschaut werden können.

Warnschussarrest - Anhörung im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages

Im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages wurden die unterschiedlichen Meinungen von Experten zum Warnschussarrest angehört. Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und FDP wollen den "Warnschussarrest" im Jugendstrafrecht verankern. In einem Expertengespräch mit dem Rechtsausschuss haben am 23.05.12 acht Fachleute Stellung zu diesem Vorhaben bezogen.

Drogen- und Suchtbericht 2012

Der Drogenbericht der Bundesregierung von Mai 2012 stellt fest, dass Jugendliche seltener zu Zigaretten oder Alkohol als früher greifen. Dafür gehen junge Menschen häufiger auf gewerbliche Glücksspiel-Angebote ein und verbringen viel Zeit bei Online-Spielen.
Insgesamt haben Millionen Bundesbürger erhebliche Suchtprobleme. Ein großes Risiko sieht der neue Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung in Glücksspielautomaten.

Anti-Folter-Komitee veröffentlicht den Bericht über seinen letzten Besuch in Deutschland

Mitglieder des Anti-Folter-Komitees des Europarates haben in Deutschland viele freiheitsentziehende Einrichtungen (JVA, Polizei...) besucht und dabei eine relativ positive Bewertung abgegeben. Das Komitee erhielt keine Hinweise auf Misshandlungen in deutschen Gefängnissen und Polizeistationen. Der Bericht und die Antwort der Bundesregierung sind veröffentlicht und können eingesehen werden.

Armutsbericht des Paritätischen

Etwa zwölf Millionen Deutsche sind von Armut bedroht, wie aus einem Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervorgeht. Besonders gefährdet ist das Ruhrgebiet. Im Osten ist die Gefahr, in Armut abzusinken, nach wie vor größer als im Westen. In Westdeutschland lag die Armutsquote 2010 bei 13,3 Prozent, in den östlichen Bundesländern bei 19 Prozent.

Folgekosten durch Kriminalität - Untersuchung Prof. Entorf

Die Bertelsmann Stiftung hat eine Untersuchung über den Zusammenhang von Kriminalität und Bildungsmangel in Auftrag gegeben. Prof. Entdorf und seine Mitarbeiter belegen erstmals für Deutschland einen kausalen Zusammenhang zwischen mangelnder Bildung in Form eines fehlenden Hauptschulabschlusses und kriminellem Verhalten. In der Einleitung der Studie wird festgehalten, dass die Bevölkerungsstichprobe eindeutig auf einen signifikanten Zusammenhang zwischen Bildung und Kriminalität hinweise. Die Studie simuliert die hypothetischen Auswirkungen einer Bildungsinitiative: wäre es im Jahr 2009 gelungen, die mangelnde Bildung "um 50 Prozent zu reduzieren, hätte es in Deutschland mindestens 416 Fälle von Mord und Totschlag, 13.415 Fälle von Raub und Erpressung sowie 318.307 Fälle von Diebstahl weniger geben können".

Für ein Resozialisierungsgesetz in Brandenburg

Eine Expertengruppe hat sich in den vergangenen Monaten ein umfassendes Bild über den Stand der Resozialisierungsmaßnahmen für straffällige Menschen im Land Brandenburg gemacht und auf dieser Basis sich für die Erarbeitung eines Resozialisierungsgesetzes ausgesprochen.
Die „Arbeitsgruppe Resozialisierung”, die Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg vor einem Jahr berufen hat, übergab ihre ausführlichen „Empfehlungen für ein Brandenburgisches Resozialisierungsgesetz”. (Foto Justizministerium Brandenburg)

Täter-Opfer-Ausgleich in Deutschland - statistische Auswertung 2006-2009

Die neuste Statistik zum Täter-Opfer-Ausgleich ist veröffentlicht und wurde unlängst in Buchform herausgegeben. Der 2011 veröffentlichte Bericht umfasst die Jahre 2006 bis 2009. "Der aktuell vorliegende Bericht zeigt, dass sich der Täter-Opfer-Ausgleich weiterhin bewährt. Er ist als mögliche Reaktion – vor allem für den Bereich der mittleren Kriminalität – aus dem heutigen strafrechtlichen Sanktionssystem nicht mehr wegzudenken." (Bundesjustizministerin)

Neue Medien – Herausforderung für die Kriminalprävention

Zum Deutsche Präventionstag in Oldenburg sind rund 2.700 Teilnehmer und Mitwirkende sowie mehr als 5.600 Besucher gekommen. Er stand unter dem Motto "Neue Medien – Herausforderung für die Kriminalprävention". "Zum Abschluss des 16. Präventionstages in Oldenburg warben der Deutsche Präventionstag und seine Veranstaltungspartner für eine breite Unterstützung der Präventionsarbeit und appellierten mit der Oldenburger Erklärung an Politiker, Medien und Verbände, die neuen Herausforderungen der digitalen Medien anzunehmen und die Kriminalprävention durch rechtliche sowie (sicherheits-)technische Maßnahmen und Empfehlungen zu verstärken und nicht zu minimieren." (Presseerklärung 16.DPT)

Auf Teufel komm raus - Dokumentarfilm aus Heinsberg

Der Film beschreibt die Bürgerproteste in Randerath (Heinsberg/NRW), die sich gegen den entlassenen Sexualstraftäter Karl D. richten. Er wurde nach der Haft von seinem Bruder in dessen Haus aufgenommen. Sofort reagieren die Nachbarn mit Protesten. In täglichen Demonstrationen fordern sie seine erneute Inhaftierung - Rechtsradikale fordern die Todesstrafe.

Haus des Jugendrechts - jetzt auch in Wiesbaden

Bundesweit gibt es mehrere Einrichtungen des Haus des Jugendrechts, so in Stuttgart, Ludwigshafen, Mainz, Köln und jetzt in Wiesbaden. Das Ziel ist gemeinsam und schneller Fälle zu bearbeiten, um junge Straftäter vor einem weiteren Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren. "Auf die Tat soll unverzüglich die Reaktion folgen", sagte Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) bei einer Feierstunde. Ein weiteres Haus des Jugendrechts wird im Februar in Frankfurt-Höchst eröffnet. Diese Einrichtungen sind nicht unumstritten, da den Betroffenen nicht die unterschiedlichen Aufgaben von Polizei, Sozialarbeit und Justiz deutlich werden könnten.

Brücken zwischen opfer- und täterorientierter Sozialarbeit - Fachtag des Paritätischen in Berlin

Mit einem Fachtag will der PARITÄTISCHEN Berlin am 29. Oktober Impulse für die sozialpädagogische Arbeit mit Opfern und Tätern geben.
Es soll ein Anstoß gegeben werden, die in der sozialpädagogischen Arbeit mit TäterInnen bzw. Opfern gesammelten theoretischen sowie praktischen Erkenntnisse im Austausch miteinander zu reflektieren, um zentrale Ergebnisse für die eigene Arbeit zu nutzen.

Schuld und Strafe - ändert die Hirnforschung das Menschenbild?

Die Frage nach der Schuld und der Verantwortung für strafbare Handeln hat in den letzter Zeit nicht nur Strafrechtler beschäftigt. Gerade die Hirnforschung hat sich in die Debatte vehement eingebracht, wie zuletzt der Verhaltensphysiologe und Neurobiologe Gerhard Roth gemeinsam mit der Juristin Grischa Merkel.

Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung

Die Europäische Kommission hat das Jahr 2010 zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (EJ 2010) ausgerufen. Angesichts europa weitsteigender Zahlen der von Armut Betroffenen bzw. Gefährdeten stellt sich diese Entscheidung gerade zu als eine Notwendigkeit dar, um vorhandene Armut, deren Ursachen und Auswirkungen weiter sichtbar zu machen sowie weiter gehende Vorschläge zur Armutsbekämp fung und die hierzu notwendigen Veränderungen der Rahmenbedingungen zu er arbeiten. Die Nationale Armutskonferenz führt aus Anlass des EJ 2010 vom 19. bis 26. Juni 2010 eine nationale Fokuswoche durch. Dazu finden gebündelt zahlreiche Aktionen von
Akteuren und Gruppen zum Thema „Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ statt. In der Forumsveranstaltung am 23.6. „Gegen Armut und soziale Ausgrenzung – Akteure im Dialog“ kommen Betroffene, Politiker, Medien und Fachöffentlichkeit zusammen, beschreiten dabei neue Wege des Austausches und der Verständigung und eröffnen somit neue Perspektiven bei der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Die Forumsveranstaltung wird von der Nationalen Armutskonferenz in Kooperation mit dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz veranstaltet.

15. Deutscher Präventionstag

Der 15. Deutsche Präventionstag fand vom 10.-11. Mai 2010, unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit, in Berlin statt.
Neben zahlreichen aktuellen Themen aus dem gesamten Arbeitsfeld der (Kriminal-)Prävention befasste sich der 15. Deutsche Präventionstag schwerpunktmäßig mit dem Themenkomplex "Bildung – Prävention – Zukunft". Die Tagung fand im Internationalen Congress Centrum Berlin (ICC) statt. Es nahmen erneut über 2.000 Entscheidungsträger und Gäste an dieser internationalen Tagung teil.

NRW: Kommission für eine effektive Präventionspolitik legt Bericht vor

Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat eine Enquetekommission zur Erarbeitung von Vorschlägen für eine effektive Präventionspolitik eingerichtet. Diese hat nun ihren Bericht an die Landtagspräsidentin des Landtages übergeben und am 12. März 2010 auf einer Pressekonferenz erläutert. Die 35 Handlungsempfehlungen sollen helfen, die Präventionsarbeit des Landes zu stärken. Die Kommission sollte Vorschläge entwickeln, u.a. unter dem Eindruck der Ereignisse in der JVA Siegburg "die Konzeption neuer Erziehungs- und Strafmaßnahmen für straffällig werdende Jugendliche und Heranwachsende zu diskutieren und dem Landtag umsetzbare Vorschläge zu unterbreiten."

Hartz IV-Debatte auch ein Thema für die Straffälligenhilfe

Die aktuelle Hartz IV-Debatte betrifft einen großen Teil des Klientels der Straffälligenhilfe, die von dieser Leistung abhängig sind. Eine Parteilichkeit erscheint angebracht, da in dieser Debatte von einigen Politikern die vorgebrachten Argumente in Diffamierungen ausarten und einen Generalverdacht vermitteln. Das kann selbstverständlich nicht eine pauschale Zustimmung zu allen Verhaltsweisen einzelner Hartz IV-Empfänger bedeuten - die im Einzelfall sich ggf. nicht korrekt verhalten. Zum Teil werden in der Debatte auch Migranten benannt, die verhältnismäßig mehr Hartz IV beziehen. Nach einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) haben 28 Prozent aller Hartz-IV-Bezieher einen Migrationshintergrund. Dabei ist es aber bedeutsam die Bildungshintergründe zu betrachten, der bedeutend niedriger sind als bei den Deutschstämmigen. Sie haben häufig gar keinen Bildungsabschluss oder einen höheren, wobei diese Abschlüsse aber in Deutschland meist nicht anerkannt werden. Schließlich seien Migranten großteils ehemalige Gastarbeiter, die gerade als Ungelernte ins Land geholt wurden und deren Arbeitsplätze es heute nicht mehr gibt.

Wieviel Kriminalität braucht die Gesellschaft? Nils Christie im Gespräch

Die Frage nach dem Sinn des Gefängnis wird heute selten gestellt, eher die Frage nach einer Strafverschärfung wird immer wieder aufgeworfen. Einige Kriminologen jedoch warnen vor den Gefahren der Institution "Gefängnis", wie Nils Christie, der unlängst auf der DBH-Bundestagung einen sehr interessanten Vortrag hielt.

Kriminalpolitik gestalten: Übergänge koordinieren - Rückfälle verhindern - 20. DBH-Bundestagung

Die alle drei Jahre stattfindende Bundestagung fand mit 250 Teilnehmenden vom 23. - 26.09.09 in Berlin in Kooperation mit der Freien Universität Berlin und örtlichen Trägern der Straffälligenhilfe statt. In der Eröffnungsveranstaltung wurden grundsätzliche Beiträge vorgetragen, an den Folgetagen bestand die Möglichkeit zu unterschiedlichen Themenbereichen in Workshops und im Plenum teilzunehmen.
Auf der anschließenden Bundesversammlung wurde das neue DBH-Präsidium gewählt. Als neuer Präsident wurde Prof. Dr. Heinz Cornel gewählt. Nach 27-jähriger Leitung des Verbandes kandidierte Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner nicht mehr.

Abschlussbericht des Expertenkreis zu dem Amoklauf in Winnenden

Nach dem Amoklauf von Winnenden am 11. März 2009, bei dem 16 Menschen starben, hat die Landesregierung von Baden-Württemberg eine Kommission mit dem Namen "Expertenkreis Amok" eingesetzt. Diese empfiehlt als Präventionsmaßnahme gegen Amokläufe unter anderem ein Verbot sogenannter Killerspiele. Auch weitere Internetsperren stehen im Forderungskatalog des Fachkreises. Der Abschlussbericht liegt vor.

Landespräventionstag Nordrhein-Westfalen am 17.11.2009 in Hamm

Der Landespräventionsrat veranstaltete mit 350 Teilnehmenden den Landespräventionstag zur Kriminalprävention in Schule und Stadtteil. Dabei standen die integrative Arbeit in der Karlschule (Hauptschule) und im Stadtteil „Norden“ der Stadt Hamm im Mittelpunkt.

Landkarte der Armut in Deutschland

Der Paritätische Gesamtverband stellt einen Armutsatlas über die Regionen in Deutschland vor. Er zeigt die reichsten und ärmsten Gebiete und fordert die Politik zum Handeln auf.
Im Süden wohnen die Reichen, im Osten die Armen und in der Mitte die Normalen. Diesen Trend hat die neueste Studie des Paritätischen ergeben. Der Atlas zeigt das Armutsrisiko in Deutschland erstmals auf regionaler Ebene verteilt. Armutsatlas des Paritätischen

Tabak, Alkohol, Haschisch: Der Drogenbericht 2009

Koma-Saufen gehört trotz aller Warnungen vor den Risiken bei vielen Jugendlichen in Deutschland weiterhin zum Alltag. Mehr als ein Fünftel der Minderjährigen sei im vergangenen Jahr mindestens einmal pro Monat betrunken gewesen, sagte die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing bei der Vorstellung des neuen Drogenberichts. Im Vorjahr trank sich jeder Vierte einmal monatlich an die Grenze des Ertragbaren heran.

Für eine humane Strafrechtspflege: Unterstützen - aktiv teilnehmen - Mitglied werden

Ab 2009 ist die Aufnahme von Einzelmitgliedern beim DBH-Fachverband möglich.
Der DBH versteht sich als Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik und will mit der zusätzlichen Aufnahme von Einzelmitgliedern das Engagement von Einzelpersonen stärken und fördern.

Amoktaten von Jugendlichen

Während die Zahl schwerer Gewalttaten von Jugendlichen zumindest in Deutschland, Kanada und den USA eher rückläufig ist, hat das Phänomen der jugendlichen Amoktaten zugenommen. In der Talkshow "Anne Will" wurde nur wenige Tage nach dem schrecklichen Ereignis in Winnenden mit verschiedenen Persönlichkeiten diskukutiert, u.a. auch mit der Kriminologin Prof. Britta Bannenberg.

Studie zur Jugendgewalt

Jugendgewalt hat sich in den letzten zehn Jahren leicht verringert, das Ausmaß des Rechtsextremismus ist erschreckend. Dies besagt eine Studie, die vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen durchgeführt wurde, die von Prof. Christian Pfeiffer und Innenminister Schäuble vorgestellt wurde.

Der 22-jährige Gökhan war auf dem besten Wege die Laufbahn eines Kriminellen einzuschlagen

Doch er zog rechtzeitig die Notbremse und ist jetzt ein "Musterschüler". Mehr noch, er engagiert sich auch für ein Projekt der Jugendbewährungshilfe Salzgitter. Dort warnt er Schüler vor einer kriminellen Karriere, vor allem an Hauptschulen.

Einsicht gegen Gewalt junger Straftäter

An der Schnittstelle von Kriminalwissenschaften und Psychologie stellt das Buch von Svenja Taubner Einzelfallanalysen von gewalttätigen Jugendlichen ins Zentrum der Untersuchung. Am Beispiel des Täter-Opfer-Ausgleichs wird die Auseinandersetzung junger Männer mit ihren Gewaltstraftaten beschrieben. Die Autorin, Mitarbeiterin an der Universität Kassel, arbeitet heraus, dass einseitige Täterzuschreibungen einem Lernprozess entgegenwirken, und stellt Vorschläge für Entwicklungsmöglichkeiten dar.

Wie soll mit ausländischen Intensivtätern umgegangen werden?

Die Zeitschrift "Das Parlament" beschäftigt sich in dem Schwerpunkt-Thema "Kriminalität" u.a. mit der Problematik: Wie soll mit ausländischen Intensivtätern umgegangen werden? Dazu nehmen Vertreter der fünf Bundestagsfraktionen Stellung.

500 junge Intensivtäter sind in Berlin registriert

Bei der Berliner Staatsanwaltschaft werden derzeit rund 500 jugendliche Straffällige geführt, die mehr als zehn Straftaten in einem Jahr verübten. Rund 70 Prozent dieser Intensivtäter haben nach Angaben des Justizsenats einen Migrationshintergrund.

Hessische Expertenkommission zur Bekämpfung der Jugendkriminalität übergibt Abschlussbericht

Die Expertenkommission wurde Anfang 2008 nach dem hessischen Wahlkampf eingerichtet. Sie tagte unter dem Vorsitz des Hessischen Generalstaatsanwalts Dieter Anders und besteht aus hochkarätigen Vertretern verschiedener Berufsgruppen und Bundesländer. Die Expertenkommission verfolgte die Frage nach der Entstehung von Jugendkriminalität, analysierte die Wirksamkeit des Jugendstrafverfahrens und hat Vorschläge zur Verbesserung erarbeitet.

Entstehung und Verlauf der Jugendkriminalität - Ergebnisse einer kriminologischen Langzeituntersuchung

Warum werden Jugendliche straffällig? Prof. Dr. Klaus Boers, Kriminologe an der Universität Münster, und Prof. Dr. Jost Reinecke, Soziologe an der Universität Bielefeld, gehen dieser Frage mit einer in Deutschland einmaligen kriminologischen Verlaufsuntersuchung nach.
Erste Ergebnisse wurden veröffentlicht.

Bedeutende internationale Auszeichnung für Prof. Kerner

Der Direktor des Instituts für Kriminologie und Präsident des DBH-Fachverbandes, Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner, wurde mit dem internationalen Emile Durkheim Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Medienkampagne gegen Kölner Jugendrichter

Kölner Jugendrichter haben die Berichterstattung im Fall eines Intensivtäters scharf kritisiert.
Im Prozess gegen den Jugendlichen wurde die Schuld des 18-Jährigen festgestellt, aber von einer Jugendstrafe oder der Verhängung von Arbeitsstunden abgesehen. Der Jugendliche hatte an Weiberfastnacht 2007 eine Person bewusstlos geschlagen hatte. Er muß ein Anti-Aggressionstraining absolvieren und bekam einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre Jugendstrafe gefordert und Berufung eingelegt.
Die Kölner Presse berichtete polemisch über die zu milde Justiz, die den "Koma-Schläger" laufen ließ: "Köln - Koma-Schläger straffrei - Milder Richter ließ ihn laufen" Kölner Express 29.05.08

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