Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
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Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Aktualisiert: Bundesweite Rückfalluntersuchung 2010 bis 2013 und 2004 bis 2013

Die vorliegende bundesweite Untersuchung der Legalbewährung nach strafrechtlichen Sanktionen in drei Erhebungswellen wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Jörg Albrecht und der Abteilung für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug der Universität Göttingen unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg-Martin Jehle vorgelegt.

Nach dem Konzept der Rückfalluntersuchung werden alle in einem sogenannten Bezugsjahr strafrechtlich Sanktionierten oder aus der Haft Entlassenen während eines festgelegten Risikozeitraums daraufhin überprüft, ob sie wieder straffällig werden. Die Daten des Zentralregisters werden in drei Erhebungswellen erfasst, sodass für die Bezugsjahre 2004, 2007 und 2010 das Rückfallverhalten in einem jeweils dreijährigen Beobachtungszeitraum untersucht werden kann. Außerdem können die Daten der einzelnen Erhebungswellen so miteinander verknüpft werden, dass für das Bezugsjahr 2004 der Beobachtungszeitraum sukzessive auf 9 Jahre erweitert werden kann.

Zentrale Befunde:


  • Von den für das Bezugsjahr 2010 erfassten 1.047.874 Personen wurden 684.128 (65 %) innerhalb der nächsten drei Jahre nicht erneut strafrechtlich registriert. Damit wird nur etwa jeder Dritte (35%) strafrechtlich Sanktionierte bzw. aus der Haft Entlassene innerhalb eines Risikozeitraums von drei Jahren erneut straffällig

  • Kommt es zu einer erneuten strafrechtlichen Reaktion, führt dies überwiegend zu milderen Sanktionen:


    • Nur 4 % aller im Jahr 2010 verurteilten oder aus der Haft entlassenen Personen werden erneut zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt

    • 7 % erhalten aufgrund einer Rückfalltat eine Freiheits- oder Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wird

    • Die höchste Rückfallrate weisen mit über 40 % Jugendliche auf

    • Frauen werden in erheblich geringerem Umfang als Männer rückfällig


  • Mit der Anzahl und der Sanktionsschwere früherer Verurteilungen nimmt die Rückfallrate zu

  • Ein höheres Rückfallrisiko weisen die zu einer freiheitsentziehenden Sanktion wie Freiheits- und Jugendstrafe ohne Bewährung auf, als diejenigen mit milderen Sanktionen wie Geldstrafe

  • Die höchste Rückfallrate ist bei Jugendstrafe ohne Bewährung und der Jugendarrest mit 64 % zu verzeichnen; die niedrigste Rückfallrate bei Geldstrafe mit 30 %

  • Die Rückfallraten bei zu Bewährungsstrafen Verurteilten liegen im Vergleich mit unbedingten Freiheits- und Jugendstrafen niedriger

  • Zwar werden entlassene Strafgefangene überwiegend erneut straffällig, dennoch kehrt nur ein Drittel (nach Jugendstrafe) bzw. ein Viertel (nach Freiheitsstrafe) wieder in den Strafvollzug zurück

  • Die Rückfallraten für nicht vorbestrafte Personen sind in allen Deliktbereichen deutlich niedriger als die für einschlägig vorbestrafte Personen


  • Bisher ist nur die Zusammenfassung verfügbar

    Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des BMJV

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