Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

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DBH-Materialien Nr.74
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DBH-Materialien Nr.75
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Erdbeben in Nepal - Bericht und Bitte um Unterstützung

Von unserem Mitglied der Denkzeit-Gesellschaft hat uns der Bericht der Geschäftsführerin Rebecca Friedmann über ihre Erlebnisse während des Erdbebens in Nepal erreicht. Sie ist gerade zurückgekehrt und bittet um Unterstützung durch Spenden für betroffene hilfebedürftige Personen (Familien der Guides / Portern). Hier das sehr anschauliche Schreiben:
„02.05.2015
Liebe Freunde und Bekannte, liebe Kolleginnen und Kollegen,
mein Freund und ich sind vorgestern aus Kathmandu zurück gekehrt. Wir haben in den letzten Wochen ein wunderbares Land mit äußerst zugewandten, hilfsbereiten und gastfreundlichen Menschen kennen lernen dürfen. Aber diese Mail schreiben wir leider nicht, weil wir unsere Reiseberichte teilen wollen.
Wir haben dort die Erdbeben miterlebt. Uns ist nichts passiert, aber unsere Freunde dort hatten leider nicht so viel Glück und sind teilweise in großer Not. Zum Zeitpunkt des ersten großen Bebens, waren wir in Patar, einer Tempelstadt in Kathmandu. Samstags ist Feiertag und die Menschen kommen von weit her, um dort Zeremonien abzuhalten und zu beten. Die Innenhöfe und Vorplätze der Tempel waren voller betender Menschen, spielender Kinder und staunender Touristen.
Als das Beben begann, waren wir wenige Meter entfernt auf einem Parkplatz. Wir spürten zunächst eine kleine Vibration und fragten noch, was das wohl sei, bis sich die Erschütterungen so weit aufgeschaukelt hatten, dass alles um uns herum hin und her schwankte. Die Autos drohten sich zu bewegen, die Häuser wackelten mehr als wir es für möglich gehalten hatten. Die Menschen schrien und klammerten sich aneinander. Wir standen in Gruppen zusammen, Fremde hielten sich aneinander fest. Manche Nepalis sprachen laute Gebete, die meisten schrien. Es war so laut, dass wir nicht hörten, wie die Tempel ca. zweihundert Meter entfernt, einstürzten. Wir sahen, dass Staubwolken aufstiegen (uns war der direkte Blick durch ein Haus verstellt), aber in dieser Situation hätten wir das Ausmaß der Zerstörung nicht für möglich gehalten. Bis wir um die Ecke bogen und riesige Schutthaufen sahen…
In den nächsten Tagen gab es zwei weitere große Beben (wobei die beiden folgenden nicht annährend so stark waren, auch wenn sie wohl bei 6,9 und 5,5 lagen. Außerdem gab es deutlich über 50 Nachbeben. Manche waren eher wie ein Schlag, andere fühlten sich wie eine Vibration an. Jedes Beben ist erneut sehr beängstigend, weil man nie weiß, ob es wieder ein großes wird. Auch jetzt noch bebt die Erde immer wieder und wir hoffen so sehr, dass kein weiteres großes Beben folgt. Die Folgen wäre verheerend! Viele Häuser, die noch stehen, sind instabil und haben bereits massive Risse, bzw. gelockerte Steine. Die Bauweise der Häuser ärmerer Menschen ist denkbar ungeeignet: Es werden Steine aufeinander geschichtet und nur mit etwas Lehm aneinander gehalten. Die Dächer sind meist aus Wellblech darauf gelegt (!) und mit großen Steinen beschwert.
Wir haben dort viele wunderbare Menschen kennen gelernt. Mit zweien von Ihnen haben wir drei Wochen verbracht. Sie sind zu Freunden geworden. Dhurba und Hira begleiteten uns auf unserer Trekkingtour. Dhurba ist 26 Jahre alt, hat 2 Kinder und lebt mit seiner Frau und seinen Eltern in Solukhumbu. Er arbeitet als Träger für die Company, mit der wir gereist sind. Sein Einkommen ist gering und das Leben bescheiden. Sein Haus ist vollständig zerstört. Er hat bis gestern in Kathmandu ausharren müssen, weil die Wege in seine Heimat nicht passierbar waren/sind. Jetzt hat er sich gerade auf den Weg gemacht und versucht sich in den nächsten Tagen bis dahin durchzuschlagen. Er hat weder ein Zelt, noch einen Schlafsack mit, seine Kleindung ist für die Nächte im Freien nicht ausreichend. Wir hoffen so sehr, dass er es unverletzt bis dahin schafft. Da Internet und Strom nur selten verfügbar sind, kann er nur ahnen, was ihn erwartet…
Unser Guide Hira (24) lebt mit seiner großen Familie in Kathmandu. Auch sein Haus ist zu beschädigt, als dass sie darin wohnen könnten. Sie leben unter aufgespannten Planen draußen und wissen nicht, wie es weiter geht.
Wo es keinen Schnee gibt (überall weiter unten also), wird das saubere Wasser knapp. Trinkwasser in Flaschen ist teuer. Die Preise steigen ständig und die internationalen Hilfsgüter reichen nicht aus, um alle zu versorgen. Als wir da waren, hatte sich der Preis für eine Flasche Wasser bereits verdoppelt. In absehbarer Zeit werden die Menschen in den Städten nicht mehr genügend Nahrung haben.
Wir bitten also im Namen von Dhurba, Hira und allen anderen um Hilfe! Bitte überlegen Sie/überlegt, ob ein bisschen Geld entbehrlich ist, um dort unmittelbar zu helfen.
Wir haben ein privates Konto dafür eingerichtet.
Wer gespendet hat und auf dem Laufenden gehalten werden möchte, antwortet bitte an nepalhilfe@denkzeit.com. Wir werden uns bemühen Updates zu schicken, wenn wir welche bekommen. Unsere nepalesische Agentur steht mit uns in Kontakt und sie halten auch die Kontakte zu den Guides und Portern.
Danke für Eure/Ihre Unterstützung!!!
Mit herzlichen Grüßen
Rebecca Friedmann und Alexander Honings“
Das Spendenkonto und weitere Informationen finden Sie unter: Hilfe für Nepal (Denkzeit-Gesellschaft)

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