Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
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Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Unterbringung von psychisch gestörten Straftätern – eine Maßregel in der Diskussion

Alljährlich führt die Bewährungshilfe Stuttgart e.V. eine Fachtagung zu Justiz interessierenden Fragen durch. In der Regel nehmen an dieser Veranstaltung Vertreter des Justizministeriums, der Gerichte und Staatsanwaltschaften, der Verbände der Strafrechtspflege, Vereine und viele Interessierte aus Baden-Württemberg teil.
In den letzten Monaten ist verstärkt die Diskussion über Voraussetzungen, Grenzen und Möglichkeiten sowie Pflichten bei der Durchführung im Zusammenhang mit der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus nach § 63 Strafgesetzbuch (StGB) nicht nur in der Fachöffentlichkeit geführt worden. Anlass war u. a. auch der Fall „Mollath“. Das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Verhältnismäßigkeit, dem Grundsatz der zeitlichen Begrenzung von Strafen und dem Charakter von Maßregeln ist im Fokus. Die Tagung sollte dazu beitragen, die Praxis des § 63 StGB von mehreren Seiten zu beleuchten. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit scheint dabei zwingend notwendig. Mit der Veranstaltung sollte der Blick auf sich bietende Möglichkeiten und Chancen gerichtet werden Daher war es erfreulich, dass sich diese Fachtagung der Bewährungshilfe Stuttgart e.V. mit den Schwierigkeiten bei der Umsetzung des § 63 StGB, aber auch mit den Chancen einer interdisziplinären Zusammenarbeit in diesem Bereich beschäftigte.
Die Fachtagung fand am 11.03.2014 im großen Sitzungssaal des Rathauses Stuttgart statt. Annähernd 200 Personen folgten interessiert den Fachvorträgen. Unter den Teilnehmenden waren auch internationale Gäste, wie Willem van der Brugge, Generalsekretär der Europäischen Bewährungshilfe Organisation (CEP / Conferation of Europeen Probation) und Michele Wilwerding (SCAS / Bewährungshilfe Luxemburg) - siehe Foto.
Nach den Grußworten – u.a. von der Ministerialdirektorin Bettina Limperg – führte der Referent des Sozialministeriums, Achim Wiedwald, das neue baden-württembergische Maßregelvollzugsrecht im Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz vor. Einen europäischen Ausblick auf den Maßregelvollzug gab Prof. Dr. Hans-Jörg Albrecht (Direktor Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Freiburg). Schließlich wurden die Praxis des Maßregelvollzuges nach §63 StGB mit den Aufgaben, der Durchführung und den aktuellen Entwicklungen durch Dr. Udo Frank (Leiter des Krankenhauses für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, ZfP Südwürttemberg) und die sozialtherapeutische Behandlung im Spannungsfeld zwischen Psychiatrie und Strafvollzug von Christine Ermer (Leiterin der Sozialtherapeutischen Anstalt Baden-Württemberg) behandelt. Die Präsentationen der Referenten sind auf der folgenden Internetseite abrufbar: Tagungsdokumentation 11.03.2014.
Zur Information über den Verein „Bewährungshilfe Stuttgart“:
o 1951 Gründung;
o seit 1952 Betrieb verschiedener Übergangswohnheime und betreutes Individualwohnraumangebot;
o 1989 Bereitstellung eines Opferfonds
o 1996 Haftvermeidung durch „Schwitzen statt Sitzen“;
o 1997 Förderung des ehrenamtlichen Engagements;
o 1998 Einrichtung der Pychotherapeutische Ambulanz von Sexualstraftätern;
o 2000 Einrichtung der Zeugenbetreuung;
o 2003 Betreuungsweisen;
o 2004 Kompetenztraining zur Vermeidung von Schulausschluss;
o 2008 Rechtberatung von Gewaltopfern bzw. Kindern und Jugendlichen;
o 2009 Fonds Psychotherapie und Bewährung Baden-Württemberg; ambulante Behandlung von Straftätern; Integration von straffälligen Frauen und Männern in Arbeit;
o 2010 Forensische Ambulanz für Klienten der Führungsaufsicht;
o 2012 Eltern-Kind-Projekt Chance
Bewährungshilfe Stuttgart e.V.

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