Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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DBH-Materialien Nr.75
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Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Kooperationsvereinbarung zum Übergangsmanagement für Strafgefangene und Haftentlassene in Nordrhein-Westfalen

Bundesweite Studien zeigen, dass knapp die Hälfte der erwachsenen Haftentlassenen binnen drei Jahren nach der Haft wieder straffällig werden. Jeder Vierte wird erneut inhaftiert. Besonders auffällig ist, dass in den ersten 6 Monaten nach Verbüßung einer Freiheits- oder Jugendstrafe besonders hohe Rückfallrisiken bestehen. Gerade der Übergang aus dem strukturierten Alltag einer Justizvollzugsanstalt in unsichere Lebensverhältnisse stellt offensichtlich eine "Hochrisikozeit" für eine erfolgreiche Legalbewährung dar. Diese Risiken will das Land Nordrhein-Westfalen reduzieren. Dabei sollen die Reintegrationschancen der Gefangenen verbessern und so der erneuten Straffälligkeit wirksam vorgebeugt werden. Bei dieser wichtigen Präventionsaufgabe spielt die berufliche Wiedereingliederung eine zentrale Rolle.
Zur Erreichung dieses Ziels ist die systematische Kooperation zwischen dem Strafvollzug und der Bundesagentur für Arbeit notwendig. Konkret bedeutet dies, dass die erforderlichen Maßnahmen im Strafvollzug vorbereitet, im Bedarfsfall dann aber schon vor der Entlassung und über den Entlassungszeitpunkt hinaus gemeinsam mit den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern durch geeignete Vermittlungs- und Nachsorgeleistungen fortgesetzt werden. Das Handlungskonzept des Case Managements (erweiterte Einzelfallhilfe) soll dabei künftig zum Standard der fallbezogenen Zusammenarbeit und der gleichermaßen erforderlichen fallübergreifenden Kooperation von Justiz- und Arbeitsmarktakteuren zu einem möglichst flächendeckenden überregional vernetzten Übergangsmanagement werden.
Mit der Kooperationsvereinbarung sollen die "best practices" der bisherigen Arbeit verstetigt und das Resozialisierungskonzept des Strafvollzuges und die Integrationsstrategie der Bundesagentur für Arbeit für die Zielgruppe "Gefangene und Haftentlassene" besser landesweit aufeinander abgestimmt werden. Dies soll zum einen durch die gemeinsame Entwicklung standardisierter Verfahrens- und Kooperationsregeln sowie zum anderen durch die gemeinsame Umsetzung und gegebenenfalls Kofinanzierung zielgruppenspezifischer Maßnahmenangebote innerhalb und außerhalb des Strafvollzuges umgesetzt werden.
Rede von Justizminister Kutschaty zur Kooperationsvereinbarung, 10.05.12

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