Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
DBH-Materialien Nr.75

Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Für die Straffälligen – für die Gesellschaft – und für mich: Ehrenamt im Knast macht stark!

In der Sonderausgabe des "Lotse-Info" werden Praxisberichte ehrenamtlicher Betreuer/innen aus dem offenen und geschlossenen NRW-Justizvollzug dokumentiert. Auf 28 Seiten berichten 23 Ehrenamtliche über ihre Erfahrungen, Motive und Erfolge. Das Sonderheft kann als Datei heruntergeladen werden: Lotse-Sonderheft 09/10. Weitere Informationen über das DBH-Projekt Lotse finden Sie unter: Projekt Lotse
Aus der Einleitung des Lotse-Sonderheftes:
"Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, brauchen Hilfe – besonders, wenn sie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurden. Sie brauchen Hilfe von der Gesellschaft, in der sie nach Verbüßung ihrer Strafe weiterleben werden.
Häufig sind Strafgefangene durch zerrüttete Familienverhältnisse, Arbeitslosigkeit und/oder Sucht in Schwierigkeiten geraten und in die Kriminalität abgerutscht. Häufig fehlt in der Haft die Unterstützung durch die Familie oder Freunde. Die Strafe ändert normalerweise nichts an der Sucht, an Schulden oder Beziehungsschwierigkeiten. Menschen, die zu einer Haftstrafe verurteilt wurden, leiden deshalb unter der Abgeschiedenheit vom gesellschaftlichen Leben. Wenden sich Angehörige ganz ab, sind Angst und Unsicherheit die Folgen. Vorurteile in der Bevölkerung erschweren es Strafgefangenen, Anschluss an andere Menschen zu finden und in die Gesellschaft wieder integriert zu werden. Nach langer Haft müssen Strafgefangene vieles neu lernen, um den Alltag zu bewältigen. Rechtzeitige Hilfe zahlt sich aus Kontakte und Gespräche mit Menschen, die von außen kommen, helfen den Inhaftierten. Rechtzeitige Hilfe fördert den Neustart in ein selbstständiges Leben, rechtzeitige Hilfe kann den Rückfall verhindern, ist somit Kriminalprävention. Annähernd 2.000 Bürgerinnen und Bürger leisten ehrenamtliche Arbeit in den 37 NRW-Justizvollzugsanstalten. Mit selbstbestimmten Angeboten zur Einzel- oder Gruppenbetreuung helfen sie mit,
• Inhaftierte auf das Leben in Freiheit vorzubereiten,
• die Resozialisierungschancen Straffälliger zu erhöhen und
• das Verständnis für die Probleme Straffälliger in der Gesellschaft zu fördern.
Jeder kann sich engagieren Jede und jeder kann sich grundsätzlich ehrenamtlich in der Straffälligenhilfe engagieren, unabhängig von Alter, Nationalität und Berufsausbildung. Wie das gehen kann, zeigen beispielhaft die 23 Berichte ehrenamtlicher Betreuerinnen und Betreuer in diesem Heft. Die Praxiserfahrungen aus erster Hand berichten über den Einstieg in das Ehrenamt und über die vielfältigen Erfahrungen im breit gefächerten Justizvollzug: vom geschlossenen und offenen Vollzug, vom Jugendstrafvollzug, von Männern und Frauen in Strafhaft und U-Haft. Gelebter Gemeinsinn heißt auch persönliche Bereicherung. Die Berichte machen auch deutlich, welchen persönlichen Gewinn ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer durch ihr Engagement erzielen: durch den Einsatz ihrer Erfahrungen, durch den Ausbau ihrer Stärken, durch den Ausgleich zum Beruf, durch die Erfahrungen neuer Lebenswelten und vieles mehr. So ist ehrenamtliche Straffälligenhilfe immer mindestens dreifach wirksam."

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