Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
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Veranstaltungen 2017

Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Sexualstraftäter in Hessen

Hessische Bewährungshelfer betreuen Sexualstraftäter intensiv. Sie besuchen sie wöchentlich und befragen sie u.a. zu ihren Fantasien. So versuchen sie, Rückfälle zu verhindern.
Das hessische Konzept sieht seit 2008 vor:
Es wurden spezielle Bewährungshelfer für die Betreuung und Kontrolle der Sexualstraftäter eingestellt. Im Projekt "Sicherheitsmanagement" sind 23 zusätzliche Stellen geschaffen worden. Die Mitarbeiter wurden für diese Aufgabe intensiv geschult. Dabei ging es u.a. darum, die verschiedenen Tätertypen und die Anzeichen für eine Gefährdungslage einzuschätzen.
Nach Angaben der Frankfurter Rundschau "hat die hessische Justiz 605 Sexualstraftäter derzeit mit dem Programm im Blick. Die Gefährlichsten bekommen wöchentlich Besuch von ihrem Bewährungshelfer. In Krisensituationen können auch drei Gespräche pro Woche notwendig werden. Neun Widerrufe der Bewährung hat es seit einem Jahr gegeben. Soweit das Hessische Justizministerium die Fälle nachvollziehen konnte, war kein einschlägiger Rückfall dabei, also keine neue Sexualstraftat.
Sechs Monate vor der Entlassung werden die Bewährungshelfer benachrichtigt und führen ein persönliches Gespräch im Gefängnis. Dort wird die bevorstehende Lebenssituation in der Freiheit besprochen – und wichtige Einschränkungen: etwa, dass ein Kindesmissbraucher nicht zu einer Freundin ziehen darf, die kleine Kinder hat.
In Fallbesprechungen arbeiten die Behörden eng zusammen. Bewährungshelfer, Polizisten, Staatanwälte und Richter machen sich ein Bild des Einzelfalls. Dabei kann auch erörtert werden, was bei Verstößen gegen Auflagen geschieht. Wenn Strafen zur Bewährung ausgesetzt wurden, kann die Bewährung widerrufen werden."
In dem Zeitungsbericht wird über die Tätigekeit eines Bewährungshelfers in Darmstadt berichtet.
Frankfurter Rundschau, 13.01.10
Trotz intensiver Begleitung sind Rückfälle nicht ausgeschlossen: Defizite im Sicherheitsmanagement - Noch ein Sextäter wird rückfällig Frankfurter Rundschau, 11.02.10

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