Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

Dokumentation 22. DBH-Bundestagung

DBH-Materialien Nr.74
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40 Jahre Führungsaufsicht

DBH-Materialien Nr.75
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Fortbildungskalender DBH-Bildungswerk 2017 erschienen

Haus des Jugendrechts - jetzt auch in Wiesbaden

Bundesweit gibt es mehrere Einrichtungen des Haus des Jugendrechts, so in Stuttgart, Ludwigshafen, Mainz, Köln und jetzt in Wiesbaden. Das Ziel ist gemeinsam und schneller Fälle zu bearbeiten, um junge Straftäter vor einem weiteren Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren. "Auf die Tat soll unverzüglich die Reaktion folgen", sagte Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) bei einer Feierstunde. Ein weiteres Haus des Jugendrechts wird im Februar in Frankfurt-Höchst eröffnet. Diese Einrichtungen sind nicht unumstritten, da den Betroffenen nicht die unterschiedlichen Aufgaben von Polizei, Sozialarbeit und Justiz deutlich werden könnten.
"Die Gewaltkriminalität muss organisationsübergreifend bekämpft werden", sagte Innenminister Boris Rhein (CDU). Allein die Polizei stellt 18 Beamtinnen und Beamte für das Haus des Jugendrechts ab, darunter die Ermittler der auf Jugendkriminalität spezialisierten Gruppe AG Jaguar. In der Probephase seit Februar hatten die Mitarbeiter des Hauses in 2000 Fällen abschließend ermittelt und 1800 Fälle an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Die hessische Justiz stand früher in der Kritik, in Jugendstrafsachen zu langsam zu arbeiten, so dass die erzieherische Wirkung auf die Jugendlichen ausbleibe.
Mainzer Rhein-Zeitung, 10.12.10
Hess. Justizministerium, Presseerklärung 10.12.10
Das Haus der Jugendrecht in Stuttgart blickt auf eine 10 jährige Erfahrung zurück:
11.700 Fälle sind in diesen 10 Jahren bearbeitet worden. Unter einem Dach sind die Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe. Das Intensivprogramm für Jungtäter ist auf den Stadtbezirk Bad Cannstatt begrenzt.
In Köln besteht ebenfalls ein Haus des Jugendrechts, vornehmlich für Intensivtäter.
Kritik am Haus des Jugendrechts in Köln übt der Strafrechtsausschuss des Anwaltvereins. Sie bemängeln, dass die Jugendgerichtshilfe, deren Pädagogen nicht nur die „Intensivtäter“, sondern alle delinquenten Jugendlichen während ihrer Strafverfahren begleiten, im selben Gebäude arbeiten wie Polizisten und Staatsanwälte. „Das vermittelt den Jugendlichen den falschen Eindruck". „Es zerstört Vertrauen“, sagte Ausschuss-Sprecher Frank Seebode. „Die Jugendgerichtshilfe ist ein geschützter Raum, wo die Jugendlichen vertraulich mit den Betreuern reden können. Da passt es nicht, dass unten auf der Klingel auch Polizei und Staatsanwaltschaft stehen.“
Zehn Jahre Haus des Jugendrechts in Stuttgart, Cop2Cop, 12.06.09
Drei Behörden, eine Klingel, Kölner Stadtanzeiger, 12.06.09

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