Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik

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DBH-Materialien Nr.74
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DBH-Materialien Nr.75
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KFN/Uni Kassel: Studie zum Warnschussarrest – „Kurzer Schock ohne Wirkung“

Seit 2013 können Gerichte gegen jugendliche Straftäter einen Warnschussarrest verhängen. Nach den Ergebnissen der Studie, durchgeführt von der Uni Kassel und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) im Auftrag des Bundesjustizministeriums, führt ein Warnschussarrest nicht zu einem Abwenden von der Kriminalität.

Kurz-Zusammenfassung der Studie:
Die Wissenschaftler haben in 27 zufällig ausgewählten Landgerichtsbezirken insgesamt rund 1800 Jugendstrafakten analysiert, bei denen eine Bewährungsstrafe verhängt wurde. In etwa zwölf Prozent aller untersuchten Fälle wurde neben der Jugendstrafe gleichzeitig ein Warnschussarrest angeordnet.

Hierbei gibt es deutliche regionale Unterschiede. Während einige Gerichte in 50 Prozent der Fälle einen Warnschussarrest verhängten, wurde in anderen von dieser Sanktionsmöglichkeit gar kein Gebrauch gemacht.

Nach Aussage der Autoren der Studie hat die Verhängung des Warnschussarrests nicht dazu geführt, dass insgesamt weniger Jugendliche eingesperrt werden.

Die Autoren konnten keine klare Zielgruppe für den Warnschussarrest ausmachen.

Die Ergebnisse der Studie geben keine Hinweise darauf, dass ein Warnschussarrest konkret zu einem Abwenden von der Kriminalität beiträgt. Ob mit oder ohne Warnschuss: Die Jugendlichen wurden ebenso häufig rückfällig wie die Vergleichsgruppe. Etwa jeder dritte Verurteilte wurde während oder nach der Bewährung wieder straffällig.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Abschlussbericht der Studie finden Sie auf der Internetseite des Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

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